Di
08
Mai
2012
Zähne knirschen
Kinder lernen viel mehr und viel leichter von anderen Kindern als sie jemals von Erwachsenen lernen können. Sie beobachten das Verhalten der Gruppe genau, in der sie sich befinden und passen ihre Reaktionen geschmeidig an die unausgesprochenen Regeln an. Das zu erleben ist für Eltern nicht immer einfach. So erfüllt es elterliche Herzen mit wenig Begeisterung, wenn der Sohn freudestrahlend mit der Mitteilung aus der Schule kommt, in Englisch endlich eine 4 geschrieben zu haben, denn das verhindere als von allen gemobbter Streber abgestempelt zu werden.
Eltern und besonders Mütter sind auch wenig begeistert, wenn sie Zeuge beanstandungswürdigen Verhaltens in Gruppen werden. Wenn z.B. in der Pause eines Fußballsspieles der D-Jugend eine Mineralwasserflasche kreist und dem eigenen Kind, dass in der Mannschaft eher eine untergeordnete Rolle einnimmt, konsequent vorenthalten wird, dann heißt es für die zuschauende Mutter, alle Kräfte aufzubieten und sich zurückzuhalten, sich nicht einzumischen. Einmischung verschlimmert in solchen Momenten die Situation des betroffenen Kindes, weil es nun zu all den Problemen, die bereits da sind, auch noch den Stempel „Muttersöhnchen“ verpasst bekommt. Für heranwachsende Jugendliche eine fruchtbare Bezeichnung. Es ist auch nicht von Erfolg gekrönt, das eigene Kind unmittelbar nach Abschluss des Fußballspieles auf das Verhalten der Anderen anzusprechen. Großwerden heißt auch, sich unter Gleichaltrigen zu behauten, heißt seine eigenen Wege und Methoden zu finden, sch Gehör zu verschaffen. Manche Kinder tun das lautstark und energisch, andere eher still und zaghaft.
Eltern haben an dieser Stelle zu lernen, dass es erstens unterschiedlich viel Zeit braucht, bis die eigene Methode gefunden wurde und dass sich diese eigene Methode des Kindes eklatant von der der Eltern unterscheiden kann. Das gilt besonders für die Mütter und Väter, die ihre eigenen Interessen deutlich und lautstark in die Welt tragen. Diese Eltern sind gut beraten, hin und wieder auf ihre Kinder zu hören, die ihnen so manches Mal sagen: „Halt dich da raus“. Sich raus zu halten bedeutet in erster Linie Vertrauen zu haben, Vertrauen in die Tatsache, dass jeder Mensch die Lösung seiner Probleme in sich trägt, dass er manchmal nur Hilfe benötigt, um sie ans Tageslicht zu holen. Hilfe der Eltern kann darin bestehen, das Kind gut zu beobachten, Klarheit über seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu gewinnen und dem Kind immer wieder Gelegenheit zu geben, Erfolgserlebnisse ein zu sammeln. Je schwächer die Fähigkeiten des Kindes sind, umso wichtig ist es, Situationen zu schaffen, in denen es dem Kind gelingt auch mit diesen geringen Möglichkeiten, erfolgreich zu sein. Das fängt z.B. mit der Hilfe beim Tisch decken an und endet unter Umständen irgendwann einmal damit, dass das Kind alleine ein Essen kocht. Das fängt damit an, ihm den Schulweg allein zuzutrauen und es nicht überall hin mit dem Auto zu fahren. Wie hilflos und inkompetent müssen sich Kinder und Jugendliche fühlen, deren Eltern einerseits verkünden: „Das kannst du noch nicht“ und andererseits Dinge erledigen, die die Heranwachsenden genauso gut selbst erledigen könnten. Ein wunderbares Beispiel hiefür sind Mütter, die einerseits über die Unordnung im Kinderzimmer schimpfen, andererseits aber immer wieder bereit sind, dort aufzuräumen und vor allem beim morgendlichen Suchen, der erforderlichen Schulhefte helfen. Ein bestimmtes Verhalten, erzeugt Konsequenzen, diese Konsequenzen gilt es für Kinder zu erspüren. In diesem Fall wirkt es manchmal Wunder, wenn das Kind ohne Hefte in die Schule gehen muss, weil es sie selbst nicht wieder gefunden hat.
Do
26
Apr
2012
Eigene Kinder nehmen uns mit auf eine Reise durch unsere eigene Kindheit, wir erleben die alten Frustrationen, die alten Wünsche und die alten Träume noch einmal hautnah mit. Manchmal sogar intensiver als damals, als wir selbst im Zentrum der Ereignisse standen, denn natürlich wollen wir unsere Brut gerne vor den Erfahrungen bewahren, die so schmerzhaft für uns waren. Vor den Klassenkameraden, die hänseln, die ärgern und ausgrenzen– neu -deutsch heißt das wohl mobben- , vor den Konsequenzen der eigenen Faulheit, die sich in schlechten Noten niederschlägt, vor Erziehern und Lehrer, die scheinbar anderen Kindern mehr Beachtung schenken oder die die positiven Fähigkeiten unseres Kindes nicht wahrnehmen können oder wollen. Vor der Erfahrung, dass manchmal andere Kinder bevorzugt werden, z.B. beim weihnachtlichen Krippenspiel….
Da kann es dann schnell mal passieren, dass Eltern vor Weihnachten gespannt daruf warten, welche Rolle ihrem Sprössling denn zugedacht wird. Je nach Temperament der Eltern wird dann mehr oder weniger intensiv nachgehakt. Und manchmal passiert es dann, das tatsächlich auch das betroffene Kind gefragt wird: „Sag mal: Welche Rolle hättest du denn gerne im Krippenspiel?“
Und dann kann es passieren, dass dieses Kind mit völlig erstauntem Gesichtsausdruck antwortet: „Wieso, gar keine. Ich will gar nicht mitspielen.“
Bei Eltern, die immer noch damit hadern, dass sie damals im Weihnachtsmärchen nicht die Maria oder den Josef spielen durften, eine herbe Überraschung und der
erste Impuls wird tiefes Erstaunen sein.
Gut wenn es dann gelingt, sich mit dem Kind zu freuen, dass keine unliebsame Rolle übernommen werden muss.
Fr
20
Apr
2012
Spätestens in dem Moment, indem Eltern zum ersten Mal ihr neugeborenes Baby im Arm halten, beginnt in ihren Köpfen der Film von der Zukunft dieses winzig kleinen Babys zu laufen. Sie träumen davon, was sie alles mit diesem Winzling unternehmen werden und was sie ihm beibringen wollen. Jahre später haben sie dann hoffentlich begriffen, dass ihr Anteil am Werden des Winzlings nicht darin bestand ihm Anweisungen zu geben, sondern darin bestand, ihn Erfahrungen machen zu lassen. Der Winzling weiß das bereits jetzt und verhilft seinen Eltern zu einer Flut von Erfahrungen, aus denen sie eine Menge lernen konnten.
So haben sie z.B. verzichten gelernt: zunächst auf Schlaf, auf Geld, auf selbst bestimmte Freizeit und später dann auch auf die oftmals erhofften positiven Rückmeldungen Verblüffen heranwachsende Jugendliche doch immer wieder gerne durch ein Verhalten, das signalisiert: es ist selbstverständlich, dass der Kühlschrank gefüllt ist, dass das Auto betankt ist und die Wäsche gewaschen im Schrank liegt. Mit den negativen Rückmeldungen klappt es meistens erstaunlich gut, vielleicht liegt das daran, dass auch hier viel durch Nachahmen gelernt wird.
Eltern lernen Geduld zu haben, geduldig zu warten, wenn die ersten Schritte gemacht werden, wenn auf Spaziergängen jede Schnecke untersucht werden muss und an jeder Blume gerochen wird. Geduldig abzuwarten bis diverse erfolglose Versuche unternommen worden sind, die richtige Sportarten zu finden, das ultimative Musikinstrument oder noch anstrengender der passende Freundeskreis. Der Weg dorthin ist allzu oft gepflastert mit Tränen, Wutausbrüchen und zeitweise ungenießbaren Kindern. Und die wahren Qualitäten der jeweils aktuellen Favoriten erschließen sich Eltern trotz eifrigen Bemühens nur mühevoll. Erwachsene zeigen einfach wenig Enthusiasmus für die Übungsstunden eher unbegabter kleiner Geiger und Geigerinnen, ganz zu Schweigen von Kindergartenfreunden, die dem eigenen Kind beibringen, wie man mit bloßen Händen, die Fische aus dem Aquarium fängt.
Eltern lernen warten, auf das Ende der Trainingstunde, die mal wieder länger dauert, auf die eigenen Kinder, weil sich der Schulbus verspätete oder weil es leider wichtige Dinge gab, die das rechtzeitige Eintreffen am heimischen Herd verhinderten. Warten auf das Ergebnis der Arbeit, die darüber entschied, ob wir den Sommer entspannt im Freibad verbringen würde oder die Vorbereitung auf eine Nachprüfung den Familienalltag bestimmen würde.
Ausdauer zu entwickeln gehört ebenfalls zu den Lernaufgaben der Eltern. Ausdauer ist gefragt, wenn es gilt den eigenen Kindern über Lernhürden hinweg zu helfen oder zum 50.Mal auf der Einhaltung bestehender Familienregeln zu beharren.
