Wonne

 

 

Wonne - Wo beginnt die Wonne für mich? Wo endet die Wonne für mich? Als allererstes fallen mit Dinge ein wie Wohlfühlmassage, Saunagang, nackt schwimmen in einem einsamen schwedischen See. Ja, es ist die größte Wonne überhaupt. Wonne macht ein wohlig warmes Gefühl wie ein gepampertes Baby gluckst man vor sich hin.

 

Das Wort Wonne ist passenderweise ein dunkles Himmelblau. Himmelblau, weil das Wort Wonne himmelblau ist und etwas dunkler, weil das O die dunklere Färbung bringt. Es klingt im Ton G und riecht ein bisschen wie Gras nach einem Regenguss. Es fühlt sich weich und warm an. Sozusagen das Rundum-Sorglos-Paket.

 

Der Moment, in dem das Gedankenkarussell stillsteht, ganz still. Pferdchen und Wagen warten einfach nur, sie bewegen sich nicht. Es ist ein sinnlicher Moment. Alle Sinne sind präsent. Besonders das Fühlen, Riechen und Schmecken, Sehen und Hören treten ein bisschen in den Hintergrund und ruhen sich aus. Wonne ist pures Sein. Ich bin. Was wäre, wenn wir in diesem Zustand durch den Alltag laufen würden?

 

Ja, was wäre dann? Wir wären bei uns, ganz bei uns und das Leben würde um uns herumtoben und uns nicht erreichen, denn wir wären eingehüllt in diesen flauschigen Kokon. Der Kokon würde und schützen, einhüllen und nähren. Wir wären immun gegen Terminstress und Anforderungen von außen. Würden nicht mehr funktionieren. Was wäre dann? Wird die Welt immer noch existieren? Würden wir unseren Alltag leben können? Ich weiß nicht.

 

Vielleicht würde einfach nur alles verschwinden, was nicht wirklich. wirklich wichtig für uns ist. Ja, die Wonne nährt uns, nährt unsere Seele und wie mit jeder Nahrung wäre ein Zuviel vielleicht gar nicht gut. Wir essen ja auch nicht den ganzen Tag. Irgendwann sind wir satt. Und können aktiv und schwungvoll den Alltag leben.

 

So ist es wohl auch mit der Wonne. Eintauchen. Genießen. Nähren und dann voller Schwung und Zufriedenheit die Dinge angehen, die zu erledigen sind. Wissen, dass der Moment der Wonne etwas Besonderes ist und auch bleiben muss, um ihn wirklich schätzen zu können. Darf gar nicht zum Alltag werden. Aber wir dürfen ihn oft in unser Leben holen. Wir dürfen uns rekeln und dehnen. Schnurren und Summen in diesem besonderen Gefühlsmoment.

 

Wohlig weiche Wonne wirkt wundervoll, wenn wir wirklich wollen.

 

 

 

Kontrolle oder Vertrauen

Kontrolle ist die Überwachung oder Überprüfung eines Sachverhalts oder einer Person und somit ein Mittel zur Herrschaft oder Gewalt über jemanden oder etwas. Das Gegenteil von Kontrolle ist Vertrauen. Vertrauen ist der Glaube daran, dass man sich auf jemanden (oder auch sich selbst = Selbstvertrauen) oder auf etwas verlassen kann. Vertrauen ist die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen und Kontrolle ist die Verweigerung ein Risiko einzugehen. Im Moment verweigert sich die ganze Welt, Risiken einzugehen, dabei war Leben schon immer lebensgefährlich und wir können dem Risiko niemals entgehen. Der Straßenverkehr birgt Risiken, jeder von uns kann ihnen täglich zum Opfer fallen, der Umgang mit Menschen birgt Risiken, wir können immer wieder von Menschen getäuscht und hintergangen werden, Risiken warten auf uns in Form von Viren und Bakterien, die sich in unseren Körpern breit machen können. Ein Risiko folgt dem nächsten. Wie sage doch mein Opa immer so schön auf Platt: „Wenn du denkst du häs nen gläsernen Äs, dann kosse nich sitten!“ Recht hatte er.
Risiken, Risiken, Risiken sie lauern einfach überall. Wir haben keine Macht über sie, versuchen aber ständig, diese Macht zu gewinnen, in dem wir kontrollieren, was wir tun, wie wir uns verhalten.
Was wäre, wenn wir uns einfach damit abfinden, machtlos zu sein, vertrauen, dass am Ende alles gut sein wird. Darauf vertrauen, dass wir im Straßenverkehr ausreichend aufpassen können, dass unsere Körper in der Lage sind mit den verschiedensten Krankheiten umzugehen, dass wir mit den Konsequenzen fertig werden, wenn uns jemand hintergeht.
Wenn wir wüssten, dass es von unserer eigenen Schwingungsfähigkeit abhängt, was wir anziehen, wo mit wir in Resonanz gehen. Wüssten, dass wir uns und unserer Intuition vertrauen könnten, die uns rechtzeitig vor Gefahren warnt.
Wäre das nicht einfach?