In Momenten, in denen es von Seiten der Kinder heißt: „Haltet euch da raus“, lernen Eltern ihr Temperament im Zaum zu halten und nicht gleich zur Rettung der lieben Kleinen loszustürmen. Andererseits bringen Kinder Eltern dazu, sich aus Liebe auf Auseinandersetzungen einzulassen, die sie ohne Nachwuchs niemals begonnen hätten. Und sich aus Liebe mit Dingen zu beschäftigen, die sie vorher noch nie wirklich interessiert haben. Eltern wissen, dass es sich bei einem Tyrannus Saurus Rex nicht um einen römischen Kaiser handelt und dass Blink 182 nicht die Position ein Leuchtboje in der Nordsee ist. Und bekennende Fußballignoranten lernen schnell ein aktives von einem passiven Abseits zu unterscheiden.
Das Wichtigste vielleicht, Eltern lernen Vertrauen, Vertrauen in manchmal extrem anmutende Lern- und Arbeitsweisen, die erstaunlicherweise dann doch letztlich zum Erfolg führen. Vertrauen in einen Schutzengel, das ist immer dann gefragt, wenn Kinder sich und Eltern in Situationen bringen, in denen gar nichts anderes übrig bleibt als darauf zu vertrauen, dass dieser Kerls seine Arbeit richtig machen wird.
Fr
13
Apr
2012
Treffen der Gruppe „Hochsensitivität“ gestern Abend in Osnabrück.
15 Menschen finden Platz in meiner Praxis. Das Thema des Abends Ist:
„Ressourcen erkennen und aktivieren“.
Ich fordere die TeilnehmerInnen auf 5 persönliche Stärken zu nennen, die meisten haben große Schwierigkeiten überhaupt 5 Stärken zu finden, max. 3 fallen Ihnen ein.
Ich bin sicher, wenn ich Freunde dieser Menschen fragen würde, würden viel, viel mehr positive Eigenschaften genannt werden.
Ich fordere den ersten auf, eine Stärke zu nennen, schnell zeigt sich, dass viele andere über genau diese Stärke auch verfügen und dass gerade die genannten Stärken oft auch zu den größten Problemen führen.
Das sagt jemand z.B. „Ich bin sehr zuverlässig“ und es zeigt sich im Verlauf der Diskussion, dass diese Zuverlässigkeit oft dazu führt, dass die Personen von sich selbst verlangen, immer 150% Leistung zu erbringen und sich dadurch selbst überfordern, nur schwer in der Lage sind für sich selbst zu sorgen.
Ja, dieser Punkt kristallisiert sich im Laufe des Abends als der Entscheidende heraus.
Die Bedürfnisse der anderen oder auch sachliche, pragmatische Überlegungen werden wichtiger genommen als die eigenen Bedürfnisse.
Mir kam es so vor, als hätten alle alles Mögliche im Blick, nur nicht sich selber. Selbst wenn der Körper mit Herzrasen und Panikattacken reagiert, ist die Überforderung nur schwer zu stoppen.
Es gilt also an dieser Stelle den Satz von Jesus „Liebe die Anderen wie dich selbst“ wirklich ernst zu nehmen und den zweiten Teil: “wie dich selbst“ nicht aus den Augen zu verlieren. Sich das Recht und die Freiheit zu nehmen „Nein“ zu sagen, auch wenn es einem zunächst ein ungutes Gefühl macht, weil es ungewohnt nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Ich wünsche allen viele Möglichkeiten das „Nein-Sagen“ zu üben.
Mi
04
Apr
2012
Was bedeutet Ostern für Sie? Ein paar freie Tage, an denen man einen Ausflug machen kann, sich mit Freunden oder Familie trifft? Ostereier bemalt und verschenkt, gut isst, die Seele baumeln lässt?
Oder haben sie gefastet in den Tagen vor Ostern, sich innerlich und äußerlich gereinigt, um ein christliches Fest zu feiern, werden in die Kirche gehen zu Ostern, können dem Gedanken der Auferstehung Leben einhauchen?
Auferstehung im christlichen Gedankengut bedeutet, dass der Tod nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines Lebens gesehen werden soll Die meisten Menschen verbinden damit den körperlichen Tod, das Ende des irdischen Lebens.
Aber können wir nicht Tod auch als das Sterben alter Überzeugungen, nicht mehr benötigter Glaubenssätze, neurotischer Verhaltensweisen betrachten? Ein Sterben, dass uns neues Leben bringt? Im wörtlichen Sinn Licht in das dunkle unseres schwer gewordenen Lebens zaubert, weil die Dinge leichter, einfacher und damit heller werden? Das Osterlicht, das in die Kirchen getragen wird, kann dann für jeden zum Symbol dafür werden, das wir dem Leben nur dann voller Freude begegnen können, wenn wir bereit sind, Teile von uns, die nicht mehr benötigt werden sterben zu lassen.
Begrüßen Sie das Licht - Ich wünsche Ihnen lichtvolle Ostertage.
Do
15
Mär
2012
Irgendwann erzählte auf einem Seminar der Referent, die Geschichte von dem kleinen Fischerdorf, in dem die Pelikane von den Abfällen der Fischer lebten. Eines Tages verließen die Fischer diesen Ort und in der folgenden Zeit begannen die Pelikane zu verhungern, weil sie inzwischen verlernt hatten, selber zu fischen.
Tierschützer begannen die Tiere regelmäßig zu füttern. Eines Tages weigerte sich ein neuer Helfer die Tiere weiter zu füttern. Er sagte: „Wenn wir sie füttern, ändert sich nie etwas! Wir müssen hier Pelikane ansiedeln, die noch fischen können, damit die Pelikane, die hier leben, lernen wie man fischt.“ Nach anfänglichem Zögern, wurde diese Idee in die Tat umgesetzt und tatsächlich begannen nach einiger Zeit, die hungernden Pelikane wieder selber zu fischen und die Helfer wurden überflüssig.
Wie oft eilen wir im Leben herbei Menschen zu helfen, sie zu unterstützen, sie mit dem zu versorgen, das sie zum Leben benötigen. Wir fühlen uns gut bei dieser Arbeit, denn schließlich ernten wir Dankbarkeit.
Was könnte sich ändern, wenn wir auf Dankbarkeit verzichten würden und diese Menschen einfach mitnehmen würden, ihnen zeigen würden wie viel Spaß es macht, selbst für sich sorgen zu können. Wenn wir ihnen die Verantwortung für ihr Leben zurückgeben würde, das hieße, sie auch aus ihren Abhängigkeit heraus lösen würden?
Dieses Vorgehen erfordert Geduld, erfordert die Bereitschaft auszuhalten, dass es diesen Menschen eine Zeit langer vielleicht schlechter gehen wird. Es erfordert die Bereitschaft das eigene Handeln in so kleine Schritte zu zergliedern, dass Menschen, denen es fremd ist, uns folgen können.
Es erfordert auch die Bereitschaft, zu erkennen, dass lieben heißt; Menschen die Verantwortung für ihr Handeln nicht abzunehmen.
Fr
09
Mär
2012
Heute Morgen auf dem Weg zur Praxis.
Ich komme an einer kleinen Grünfläche vorbei und da sehe ich sie:
die ersten grünen Spitzen an den Büschen, die dort stehen.
Ich spüre wie ich beginne zu lächeln - innerlich - und äußerlich.
Diese Freude, dieses Strahlen über die ersten Anzeichen des Frühlings begleitet mich durch den Tag.
Haben Sie heute schon hingeschaut?
Di
06
Mär
2012
Schon gemerkt?
Es wird Frühling!
Man kann es riechen, fühlen und sehen. Die Tage werden heller und heller, es wird wärmer, die Krokusse kommen aus der Erde, die Luft fühlt sich milder an.
Die Menschen lächeln wieder- wie schön.
Ja wie schön - genießen wir das eigentlich wirklich?
Oder hechten wir genauso durch unseren Alltag wie immer?
Schnell zur Arbeit, schnell noch etwas einkaufen, Termine, Termine….
Ich finde, der Frühling hat das nicht verdient und wir auch nicht, denn spätestens dann, wenn die Tage wieder kürzer werden, denken wir voller Sehnsucht an diese Zeit zurück.
Deshalb seien Sie rigoros, setzen Sie Prioritäten und gehen Sie nach draußen - es lohnt sich….
Do
01
Mär
2012
Heute morgen am Frühstückstisch. Ich lese de Kritik zum Oscar-prämierten
Margret Thatcher Film.
Bei dem Satz: „Indem sie (die Regisseurin) die Politikerin aus ihrem Erleben, aber nicht aus ihrem Denken begreift, untertreibt sie die Bedeutung als prägender Kopf der Weltgeschichte“ fällt mir fast die Kaffeetasse aus der Hand. Eine Kaskade von Emotion durchflutet mich: Was ist das denn für ein Weltbild? -
In Worte gefasst, schießen mir die folgenden Überlegungen durch den Kopf:
Ich denke, wenn das die Überzeugung vieler Menschen ist, dann wundert es nicht, dass wir so oft in unserer Kommunikation scheitern, weil wir auf die falsche Ursache schauen, die die Welt bewegt.
Di
28
Feb
2012
Morgen Abend Vortrag in meiner Praxis zum Thema: „Hochsensible Kinder und der Schulalltag“.
Bei der Vorbereitung auf das Thema ist mir wieder einmal bewusst geworden, welche Schätze in diesen Kindern schlummern und wie wenig unsere Erziehungsmuster, der Kindergarten oder die Schule darauf Rücksicht nehmen (können).
Unsere ganze Gesellschaft ist der - in meinen Augen - wahnhaften Idee verfallen, dass Logik und Analyse zwingende Voraussetzungen sind, das Leben zu meistern.
2 und 2 ist eben Vier und nicht rot oder 4 x 1 oder die Zahl die vor der Fünf kommt.
Wo kämen wir denn da hin, wenn es nicht allgemein verlässliche Regeln gäbe, auf die wir uns einigen, das fängt bei der Mathematik an und hört bei den Steuergesetzen auf. Spannend finde ich an der Stelle immer, dass es trotz der allgemein anerkannten Notwendigkeit von Gesetzen, ein Volkssport geworden zu sein scheint, in diesen Gesetzen eine Lücke zu finden, die zum eigenen Wohl ausgelegt werden kann.
Wo kämen wir dahin, wenn wir auch Dinge zulassen würden, die nicht messbar, nicht evaluierbar und nicht von Jedem nachprüfbar sind.
Wie sollen es Kinder, die mit einem holistischen Wahrnehmungsstil ausgestattet sind, der die Umgebung genau so detailliert aufnimmt, wie den Kern des Geschehens, schaffen, ihre mehrdimensionale Wirklichkeit in die vorgegebenen eindimensionalen Begriffe zu pressen. Wie sollen diese Kinder ihre Sinneswahrnehmungen, die sich deutlich von den Wahrnehmungen der nicht so sensiblen unterscheiden, beschreiben und ausdrücken können, wenn es dafür kaum Worte gibt und die geäußerten Worte als Phantasiekram abgetan werden. Vor allem wie sollen sie es hinkriegen, wenn sie gleichzeitig so mitfühlend und empfindlich sind, dass sie sich kaum trauen, eine eigenständige Meinung zu äußern.
Ich glaube wir Erwachsenen sind in großem Maße aufgefordert, die Kinder zu erkennen, ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen und ihnen zu helfen, ihren ganz persönlichen Weg im Dschungel von Logik und Analysen zu finden.
Do
23
Feb
2012
Wenn Sie die Punkte des letzten Eintrags aus tiefster Seele bejahen können, dann seien Sie Mann oder Frau genug, zuzugeben, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden haben es verdient.
Für Hochsensitive ist es wichtig, sich selbst die Erlaubnis zum Handeln zu geben und sich selbst in die Lage versetzen, zu glauben, dass sie den Fortgang der Dinge entscheidend beeinflussen können. Gehen Sie deshalb in kleinen Schritten vor. Wenn es Zeit ist zum Handeln, dann kann das bedeuten die Firma zu verlassen, es kann aber auch bedeuten in der Firma oder an der eigenen Situation etwas zu verändern.
beobachten Sie sich selbst bei der Arbeit: Haben Sie zu viel Stress, weil sie zu wenig Pausen einlegen oder weil Sie sich nicht mehr mit den Unternehmenszielen identifizieren können?
Mo
20
Feb
2012
Sonntagabend Blues
Am Sonntagabend fühlen Sie sich vielleicht wie ein leeres Blatt. Manchmal zappen sie lustlos durch die TV-Programme, chatten ein bisschen am Computer, blättern in einer Zeitung, haben jegliches Interesse an einer anregenden Aktivität verloren. Sie beginnen vielleicht sogar den Sonntagabend zu hassen.
Oft fällt es den Menschen schwer zu erkennen, dass es eigentlich die Angst vor dem kommenden Tag, dem Montag ist, der sie so lustlos macht. Der Eifer und die Freude, die sie einst gespürt haben, wenn sie an ihre Arbeit gingen, ist verflogen, zurück geblieben ist Angst und Schmerz , der sie alt macht, sie wünschen lässt, einfach nicht mehr da zu sein.
Unsere Körper haben wunderbare Alarmsysteme, die uns nicht nur vor Gefahr warnen, sondern auch klar signalisieren, ob uns etwas gut tut oder nicht. Dieses Alarmsystem warnt uns mit Hilfe des Gefühls: „Das ist nicht richtig für mich“. Diese innere Alarmanlage. diesen Instinkt zu ignorieren, geschieht immer auf eigene Gefahr. Wenn eine kleine Stimme in Ihnen immer wieder sagt: „Beweg dich“, dann sollten sie aufhorchen und beginnen diese Stimme ernst zu nehmen. Denn sonst laufen Sie Gefahr in einem Burn-Out zu landen, weil Sie wieder und wieder alle Anzeichen drohender Gefahr ignorieren.
Erlauben Sie der Leichbtigkeit wieder Einzug in Ihr Leben zu halten.
Denn wie heißt es so schön im Jin-Jin-Jiutsu einer japanischen Lehre vom Energiefluss: „Alles was nicht leicht ist , ist ohne Bedeutung.“
Di
14
Feb
2012
Lutherhaus Osnabrück, die erste spirituelle Messe in Osnabrück öffnet um 11 Uhr ihre Pforten. Eine bunte Truppe von Ausstellern hat seit Stunden Stände aufgebaut und alles für die Besucher vorbereitet. Entspannte Erwartung liegt in der Luft - wie viele Menschen werden kommen uns sich für Themen interessieren, die nicht der normalen Alltagswahrnehmung entsprechen? Die Menschen, die für die ersten Vorträge gleich um 11 Uhr vorgesehen sind, äußern die Befürchtung, dass vielleicht noch niemand da sein wird um ihnen zuzuhören.
Um 10.45 werden bereits die ersten Besucher hineingelassen und von der ersten Minute an beginnt ein nicht endender Strom an Besuchern. Die ersten Vorträge haben so viele Besucher, dass alle Plätze im Vortragsraum besetzt sind.
Menschenmassen schieben sich durch die engen Gänge, informieren sich und lassen sich an einzelnen Ständen mit Klängen oder Massage verwöhnen, Chakren öffnen oder astrologisch beraten.
Ich stehe an meinem Tisch und versuche das Kunststück hinzubekommen, mich den interessierten Menschen zu öffnen und mich gleichzeitig gegen die auf mich einströmenden Energien abzugrenzen. Im Verlauf des Tages gelingt das mal besser und mal schlechter. Ich frage mich, was tun wir da eigentlich gerade?
Wir, die den Menschen helfen wollen, den Weg in die Stille, den Weg zu sich selbst zu finden. Für diese Wege braucht es Zeit und Ruhe und Raum und all das ist heute hier an diesem Sonntag nicht zu finden. Andererseits ist es erfreulich zu sehen, wie viele Menschen sich auf den Weg gemacht haben, neue Dinge zu entdecken, Spiritualität suchen. Ist es ein Geschenk zu erleben, dass so viele Menschen offen für Neues sind und die Bereitschaft zeigen, bislang gewohnte Wege zu verlassen.
Ich hoffe sehr, dass sie alle sich nicht durch die Unruhe und die Massen irritieren lassen und dem- oder derjenigen begegnen können, die ihnen eine Hilfe auf ihrem weiteren Weg sein können.
Die Aussteller jedenfalls geben ihr Bestes und bleiben trotz der Belastung ruhig, gelassen und freundlich und schaffen auf diese Weise die bestmögliche Atmosphäre im Raum. Es ist zu spüren auf allen Ebenen.
Mi
08
Feb
2012
Gibt es einen überhaupt Unterschied zwischen Empathie und Sympathie?
Wodurch unterscheiden sich die beiden?
Zur Sympathie lässt sich sagen:
Empathie dagegen heißt:
Es gibt Momente, in denen ist zweifelsohne Sympathie gefragt, in denen meisten Fällen ist empathisches Handel aber die bessere Lösung.
Fr
03
Feb
2012
Lebhafte Diskussion über das Thema Moral und Ethik im Geschäftsleben- was darf, was darf man nicht. Wie so so oft erlebe ich, dass alle mit der Verteidigung ethischer Grundsätze schnell bei der Hand sind: Es fallen Sätze wie: "Das tut man einfach nicht" - "Das ist unmoralisch" - Da hat jemand völlig das Gefühl dafür verloren, was richtig und was falsch ist". Sätze die mit "Ja, vielleicht hat sie das anders gesehen" oder "Ich kann verstehen, dass es in einer bestimmten Situation schwierig ist, sich zu entscheiden" werden als unqualifiziert vom Tisch gefegt. Natürlich dürfe jeder Fehler machen, aber bitte nicht im Geschäftsleben, nicht in der Politik und in der Kirche schon gleich gar nicht. Von diesen Personen könne man doch wohl erwarten, dass sie immer und jederzeit wissen was sie tun.
Ich sitze dann immer da, höre mir die Wogen an und sehe vor meinem geistigen Auge Menschen. Menschen, die Geschäfte machen, Menschen, die Politik machen, Menschen, die sich der Kirche verschrieben haben. Menschen mit all ihren Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten, Hoffnungen, Wünschen und Ansprüchen.
Menschen, die sich bemühen ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und natürlich auch Menschen, die erwarten, dass andere ihren Ansprüchen gerecht werden. Menschen, die gute Arbeit leisten und solche, die schlechte Arbeit leisten.
Je vehementer die Anforderungen vorgetragen werden, umso skeptischer werde ich. Denn die Lebenserfahrung hat mich auch hier gelehrt: "Hunde, die bellen beißen nicht."
Und manchmal erlebe ich dann, kurz nach der Diskussion oder einige Zeit später, dass die rigorosen Befürworter hoher moralischer Ansprüche in Moment einer Entscheidung, sich so entscheiden, dass zunächst einmal ihr persönliches Wohlergehen Berücksichtigung findet.
Wo fängt Moral an?