Wahrhaftigkeit

 

 

Wahrhaftigkeit, wer oder was ist wahrhaftig?

 

Wikipedia sagt dazu:

 

Wahrhaftigkeit ist eine vom Individuum sowohl kognitiv als auch emotional verantwortete innere Haltung, die das Streben nach Wahrheit beinhaltet. Wahrhaftigkeit ist keine Eigenschaft von Aussagen, sondern bringt das Verhältnis eines Menschen zur Wahrheit oder Falschheit von Aussagen zum Ausdruck. Die Wahrhaftigkeit kann falsche Aussagen nur durch einen Irrtum hervorbringen. Zur Wahrhaftigkeit gehört die Bereitschaft, für wahr Gehaltenes zu überprüfen.

 

Eine verantwortete innere Haltung, mit der sich der oder die betreffende auf den Weg macht, die Wahrheit herauszufinden und dabei immer wieder bereit ist, die bereits gewonnenen Erkenntnisse in frage zustellen.

 

Ich empfinde es als großes Lob, der Wahrhaftigkeit bezichtigt zu werden. Die Bereitschaft, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen, kann nämlich das eine oder andere Mal schwierig und herausfordernd werden. Immer dann, wenn sich die Wahrheit versteckt und die anderen Menschen schon meinen sie gefunden zu haben und diesen Fund energisch verteidigen. Immer dann bedarf es großer innerer Haltung, um nicht locker zu lassen, um dem Gefühl, die Wahrheit noch lange nicht gefunden zu haben, weiterhin nachzugehen.

 

Wahrhaftige Menschen sind meiner Meinung nach nicht manipulierbar, sie riechen, fühlen und schmecken die Wahrheit und fühlen sich nur ihr verpflichtet. Hut ab

 

Geistiges Immunsystem

 

Diese Woche ist mir der Begriff „Geistiges Immunsystem“ über den Weg gelaufen.

 

Geistiges Immunsystem – was versteh ich darunter?

 

Für mich hat es viel mit geistiger Gesundheit zu tun. Es hat damit zu tun, sich nicht von seinen Gedanken beherrschen zu lassen. Dem Grübelzwang aus dem Weg zu gehen. Gut zu sortieren, womit man sich gedanklich beschäftigt. Welche Brille man aufsetzen will. Den Fokus auf das Negative legen, kritisieren, Fehler aufdecken oder das Positive entdecken, loben, in jedem Menschen den positiven Kern erkennen können. Was ist gesünder? Wann bin ich immun?

 

Das bedeutet nicht blauäugig und naiv durchs Leben zu taumeln, es bedeutet nicht alles gut zu heißten, was mir so begegnet, im Gegenteil. Es bedeutet klar zu sein, sich selbst und seine Bedürfnisse gut zu kennen, Werte zu haben und zu diesen zu stehen, sie einzufordern.

 

Immun sein bedeutet:

 

Gegen eine Krankheit bzw. einen Erreger widerstandsfähig sein und die Krankheit daher nicht bekommen  oder sie leichter überwinden

 

Gegen etwas unempfindlich sein und darauf nicht stark reagiert (Gegen Stress immun sein)

 

vor Strafverfolgung geschützt sein (Immunität von Abgeordneten)

 

 

 

Wenn ich klar bin, dann bin ich immun gegen Anfeindungen, Manipulationsversuche oder krausen Ideen. Ich bin Herr im Haus und kann entscheiden, womit mein Geist sich beschäftigen will.

 

Viel Erfolg dabei…

 

Stärken und Schwächen

 

Stärken und Schwächen, gehen wir zum Vorstellungsgespräch, werden wir aufgefordert sie zu

 

benennen. Manchmal fällt es Menschen schwer die eigenen Stärken deutlich auszudrücken. Das, was man gut kann, kommt einem selbst immer so selbstverständlich, nicht erwähnenswert vor.