Mi
01
Feb
2012
Sucht man bei der Social Community „Xing“, einer Plattform im Internet, die geschäftliche Netzwerke schafft, nach Gruppen zum Thema „Spiritualität“ so werden ca. 90 Gruppen angezeigt, die Titel
tragen wie:
The spirit of finance - Spirituelle Finanzberatung
Bildung und Spiritualität
Angewandte Spiritualität für Unternehmer und Selbständige
Dieses Thema scheint die Menschen zu interessieren, in den Gruppen wird lebhaft diskutiert. Das Bedürfnis nach mehr Sinn im Leben als Geld verdienen und Karriere machen, ist spürbar. Und doch ist
die Diskussion geprägt von Menschen, die ziemlich abgehoben, völlig alltagsuntaugliche Vorschläge machen, von Menschen, die dagegen halten und darauf pochen, dass allein nur die
Naturwissenschaften ihre Berechtigung haben. Völlige Uneinigkeit besteht darüber, was denn nun eigentlich unter „Spiritualität“ zu verstehen ist.
Wikipedia sagt dazu:
Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgr. ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller
Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer
geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.
Nimmt man das als Grundlage, dann soll also die Verbindung zwischen den Dingen unseres täglichen Lebens, z.B. der Bildung oder den Unternehmen hergestellt werden. Dem Leben, das wir führen
Bedeutung eingehaucht werden, weil wir spüren, dass die Dinge, die wir tun, oftmals keine Bedeutung haben - „Sinn“los sind.
Oft entsteht dabei bei mir der Eindruck, dass die Menschen glauben, es reiche aus den „Spirit“ zu mit dem Kopf zu begreifen. Es reiche aus darüber reden zu können, es reiche aus, sich ein
Weltbild zu Recht zu zimmern, das Erklärungen liefert, mich aber nicht dazu zwingt, entscheidende Änderungen in meinem Leben vorzunehmen.
Wenn „spiro“ heißt „ich atme“, dann bedarf auch Spiritualität des Ein- und Ausatmens. Den Atmen des Universums aufzunehmen und loszulassen. Das kann ich nur dann tun, wenn ich in meinem Handeln
nicht anderen die Luft zum Atmen nehme. Wenn ich offen bin, bei mir bleibe, andere nicht be- und entwerte. Die ethischen und moralischen Ansprüche, über die ich diskutiere auch im Alltag lebe -
immer und ausschließlich, nicht nur manchmal, wenn es mir in den Kram passt und mir keine Nachteile bereitet. Das ist langfristig nicht anstrengend, denn wie viel Energie könnte von jedem
einzelnen eingespart werden? Energie, die im Augenblick für Abwehr, sich durchsetzen, Ansprüchen folgen und Konkurrenzverhalten vergeudet wird.
Das bedeutet, dass wir alle uns von Verhaltensmustern und Überzeugungen wie: „Das hat sowieso keinen Zweck“ oder „Die Welt ist eben so“ verabschieden.
Es beginnt mit jedem Einzelnen - denken Sie daran.
Do
26
Jan
2012
Der 60. Geburtstag einer Freundin, große Runde am Tisch. Ich treffe zum ersten Mal Menschen mit denen die einzige Gemeinsamkeit das Geburtstagskind ist.
Ein Mann in der Runde zieht die Aufmerksamkeit mit Bemerkungen auf sich, die er augenscheinlich für boshaft und interessant hält. Ich bin ein wenig irritiert, denn in seinen Augen fehlt das
Glitzern, das normalerweise solche Bemerkungen begleitet.
Es entspinnt sich mit den am Tisch anwesenden Ärzten eine Gespräch über das Krankenkassensystem. Es wird lebhaft diskutiert, dieser Mann wirft immer wieder energisch vorgetragene Behauptungen wie
„ Es gibt eben nur einen Kuchen, der verteilt werden kann!“ in den Raum aber er diskutiert nicht wirklich. Diskussion, das beruht auf dem lat. „discutere“ und bedeutet untersuchen,
erörtern, besprechend erwägen. Von Erwägen kann hier nicht die Rede sein, denn er ist in seiner Meinung unerschütterlich und augenscheinlich nicht bereit auch nur einen winzigen anderen Gedanken
zuzulassen. Ich liebe Diskussionen und gerate dabei sogar manchmal in eine Situation in der mein Temperament dominiert. Hier nicht, im Gegenteil, ich werde innerlich ruhiger und ruhiger, wie
erstarrt, meine Schlagfertigkeit, meine Denken, dass eigentlich immer ein neues Argument findet, scheint mich zu verlassen. So, als würde ich von der inneren Haltung dieses Mannes erfasst. Starr
und ohne Variationsmöglichkeit. Erstaunt registriere ich diesen „Anfall“ und weiß, ja so geht es einem, wenn man hochsensitiv ist, dann springen die Spiegelneurone besonders schnell und besonders
intensiv an.
Mo
23
Jan
2012
Manchmal ganz plötzlich sind sie da die „Magischen Momente“ im Geschäftsleben.
Da sitzt man gemeinsam mit anderen in einem großen netten Tagungsraum in einem Hotel, unterhält sich mit den Tischnachbarn über dieses und jenes, alles ganz entspannt. Und dann, ja dann schaut
einen das Gegenüber sehr intensiv an und stellt eine Frage: „Sind sie davon betroffen?“ Hinter dieser Frage liegt echtes Interesse und eigentlich schon das Wissen um die Antwort, verbunden mit
der eigenen Zustimmung: „Ja, ich bin es auch (nämlich hochsensitiv)“.
Ja natürlich, denn sonst hätte er es ja nicht aus meinem kurzen Statement zur Hochsensitivität herausspüren können.
Und in diesem Moment geht sie auf die Tür vom Herzen zum Herzen, der Focus liegt nur noch auf dem Gegenüber, die Menschen um mich herum treten in den Hintergrund. Das Gespräch wird mit
wenigen Worten sehr intensiv.
Vordergründig reden wir über den Sänger der gerade aufgetreten ist, über menschliche Schatten und über therapeutische Arbeit, in Wirklichkeit aber erkennen wir uns auf einer Ebene, die der
Sprache nicht zugänglich ist, einer Ebene, die unserem holistischen Denken entspricht. Wir erzählen uns einen Roman, der mit den Ohren nicht zu hören ist.
Diese Sequenz dauert nicht lange, 5, vielleicht 10 Min. Dann steht mein Gegenüber auf und verabschiedet sich, wir tauschen keine Visitenkarten und ich weiß nicht einmal seinen Namen, den er saß
zu weit weg,als dass ich hätte das Namenschild lesen können. Aber das ist auch nicht wichtig.
Fr
20
Jan
2012
Gestern Abend bei FrauTV im WDR-Fernsehen, ein Bericht mit dem Titel:
„Abhängig vom Medium“. Geschildert wird der Fall einer Frau, die von den
Hinweisen einer Lebensberaterin, die sich selbst als Medium bezeichnet, so abhängig wurde, dass sie diesen Ideen kritiklos folgte.
Das ist sehr schmerzlich für diese Frau gewesen und sie musste sich irgendwann eingestehen, dass sie sich auf einem Irrweg befand.
Gut wenn Fernsehbeiträge solche Irrweg beschreiben, schlecht wenn diese Beiträge mit dem Unterton, Esoterik ist Scharlanterie und wirkliche Heilung gibt es nur bei Psychotherapeuten
daherkommen.
Ich vermisse in solchen Beiträgen immer die Recherche danach, wonach hat diese spezielle Frau gesucht, was wollte sie eigentlich finden als sie sich auf den Weg zu einem Medium gemacht hat.
Sicherlich gab es in ihrem Leben eine Lücke, eine Sehnsucht, die sie gerne füllen wollte und leider ist sie bei dieser Suche an die Falsche geraten. An eine Frau, die skrupellos manipuliert hat.
Solche Menschen gibt es immer wieder, sie sind Lehrer, Anlageberater, Polizisten, Politiker, Ärzte, Autoverkäufer oder üben einen ganz anderen Beruf aus.
Es gilt ihre Manipulationsversuche zu durchschauen und ihnen zu widerstehen. Dazu braucht es Menschen, die in der Lage sind selbstständig Urteile zu fällen.
Menschen, denen das schwer fällt werden leichter zum Opfer dieser Manipulierer. Das hat mit ihrem Persönlichkeitsmuster zu tun, das hat aber gar nichts mit der Idee zu tun, der der Mensch, der
manipuliert anhängt.
Ken Wilber sagt: „Niemand ist so intelligent, dass er zu 100% dummes Zeug erzählen könnte. Alles, das in der Welt ist ein bisschen richtig“.
Esoterik hat eine lange Tradition, sie fängt bei Pythagoras an und hört bei C.G. Jung nicht auf und es gilt diese philosophische Richtung anzuschauen, zu diskutieren, vielleicht zu
verwerfen oder wenn man mag in seinen Alltag zu integrieren. Das gilt für die Esoterik genauso wie für alle anderen Philosophien und Religionen dieser Welt. Nicht jeder will katholisch sein
und der Hinduismus kann auch nicht alle Menschen überzeugen. Dafür braucht es weise und rechtschaffene Lehrer und Lehrerinnen, die sich trauen einfach voranzugehen, die ein nachahmenswertes
Beispiel abgeben und die ihre eigenen Wahrnehmungen und Überzeugungen immer wieder auf den Prüfstand stellen.
Ich wünsche Allen ein tolerantes Wochenende
Di
17
Jan
2012
Lönneberga, die Gegend, in der der Michel, der in Schweden im übrigen Emil heißt, zu Hause ist. Ankunft bei Vollmond, ein magischer Moment. Die Kraft der schwedischen Landschaft ist fast
körperlich zu spüren. Sie strahlt Ruhe und die Souveränität von Tausenden von Jahren aus. So friedlich wie die Landschaft sind die Menschen, entspannt, großzügig, zugewandt, nehmen Raum ein - wie
selbstverständlich und ich frage mich, liegt das an dieser Landschaft?
Wird man so, wenn es immer genug Raum für jeden Einzelnen gibt?
Ich fühle mich aufgehoben in Mitten dieser Mensch, die eine mir fremde Sprache sprechen, so als hätten sie alle die Kraft und genug Raum, um mir meinen Raum zu lassen. Ich denke, was für ein
wunderbares Land für alle HSP: Ruhe und wenig Außenreize.
Und ich frage mich, was könnten wir tun, um uns zumindest innerlich diesen Raum zu erobern, wenn er uns außen schon nicht zur Verfügung steht?
Was brauchen wir, um innerlich so stark zu werden, damit wir diesen für Andere spürbaren Raum um uns herum entwickeln können, damit wir durch uns selbst geschützt sind und die anderen Menschen
unsere Grenze nicht missachten?
Fragen, deren Lösung sicherlich für jeden an einer anderen Stelle liegt. Aber die Antwort fängt mit der Frage an.
Also fragen Sie sich doch einmal: Was brauche ich, um Raum einzunehmen?
Sa
07
Jan
2012
Manche Menschen lieben es ihrem Alltag Ordnung und Struktur zu geben, andere bevorzugen eher chaotische Zustände. Und dann gibt es noch die Gruppe, die Ordnung und Struktur bevorzugt, aber permanent dem Chaos ausgesetzt ist, zu Hause oder im Job.
Menschen, die alleine leben sind es gewöhnt, dass die von ihnen erdachte Alltagsplanung im Normalfall in ihrem Privatleben zumindest weitgehend eingehalten wird. Es gibt ja Niemand, dessen Vorstellungen an ihre angepasst werden müsste. Das bedeutet sie können ganz alleine entscheiden, ob sie das Chaos oder die Ordnung wählen.
Anders die Menschen, die in einer Partnerschaft, einer WG oder gar mit einer großen Familie leben. Sie sind tagtäglich, immer wieder neu gezwungen Pläne zu ändern, weil irgendjemand in ihrem Umfeld ihnen einen Strich durch die Rechnung macht. Da können dramatische Dinge wie z.B. Unfälle oder Krankheit passieren oder Kleinigkeiten, die eigenen Pläne durchkreuzen: „Du Schatz, ich hab mir überlegt, wir könnten doch heute …“.
Diese Momente, so herausfordernd sie sind, werden auf ganz unterschiedliche Weise gemeistert: genervt mit langen Schimpftiraden, still und schicksalsergeben oder lächelnd mit Humor, voller Freude und Dankbarkeit darüber, dass es Wesen gibt, die einem so nahe sind, dass das eigen Leben davon entscheidend bestimmt wird.
Auch hier gilt der Satz: Wir werden nicht durch die Dinge beunruhigt sondern durch unsere Meinung darüber.
In diesem Sinne: Den nächsten Blog gibt es erst am 17.1.2012.
Do
05
Jan
2012
Gestern Abend in den Tagesthemen:
Ein sehr smart wirkender Vertreter einer Kommunikations-Agentur spricht über das Verhalten von Christian Wulff. Es fällt der Satz: "Performance ist alles". Ich weiß nicht, ob ich in diesem Moment weinen oder lachen soll, ich bin fassungslos. Fassungslos über die Selbstverständlichkeit mit der dieser Satz ausgesprochen wird , fassungslos darüber, dass er vermutlich zumindest für Teile der Bevölkerung Recht hat.
Aber eben nur für Teile, für all die Hochsensitiven unter uns gilt das nicht. Im Gegenteil,
uns geht es schlecht mit dieser Äußerung.
Der Grund: HSP fällt es einerseits schwer selbst eine Performance zu inszenieren und andererseits, spüren sie die Gefühle und den Zustand anderer Menschen so intensiv, dass sie vom unter Umständen entstehenden Widerspruch zwischen Performance und tatsächlichem Sein völlig irritiert sind. Sie wissen, irgendetwas stimmt hier nicht, können es aber oft nicht genau erklären, da sie die Wahrheit in diesen Momenten meistens nicht kennen. Das ist anstrengend und frustrierend, besonders dann, wenn sie in solchen Momenten alleine mit ihrem Gefühl dastehen. Wie so oft besteht in diesen Situationen die Kunst darin, loszulassen.
Es gilt bei sich zu bleiben, anderen zu helfen, die eigene Wahrnehmung zu verbessern und mit gutem Beispiel voranzugehen.
Di
03
Jan
2012
In den ersten Tagen liegt der Kalender des neuen Jahres fast jungfräulich vor uns.
Wenn wir nicht zu den begehrten Menschen gehören, deren Terminkalender zwei Jahre im Voraus gefüllt sind, dann sind erst wenige Termine eingetragen. Es schauen uns mehr leere als gefüllte Blätter entgegen. Wir haben den Eindruck, es gäbe Freiraum, denn wir beliebig füllen könnten. Aber können wir das wirklich?
Gerade die Hochsensitiven unter uns leiden oftmals sehr unter fremd bestimmter Zeiteinteilung. Gezwungen zu werden, sich an die Vorgaben anderer anzupassen, verursacht geradezu körperliches Unwohlsein. Die dringend erforderlichen Ruhephasen nicht zu bekommen, weil vermeintlich wichtige Termine dem entgegenstehen, führt oft genug dazu, dass diese Menschen völlig überreizt sind, sich von ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit meilenweit entfernen und im schlimmsten Fall krank werden.
Ein Grund dafür liegt in der Tatsache, dass häufig gerade die Sensiblen viel, manchmal zu viel, Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer nehmen. Die Anforderungen der Umwelt sind wichtiger als die eigenen Erfordernisse.
Auf sich selbst aufzupassen, seine eigenen Bedürfnisse Wert zu schätzen, beginnt damit, sich die eigenen Termine zurückzuerobern, z.B. in der Form, dass wichtige Termine mit sich selbst als Erstes eingetragen werden, um die Zeiten für erforderliche Ruhepausen zu blocken.
Wie selbstverständlich sagen wir: „Da kann ich nicht, da treffe ich mich mit Frau Sowieso“. Können Sie mit der gleichen Selbstverständlichkeit sagen: „Da kann ich nicht“, weil sie wissen, da habe ich einen Termin mit mir selber!
Sa
31
Dez
2011
Was bleibt, in den letzten Stunden des ablaufenden Jahres?
Das Jahr noch einmal Revue passieren lassen, was war gut - was war schlecht?
Überlegungen anstellen, was sollte sich ändern im kommenden Jahr, was darf so bleiben wie bisher? Sich herausbewegen aus der Gegenwart und mit seinen Gedanken in die Vergangenheit oder die Zukunft wandern?
Oder den Übergang bewusst genießen, still werden, Rituale zelebrieren und anschließend fröhlich und vergnügt oder auch still und leise Mitternacht begegnen.
Wie auch immer, ich wünsche allen einen „wunder“-vollen Übergang in das Jahr 2012, in dem sich alle Ihre Wünsche erfüllen mögen.
Mi
28
Dez
2011
Zwischen den Jahren, eine Zeit, die geprägt ist von viel Arbeit, wenn man z.B. im Einzelhandel oder im Rechnungswesen eines großen Betriebes tätig ist. Eine Zeit, in der man vielleicht Urlaub hat , lange schläft, bummeln geht, Sport treibt, sich mit Freunden trifft. Eine Zeit, in der man Jahresrückblicke im Fernsehen sieht und sich verwundert fragt: „Ach, das war erst dieses Jahr?“. Eine Zeit, in der man das eigene vergangene Jahr Revue passieren lässt: was ist gut gelaufen, wo wünsche ich mir im nächsten Jahr eine Veränderung. So, als würde mit dem Jahreswechsel eine neue Zeit beginnen, so, als könne man Sylvester um 24 Uhr die „Reset“-Taste drücken und alles stände wieder auf Anfang. Gute Vorsätze werden gefasst und bis zum 3. Januar auch eingehalten…
Viele erliegen dem Zauber dieser Tage, die uns in eine Übergangsphase versetzen, die uns und unsere Wünsche, unsere Vorstellungen, unser Verhalten - wenn wir sie gut nutzen - einer Inspektion unterziehen. Eine Phase, in der wir uns und unsere Lebenssituation einer Prüfung unterziehen. Gut, wenn diese Inspektion dazu führt, unseren Anteil am Geschehen zu erkennen, zu reflektieren und ggf. Veränderungen einzuleiten. Nur wenn wir unsere Einstellungen, unsere Glaubenssätze, unser Verhalten verändern, haben wir eine Chance, dass unsere Wünsche für 2012 sich erfüllen. Wenn wir gleich denken, gleich fühlen und uns gleich verhalten, dann werden wir auch die gleichen Ergebnisse erzielen wie 2011.
Einstellungen und Glaubenssätze zu verändern ist oftmals eine Lebensaufgabe, die sich nicht in der Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester bewältigen lässt. Aber diese Zeit eignet sich sicherlich besser als andere Zeiten im Jahr, Bilanz zu ziehen und Veränderungen einzuleiten. Gönnen Sie sich diese Zeit.
Sa
24
Dez
2011
Endlich ist es so weit, der Heiligabend ist da.