 

Aber genau darum geht es, um diese Eigenschaften, die unsere Qualität ausmachen. Diese Eigenschaften, die wir in einen Job einbringen wollen, diese Eigenschaften, die wir auch in unserer Freizeit leben und gewürdigt wissen wollen.

 

Sich über die eigenen Stärken und Schwächen im Klaren zu sein, ist einerseits wichtig für den Job, nicht für das Vorstellungsgespräch, sondern für den Job, denn wir werden nur den Job gut machen können, nur an dem Job Freude haben, der gut zu uns und unseren Stärken und Schwächen passt.

 

Manchmal sagt das, was wir über unsere Stärken und Schwächen erzählen viel mehr über uns aus als die eigentlichen Talente und Hemmnisse.

 

Da ist z.B. eine Person, die gut vermitteln kann, viel Spezialwissen hat, beruhigend auf ihr Umfeld einwirkt, geduldig ist. Bestimmt eine Stärke dieser Person. Diese Stärke beinhaltet, aber gleichzeitig, dass diese Person vielleicht zu nachsichtig und tolerant ist, schlecht unter Druck arbeiten kann, stark von Beziehungen abhängig ist. Ist das dann eine Schwäche oder nur die Konsequenz der Stärke? Und was erzähle ich über diese Eigenschaft? Dass ich schlecht unter Druck arbeiten kann oder dass ich gut vermitteln kann?

 

Es kommt sicherlich auf den Blickwinkel an und darauf, welche Anforderungen an diesen Menschen gestellt werden. Für einen Job, bei dem unter großem Druck gute Leistungen erbracht werden sollen, ist die oben erwähnte Person jedenfalls nicht geeignet.

 

Also Fazit, nichts ist ausschließlich positiv oder negativ, jede Stärke, trägt eine Schwäche in sich und jede Schwäche, beinhaltet eine Stärke.

 

Eigenmächtig

 

Eigenmächtig, was für ein Wort! Es wird erklärt, dass jemand. in einer Situation, in der man um Erlaubnis fragen müsste, nur nach seinen eigenen Ansichten handelt und nicht um Erlaubnis fragt.

 

Eigenmächtig und Eigenverantwortung liegen dicht beieinander. Wenn ich eigenverantwortlich handle, handle ich unter Umständen auch eigenmächtig, denn ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln unabhängig, was der Rest der Welt gerade dazu meint.

 

In dem Zusammenhang ist ja eh die Frage, wen muss ich um Erlaubnis fragen, wenn es um meine Person geht? Ich glaube niemanden, denn ausschließlich ich selber kann entscheiden, was gut für mich ist und was ich besser vermeiden sollte. Wir alle sind gut beraten, eigenverantwortlich, eigenmächtig zu handeln.

 

Für mein Gefühl gerät die Eigenmächtigkeit im Augenblick ein wenig ins Hintertreffen, erlauben sich doch zu viele Menschen, anderen Menschen Vorschriften zu machen, wie sie sich zu verhalten haben.

 

Eigenmächtig handeln heißt auch selbständig nach Lösungen zu suchen und für diese Lösungen aktiv zu werden. Und ich verrate nichts Neues, wenn ich euch sage: Die Welt braucht Lösungen – dringend – also auf in die Eigenmächtigkeit.

 