Vormittags noch die Reste einkaufen, den Baum schmücken, letzte Geschenke einpacken, Essen vorbereiten. Trubel in allen Räumen. Früher als die Kinder noch klein waren, hieß es gleichzeitig aufgeregte Kinder, die immer wieder versuchten einen Blick ins abgeschlossen Wohnzimmer zu werfen, so zu beschäftigen, dass die Aufregung handelbar blieb... Das Christkind kommt!
Mittagessen fällt heute aus und dann kommt er, der Moment, so gegen 14 Uhr. Dieser Moment. der sich immer wieder so anfühlt als würde man von der einen Welt in die andere Welt eintreten. Alles wird ruhig, es ist zu spüren, dass die Geschäfte geschlossen sind, der Autoverkehr wird weniger, die Welt kommt spürbar zur Ruhe. Ich habe dann immer den Eindruck, dass selbst die Geräusche leiser werden- so als würde eine große Decke liebevoll über Menschen und Dinge ausgebreitet.
Der Moment zwischen dem Alltag und dem Weihnachtsritual: Kirche, Bescherung, Essen, Gesellschaftsspiele spielen.
Unabhängig von der Faszination der Feierlichkeiten am Abend ist es für mich immer gerade dieser Moment, der Weihnachten fühlbar macht: Erwartungsvolle Stille
Ich wünsche allen Lesern, dass sich Ihre Erwartungen erfüllen und das Licht der Weihnacht für Sie sichtbar und spürbar wird.
Do
22
Dez
2011
Der Weg beginnt für mich Ende Juli, dann, wenn es plötzlich am Morgen schon irgendwie nach Herbst richt, eine ganz zarter leiser Vorbote spürbar wird. Diese Vorboten verstärken sich im August, wenn allen Menschen plötzlich bewusst wird, es wird früher dunkel. Wenn im September die Freibäder schließen und die Tage noch kürzer werden, fühle ich einen gewissen Unmut: Nein, ich will das auch in diesem Jahr nicht, diese Dunkelheit.
Schön wäre es, man könnte jetzt auswandern für ein halbes Jahr in die Wärme, ins Licht. Dabei machen wir uns nicht klar, je mehr Wärme, je näher am Äquator, umso früher geht die Sonne unter. Direkt am Äquator jeden Tag um 18 Uhr.
Bleiben wir hier, dann werden wir in die Dunkelheit gezwungen, es wird dunkler und dunkler. Besonders schlimm scheint es immer im November zu sein, da liegt die lange Zeit der Dunkelheit fast endlos vor einem. Im Dezember dann, wenn die Weihnachtsmärkte da sind, wenn überall Kerzen und Lichter leuchten bekommt diese Dunkelheit eine andere Qualität. Das Licht wird sicht- und spürbar. Es zeigt sich das wir in der Dunkelheit ein Licht entzünden können.
Und irgendwann dann kommt sie - die Wintersonnenwende - und es wird wieder heller.
Dieser Momente war in diesem Jahr heute früh, am 22.12.2011 um 6.30 Uhr.
Ich feiere jedes Jahr diesen Moment mit einem tiefen Seufzer, mit dem Gefühl "Das Schlimmste liegt hinter uns" - "Das Licht kommt zurück"
Ja, das ist Weihnachten: Das Licht kommt
Freuen Sie sich darauf!
Mo
19
Dez
2011
Weihnachtskonzert in der Kirche im Nachbarort
Traditionell treffen sich dort die Kirchenchöre und Musikgruppen der dörflichen Gemeinde zum gemeinsamen Konzert am Wochenende vor Weihnachten.
Der Altarraum und die Empore sind gefüllt mit singenden und musizierenden Menschen, die Kirche gefüllt mit lauschenden und ab und zu mitsingenden Menschen, Jungen und Alten. Man kennt sich. Man kennt den Nachbarn in der Bank genauso wie die Mitglieder der Musikgruppen. Es ist wenig Überraschendes zu erwarten. Dargeboten werden traditionelle Kirchenlieder genauso wie Lieder aus fernen Ländern zur Weihnacht, Gospelstücke oder auch Stücke aus den Aufführungen des vergangenen Jahres. Der Kantor, verantwortlich für 2 Chöre, die Bläser-Gruppe und das Flötenensemble hüpft irgendwie von Gruppe zu Gruppe. Hektik ist ihm nicht anzumerken, außer vielleicht daran, dass er entgegen seiner sonstigen Art die überleitenden Texte abliest, statt sie frei zu sprechen. Wenn man weiß, dass er n den frühen Morgenstunden das Programm noch einmal umstellen musste, weil die Hälfte der eingeplanten Musiker vorweihnachtlich erkrankt ist, dann kann man nur staunen, wie es gelingt dieses Konzert reibungslos ablaufen zu lassen.
Die Menschen in den Kirchenbänken lassen sich von der Musik in die Weihnachtsstimmung tragen, einhüllen von Stimmen, Flötentönen und Trompetenstimmen, die dem Blues erstaunlich nahe kommen. Wie immer beginnt für mich mit diesem Konzert das Einstimmen auf Weihnachten und ich stimme der Pastorin aus vollem Herz zu, die am Schluss bemerkt: Dieses Konzert öffnet die Tür zur Weihnacht.
Ich sitze in meiner Bank und denke, da sind so viele unterschiedliche Menschen dort gemeinsam im Altarraum, mit all ihren unterschiedlichen Wünschen, Ansprüchen, Erwartungen und Erfahrungen.
Menschen, die in diesem Moment vermutlich mehr oder weniger zufrieden sind mit der Aufführung. Vielleicht hat an der einen oder anderen Stelle ein Einsatz nicht geklappt, wurde etwas nicht so gesungen wie es eingeübt war, gelangt es heute nicht die Instrumente so zusammen zu bringen wie es erforderlich gewesen wäre. Vielleicht haben sogar einzelne Besucher etwas davon bemerkt, aber es spielt keine Rolle.
Denn wichtig ist einzig und allein, dass es gelungen ist, diese große Gruppe von Menschen zu einem gemeinsamen Konzert zusammen zu bringen, dass handgemacht Musik entstanden ist. Und - dass es gelungen ist die Menschen im Kirchenraum auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Dass es gelungen ist die Tür zu öffnen.
Und ich denke, es sind diese unspektakulären, traditionellen Gemeinschaftserlebnisse, die das Leben lebenswert machen, die es in unseren Herzen Weihnachten werden lässt.
Fr
16
Dez
2011
Gut 8 Tage noch bis Heiligabend. Im Radio laufen die Advents- und Weihnachtslieder genauso wie in den Geschäften in der Stadt. Überall in den Auslagen der Geschäft blickt uns Geschenkpapier, Schleifen, Glitzer und Tannenzweige entgegen. In den Zeitungen finden wir Rezepte für das Weihnachtsessen genauso wie Tipps für Lastminute-Geschenke oder den richtigen Umgang mit unliebsamen Verwandten an den Festtagen. Es entsteht der Eindruck wir bereiten uns auf Weihnachten vor! Aber was heißt das eigentlich: sich auf Weihnachten vorbereiten?
Reicht es, Geschenke zu kaufen, das Haus zu putzen, das Essen für die Feiertage zu planen und vorzubereiten? Reicht es Weihnachtslieder zu hören und dabei die Schlagzeilen der Zeitungen zu lesen: „Wulf in Bedrängnis“ oder auch „ Tote in Lüttich“ ?
Von welcher der beiden Informationen, die da im gleichen Moment unsere Sinne erreichen lassen wir uns wirklich berühren? Ich vermute von keiner von beiden. An beide sind wir einfach gewöhnt: „Das ist eben so“.
Wir schalten das Radio aus, legen die Zeitung aus der Hand und machen anschließend unseren Kindern Vorwürfe wegen des Ergebnisses der letzten Klausuren. Wir regen uns auf und sind wirklich berührt. Berührt weil unser Plan für das Kind nicht aufgegangen ist, weil wir Angst haben, das die Kinder dem Druck des Lebens (so wie wir ihn sehen) nicht standhalten können, weil etwas geschehen ist, über das wir keine Kontrolle haben. Weil unsere Gefühle unmittelbar beeinflusst und berührt werden. Weil unsere Kinder ein Teil von uns sind.
Lassen wir uns so sehr auf Weihnachten ein, dass es ein Teil von uns werden kann?
Di
13
Dez
2011
Können Sie sich noch an die Zeit erinnern als sich die Stunden bis zum heiligen Abend dehnten, wie ein Gummiband an dem 10 Leute ziehen? An eine Zeit, in der man einerseits vor Aufregung kaum Luft bekam und gar richtig wusste wie man denn die verbleibende Zeit bis zum Geschenke auspacken überstehen sollte? Sich bereits ausmalte wie es sein würde, wenn die heissersehnte Puppe, das sehnsüchtig gewünschte Feuerwehrauto endlich berührt werden könnte? Eine Zeit, in der sich alles Denken auf den Heiligabend fokussierte? Weil es draußen früh dunkel wird in dieser Zeit, weil es kalt ist, vielleicht regnet und stürmt sind die Möglichkeiten für ein kleines Kind sich abzulenken stark eingeschränkt. Da gab es dann eben auch Momente, die so langweilig waren, dass - wie ein bekannter Fernsehmoderator- kürzlich sagte: Man die Knochen wachsen hören konnte.
Momente, in denen das Kind ganz allein auf sich zurückgeworfen ist, allein mit seiner Sehnsucht , seinen Wünschen, seiner Erwartung. Momente, die auch die Zeit bieten, mit den Eltern, den Geschwistern, Freunden über diese Gefühle zu sprechen. Beim Plätzchen backen genauso wie beim adventlichen Kaffee trinken. Viele Augenblicke, in denen es nicht möglich war sich mit Fernsehen, Nintendo spielen oder chatten im Internet abzulenken. In diesen Momenten sind wir gereift - ruhig und friedlich - ja, wie Obst in der Sonne reift.
Haben Kinder heutzutage diese Reifezeit noch?
Auch das ist Advent: nicht nur darauf zu warten dass das Kind geboren wird sondern auch darauf zu warten, dass es wächst. - in Ruhe.
Fr
09
Dez
2011
Genuss
Weihnachtsmärkte mit all ihren Süßen, Gehaltvollen, Alkoholischen oder künstlerischen Verlockungen kosten Geld, wenn man sie richtig genießen will. Stimmt das
Was wäre, wenn ich mit all meinen Sinnen, ohne einen Pfennig Geld in der Tasche einen Bummel über den Weihnachtsmarkt machen würde?
Mit offenen Augen, mit denen ich mich an all den angebotenen Sachen satt sehen könnte. Ich könnte sie in Ruhe beobachten:
Mit offenen Ohren könnte ich hören und vielleicht schließe ich dabei die Augen
Unter meinen Füßen könnte ich das Pflaster spüren, vielleicht liegt auf meinem Markt ja auch Kopfsteinpflaster und es gäbe besonders viel zu spüren.
Mit meinen Händen könnte ich die angebotenen Strohsterne befühlen, das alte Blechspielzeug, die Kerzen, das bunte Papier.
Sich einlassen auf diese Sinneswahrnehmung - probieren Sie es aus…..
Mi
07
Dez
2011
Advent - von lat. adventus "die Ankunft".
Immer wenn wir die Ankunft eines Menschen, eine Ereignisses erwarten, dann kann in dieser Erwartung Sehnsucht, Hoffnung oder Angst mitschwingen.
In der Adventszeit erwarten wir das Wunder von Weihnachten. Nach christlicher Tradition hat dieses Wunder zu tun mit Erlösung, Vergebung aller Sünden, Hoffnung, Licht in der Dunkelheit. Die Kerzen auf dem Adventskranz symbolisieren, dass wir diesem Licht näher kommen. Diese Ankunft ist geprägt von unserer Sehnsucht nach Erlösung, nach Frieden. Das ist eine uralte Prägung, die wir sozusagen aus den Genen unserer Ahnen übernommen haben. Als Kind konnten wir diese Sehnsucht fast körperlich fühlen. Keine Zeit im Jahr kam uns so lang vor wie die Tage vor Weihnachten und viele Menschen haben sehr positive Erinnerungen an diese Zeit und an das dem langen Warten folgende, die Spannung auflösende Weihnachtsfest.
Doch wie lebt der moderne, erwachsene Mensch diese Sehnsucht? Schauen wir uns um auf den Straßen unserer Städte in der Vorweihnachtszeit, auf den Weihnachtsmärkten und schauen wir in die Gesichter der Menschen und beobachten wir ihre Handlungen. Verkniffen und traurig sehen die Menschen aus, gehetzt laufen die Menschen durch die Straßen und scheinen sich nur für Konsumartikel, die es zu verschenken gilt zu interessieren. So als könnten Sie damit tatsächlich das Loch der Sehnsucht in ihrem Herzen füllen.
Die vielen Lichter im Außen täuschen darüber hinweg, dass auf diese Weise das Licht im Inneren eines jeden Menschen nicht entzündet werden kann.
Die Adventszeit sollte eigentlich eine Zeit der Ruhe sein, Zeit bei sich selbst anzukommen, dafür braucht es „Lange Weile“, Stille und die Muße, dem Licht zu begegnen und nicht daran vorbeizurennen. Dafür braucht es die Bereitschaft, sich gegen Trend zu stellen, die Bereitschaft, den Alltag zu entschleunigen und den Mut, sich selbst auszuhalten. Denn dann kann es irgendwann Weihnachten werden.
Mo
05
Dez
2011
Weihnachtsmarkt in Tecklenburg, das heißt Atmosphäre, Duft von Glühwein und Bratwürstchen in der Luft, viel bunte Ständen mit interessanten, bunten Dingen, die man nicht überall findet. Eindrücke, Gerüche, Geräusche, die die Sinne aktivieren.
Viele Menschen, die schlendern, schauen, genießen und ihre Mitmenschen mehr oder weniger beachten, da kommt es schon mal zu einem schmerzhaften Kontakt mit fremden Ellbogen. Weihnachtsmarkt in Tecklenburg, das heißt Atmosphäre, Duft von Glühwein und Bratwürstchen in der Luft, viel bunte Ständen mit interessanten, bunten Dingen, die man nicht überall findet. Mittendrin im Getümmel eine High Sensitive Person, ein HSP, der vielleicht nach einer halben Stunde einerseits das dringende Bedürfnisse verspürt diesem Getümmel zu entfliehen und andererseits so gerne weiter schauen, riechen und hören möchte.
Eine hochsensible Person nimmt in solchen Momenten die Freude und die Neugierde der schlendernden Masse genauso wahr wie deren Gier nach Konsum oder deren arrogante Langeweile. Sie spürt die Freude der Händler am Verkaufen genauso wie deren Frust oder Enttäuschung, weil die Geschäfte nicht so laufen wie erhofft. Sie hat Schwierigkeiten sich die angebotenen Sachen anzuschauen, weil die angebotene Menge so viel Reize bietet, dass ihr vielleicht nicht gelingt sich auf eine Sache zu konzentrieren - anstrengend!
Eine Strategie in solchen Momenten kann es sein, den Focus nicht auf die Reizüberflutung zu legen sondern auf einzelne Objekte zu lenken. Weg von dem Gedanken: „Das ist mir zuviel“ hin zu dem Gedanken „Ich interessiere mich für dieses eine Teil“ - und grenze mich deshalb gegen alle anderen Reize bewusst ab, anders gesagt: einen Tunnelblick bekommen. Denn auch hier gilt der Spruch: Der Punkt, wo die Energie - die Aufmerksamkeit hinfließt, wächst und nimmt immer mehr Raum ein.
Es gibt genug Weihnachtsmarkt-Übungsplätze - probieren Sie es aus….!
Fr
02
Dez
2011
Bremen, " Die Glocke" , 20 Uhr - Das Konzert mit Ute Lemper beginnt.
Der Saal gefüllt mit Menschen in freudiger Erwartung auf einen unterhaltsamen Abend. Die Bühne ist in orange, rotes Licht getaucht- die Musiker beginnen zu spielen "Argentinischen Tango" , tief, sehnsuchtsvoll, morbide-
aus dem Off eine spanisch sprechende, rauchige Männerstimme, die unter die Haut geht.
Eine fremde Welt und eigentlich nichts, dass dem Lebensgefühl meines Zwillings-Naturells entspricht. Im Gegenteil: Pluto pur - mit all seinen Verführungskünsten, seiner Macht, seiner Faszination. Fremd und faszinierend zu gleich.
Die Künstlerin versteht es mit all ihren Fähigkeiten, diesem plutonischen Geist eine Stimme zu geben und doch sieht und spürt man in jedem Moment auf der Bühne eine blonde europäische Frau und ist ein wenig irritiert. Ich habe das Gefühl zu zuschauen, nicht mitgenommen zu werden.
Und dann - nach der Pause. Chansons von Brel, Piaf und Weil - und da fällt sie, die Schranke zwischen Künstlerin und Publikum.
Mich beschleicht das Gefühl, da ist sie authentisch - voller Gefühl - auf dem schmalen Grat, auf dem Freude und Schmerz so eng nebeneinander liegen, -wie beim Krebs eben - aber nicht plutonisch, denn es ist fern vom Tod.
Und ich bin wieder einmal ganz beeindruckt wie sehr die archetypischen Muster zu spüren sind und mein Zwillings-Herz hüpft , weil es wieder Mal etwas neues
erfahren hat.
Mi
30
Nov
2011
Emotionale Intelligenz wird durch die folgenden Komponenten definiert:
Motivation – Die Bereitschaft und die Fähigkeit, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und Durststrecken aushalten zu können.
Selbstbewusstheit – Eine realistische Einschätzung der eigenen Persönlichkeit, dazu gehört sowohl das Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Motive und Ziele, aber auch ausreichende Kenntnis der persönlichen Stärken und Schwächen.
Selbststeuerung –Die eigenen Gefühle und Stimmungen nicht mehr nur einfach ausgeliefert zu sein, sondern sie konstruktiv beeinflussen zu können.
Empathie – In den Schuhen des Anderen gehen zu können, d.h. sich in die Gefühle und Sichtweisen anderer Menschen hineinversetzen zu können und angemessen - mit Respekt - darauf zu reagieren.
Soziale Kompetenz - Die verbalen und nonverbalen Kommunikationsstrategien unterschiedlicher Gruppen beherrschen und im Sinne eines gemeinsamen Zieles zum Wohle des Ganzen nutzen zu können. Die soziale Kompetenz wird stark beeinflusst von der:
Kommunikationsfähigkeit – dazu gehört sich einerseits klar und verständlich auszudrücken und andererseits anderen Menschen aktiv und aufmerksam zuhören zu können.
High Sensitive Persons (HSP) erfüllen ganz viele grundlegende Anforderungen, die an emotionale Intelligenz gestellt werden. Sie können gut die Gefühle anderer erspüren und sich darauf einstellen, sie wissen um ihre vielschichtigen Gefühle, und die Bedeutung die Gefühle im täglichen Zusammenleben haben können. Schwierigkeiten haben sie eher mit der Selbststeuerung, denn die Intensität, die Vielfalt und die Menge der auf sie einströmenden Gefühle bringt sie oftmals in Situationen, in denen sie ihren Gefühle eher ausgeliefert sind, als dass sie sie konstruktiv beeinflussen können. Gelingt es in solchen Momenten, sich einige Zeit aus der aktuellen turbulenten Situation zurückzuziehen -wie bereits besprochen- oder sich einfach nur bewusst zu machen, dass die einströmenden Außenreize, die diesen Gefühlssturm verursachen, abgeblockt werden können, dann können auch HSP ihre Selbststeuerung zurück gewinnen.
Ein erster Schritt, sich z.B. den Außenreizen zu widersetzten, ist es, diese Blockade gedanklich überhaupt als eine mögliche Option zuzulassen.
Den Satz zu verinnerlichen: “Nichts und Niemand kann mich fühlen machen“ ist eine große Herausforderung für Menschen, die glauben ihren Gefühlen hilflos ausgeliefert zu sein…..Sich zu sagen: Ich entscheide, ob ich meine Sensitivität heute in vollem Umfang nutzen möchte oder ob ich mich für eine gewisse Zeit gegen die einströmenden Reize abschirme. Das kann geübt werden in Situationen die zunächst emotional nicht sehr belastend sein dürfen, z.B. im Supermarkt: den Focus weg von der nervenden Dauermusikberieselung und den vielen Menschen - hin zu den Dingen, die auf meinem Einkaufszettel stehen. Seien Sie mutig und probieren Sie es aus. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.
Mo
28
Nov
2011
Der Erwerb "Emotionale Intelligenz" ist zurzeit ein beliebtes Thema in der
Coaching-Szene. Teilnehmer in Seminaren lernen interessante Aspekte von Emotionen im Geschäftsleben kennen. Oft genug bleibt dieses Lernen aber in den Köpfen der Teilnehmer stecken und wird nicht wirklich erfahrbar, erlebbar gemacht.
Das ist dann ungefähr so, als wolle man das Auto fahren dadurch erlernen, dass man Verkehrsregeln studiert und etwas übe die Bausweise eines Motors erfährt. Hier sind sich vermutlich alle einige, dass das so nicht funktionieren kann. Erst wenn ich mich in ein Auto setzte, am Lenkrad drehe, das Gaspedal unter meinen Füßen spüren, fühle wie der Wagen sich in die Kurve legt und wie es ist auf Glatteis zu fahren, kann ich das Auto fahren lernen. Das schließt Momente des Erschreckens, der Unsicherheit und der Fehler zwangsläufig ein.
Übertragen gesagt, bedeutet es: Erst wenn ich aufhöre zu analysieren, wenn ich aufhöre über Gefühle zu sprechen und bereit bin sie wirklich zu erleben, erst dann komme ich dem Ziel näher. Erst wenn ich mich meinen Emotionen stelle, die Wut, die Enttäuschung, die Angst oder die Freude wirklich spüre, mit all ihren positiven und negativen Auswirkungen, erst dann fange ich an etwas von den Emotionen zu begreifen. Erst dann wenn ich breit bin, mich auch auf emotionales Glatteis zu begeben, mich der Gefahr des Ausrutschens stelle, erst dann habe ich den Startpunkt gefunden, an dem der Lernprozess beginnt.
In diesem Zusammenhang kann jeder nur bei sich selber beginnen. Erst müssen die eigenen Tränen fließen bevor ich die Tränen der Anderen verstehen kann.
High Sensitive Persons sind hier klar im Vorteil - darüber morgen mehr….
Fr
25
Nov
2011
Gestern habe ich etwas allgemein zum Thema „Resilenz“ geschrieben.
Heute beschäftige ich mich mit dem Thema:
Was brauchen hochsensitive Menschen, um Resilenz zu entwickeln?
Der Punkt, dem besonders die Sensiblen große Aufmerksamkeit widmen müssen, ist die „Selbsfürsorge“. Niemand kennt Ihre Bedürfnisse so gut wie Sie selber.
Wenn man mit vielfältigen, feinen Wahrnehmungsmöglichkeiten ausgestattet ist, besteht die Gefahr, dass die Antennen den ganzen Tag auf Empfang stehen. Ähnlich wie beim Radio hören werden pausenlos neue Informationen bewusst oder unbewusst aufgenommen. Dieser Umstand führt dazu, dass das eigene Nervenkostüm unter Dauerstress steht, ständig im Aufmerksamkeitsmodus gefahren wird. Auf Dauer kann das auf der körperliche Ebene dazu führen, dass sich die Hormonlage verändert und Stoffwechselprozesse im Gehirn nicht mehr reibungslos funktionieren, psychische Erkrankungen in Form von z.B. Depressionen drohen.
Hier gilt es, aufmerksam zu werden bevor es zu spät ist.
Jeder kann nur für sich ganz alleine entscheiden, wann Außenreize zu viel werden, wann die eigene Aufnahmekapazität am Rand ihrer Möglichkeiten angekommen ist. Hier ist jeder Einzelnen gefragt für sich selbst zu sorgen und rechzeitig die „Notbremse“ zu ziehen, in dem er sich aus Situationen heraus nimmt, die überfordernd sind. Dieses Herausnehmen ist im Alltag nicht immer leicht zu erreichen. In der Hektik des Alltags bedeutet es, immer mal wieder kurz Momente der Ruhe einzubauen und diese genauso wichtig zu nehmen wie den nächsten Termin, der im Kalender steht:
Gelingt das nur unzureichend, dann bedeutet das für Hochsensible, dass sie am Feierabend für entsprechend längere und intensivere Ruhephasen sorgen müssen, Phasen, in denen sie keinen zusätzlichen Reizen ausgesetzt sind, das kann sein:
Ich wünsche allen ein reizarmes, entspanntes Wochenende
Do
24
Nov
2011
"Resilience" bedeutet aus dem englischen übersetzt so viel wie Elastizität, Widerstandskraft oder Abfederung. Der Begriff der Resilienz wird in der Psychologie für die Fähigkeit von Menschen benutzt, die in einem gewissen Maße Krisen-resistent sind. Trotz denkbar schlechter Bedingungen und hoher Risikofaktoren wie schwierigen sozialen Bedingungen, ernsthaften Erkrankungen oder traumatischen Erlebnissen bleiben diese Menschen seelisch gesund.
Die Forschung in diesem Bereich hat gezeigt, dass folgende Faktoren Grundlage für Resilienz sind:
Prüfen Sie, in welchen Bereichen Sie bereits gut aufgestellt sind, um Krisen erfolgreich meisten zu können:
Schauen Sie genau hin und prüfen Sie für sich selber, wo sie schon gut aufgestellt sind und wo es für sie noch Dinge zu tun gibt.
Mi
23
Nov
2011
Lange habe ich überlegt, Ideen entworfen und wieder verworfen und heute fällt der nun der Startschuss zu meinem Blog.
Schreiben möchte ich in diesem Blog über Themen, die mir in meinem Praxis-Alltag begegnen, Themen zu denen ich mir eine - vielleicht - sehr persönliche Meinung gebildet habe, Themen, die zurzeit diskutiert werden, Themen, die mir wichtig sind.
Wie ein roter Faden wird sich dabei das Thema "Sensitivität" durch den Blog ziehen.
Sensiitivität
Lassen Sie sich überraschen.
Ich freue mich darauf, wenn sie mir spontan, ab und zu oder sogar regelmäßig folgen.
Herzlichst
Anne Gutzeit
Irgendwann erzählte auf einem Seminar der Referent, die Geschichte von dem kleinen Fischerdorf, in dem die Pelikane von den Abfällen der Fischer lebten. Eines Tages verließen die Fischer diesen Ort und in der folgenden Zeit begannen die Pelikane zu verhungern, weil sie inzwischen verlernt hatten, selber zu fischen.
Tierschützer begannen die Tiere regelmäßig zu füttern. Eines Tages weigerte sich ein neuer Helfer die Tiere weiter zu füttern. Er sagte: „Wenn wir sie füttern, ändert sich nie etwas! Wir müssen hier Pelikane ansiedeln, die noch fischen können, damit die Pelikane, die hier leben, lernen wie man fischt.“ Nach anfänglichem Zögern, wurde diese Idee in die Tat umgesetzt und tatsächlich begannen nach einiger Zeit, die hungernden Pelikane wieder selber zu fischen und die Helfer wurden überflüssig.
Wie oft eilen wir im Leben herbei Menschen zu helfen, sie zu unterstützen, sie mit dem zu versorgen, das sie zum Leben benötigen. Wir fühlen uns gut bei dieser Arbeit, denn schließlich ernten wir Dankbarkeit.
Was könnte sich ändern, wenn wir auf Dankbarkeit verzichten würden und diese Menschen einfach mitnehmen würden, ihnen zeigen würden wie viel Spaß es macht, selbst für sich sorgen zu können. Wenn wir ihnen die Verantwortung für ihr Leben zurückgeben würde, das hieße, sie auch aus ihren Abhängigkeit heraus lösen würden?
Dieses Vorgehen erfordert Geduld, erfordert die Bereitschaft auszuhalten, dass es diesen Menschen eine Zeit langer vielleicht schlechter gehen wird. Es erfordert die Bereitschaft das eigene Handeln in so kleine Schritte zu zergliedern, dass Menschen, denen es fremd ist, uns folgen können.
Es erfordert auch die Bereitschaft, zu erkennen, dass lieben heißt; Menschen die Verantwortung für ihr Handeln nicht abzunehmen.