Denken und Fühlen

st das überhaupt ein Gegensatz? Kann man nicht gleichzeitig denken und fühlen? Dieses Thema beschäftigt mich schon lange, lange. Ich bin jemand, der jedes Gefühl sofort benennen kann. Habe immer den Eindruck, Denken und Fühlen geschieht gleichzeitig. Ist quasi dasselbe wie zwei Seiten einer Medaille. Kann man überhaupt nur fühlen, ohne zu denken? Ich glaube, ich kann es nicht. Mein Mann und meine Tochter sagen immer, man muss die Dinge zu Ende fühlen. Und ich weiß nicht, wie das geht. Wie fühlt man etwas zu Ende? Wie bleibt man ausschließlich im Gefühl? Ich denke, in Bildern, in Geschichten. Also ist das schon immer im Denken Gefühl. Denn Bilder sind ja immer mit Gefühl verbunden. Bei mir sind rechte und linke Gehirnhälfte extrem gut verbunden. Das zeigt sich immer. Bei diesen Test-Videos dreht sich eine Frau und rechtsrum oder links herum. Ich kann beim Draufschauen entscheiden, wie herum sie sich drehen soll.
Wie agiert jemand, bei dem das so ist? Da ist das Gefühl wie eine Grundstimmung, die das Denken prägt, und was ich denke, entsteht aus dem, was ich fühle. Und das ist mir bewusst. Wenn ich anders denken will, muss ich anders fühlen.
Ja, und wenn ich aufhören will zu denken, muss ich aus dem aktuellen Gefühl heraus. Aber ich kann auch neu denken und darüber meine Gefühle beeinflussen. Plötzlich eine Erkenntnis haben, Wissen erlangen, das meine Gefühlswelt beeinflusst. Es ist wie ein Tanz, bei dem die Partner abwechselnd die Führung übernehmen, wobei das Gefühl die meiste Zeit führt. Fühlen, denken und denken fühlen. Es ist immer beides. Menschen haben halten mich für eine sehr logische, nüchterne Person, die sehr selten emotional reagiert. Na, eben weil da immer beides ist Denken und Fühlen. Das Denken gibt dem Gefühl einen Rahmen, indem es sich orientieren kann. Dadurch gerät das Gefühl nicht außer Kontrolle, verliert sich nicht. Ist das nun gut oder schlecht? Keine Ahnung. Für mich ist es so und für andere ist es anders. Wenn das Denken den Rahmen vorgibt, dann ist die eigentliche Hauptsache aber das Gefühl. Und ja, so ist das die Frage Denken oder Fühlen beantwortet im Hinblick auf Entscheidung dann. Ist die Antwort immer fühlen. Die eigentliche Entscheidung, das eigentliche Handeln geschieht nur aus dem Gefühl heraus. Denken ist lediglich Werkzeug.
Denken oder fühlen? Ist das überhaupt ein Gegensatz? Nein. Für mich ist es das nicht.
Es ist ein Tanz zweier gleichwertiger Partner.

Bunt

Das Leben ist bunt und manchmal purzelt diese Buntheit plötzlich und unerwartet in das eigene Leben. Ich bin der Einladung in eine WhatsApp Gruppe gefolgt, in der Menschen deutsch miteinander sprechen wollen, um es zu lernen.
Schnell habe ich gemerkt, dass hier Menschen aus aller Welt zusammen kommen. Mexiko, Libanon, Elfenbeinküste, Italien, Kirgisistan, Mongolei, um nur einige zu nennen. Das Niveau der Teilnehmer ist sehr unterschiedlich, von fast perfekt bis zu, es reicht, um ein paar Worte zu sagen. Fast täglich wird ein Thema vorgeschlagen, über das dann mehr oder weniger geschmeidig diskutiert wird.
Inzwischen hat sich zu einigen der direkte persönliche Kontakt entwickelt, z. B. zu einem wundervollen pensioniertem ehemaligem Deutschlehrer aus Neapel , der von sich glaubt, nicht gut genug kommunizieren zu können.
Ich bin fasziniert wie schnell und einfach dieser weltumspannende Kontakt hergestellt werden kann. Moderner Technik sei Dank. Die Verbindung, die sowieso zwischen allen Menschen ist, spürbar und lebbar machen. Wunderbar....

Recht haben

 

Wieder mal bin ich in der vergangenen Woche einem Menschen begegnet, der meinte, sein Weltbild als non plus ultra in die Welt hinausposaunen zu müssen.

 

Verschiedene Menschen haben verschiedene Ansichten darüber, was im Leben wichtig, halten verschiedene Dinge für richtig und glauben an völlig unterschiedliche Sachen. Das ist normal und das ist das eine oder andere Mal ziemlich anstrengend für beide Seiten. Glaubt doch jede Partei, Recht zu haben und kann überhaupt nicht verstehen, warum der andere gerade eine andere Meinung hat.

 

Soweit so gut. Schwierig wird es für mich immer dann, wenn Vorwürfe ins Spiel kommen, wenn Forderungen gestellt werden, bestimmt Dinge zu unterlassen, weil man anderer Meinung ist.

 

Wie sage ich immer „Realität ist die Illusion, auf die wir uns geeinigt haben“, nur gibt es leider immer wieder Menschen, die meinen ihre Realität sei die allein richtige.

 

Gerade zu Corona Zeiten kann man das wunderbar beobachten, da wird dann gleich jeder, der sich kritisch äußert oder eine andere Haltung zu dem Geschehen einnimmt als Coronaleugner oder Verschwörungstheoretiker tituliert und der Kontakt abgebrochen. So als könnten die Menschen es nicht ertragen, dass ihre Haltung in Frage gestellt wird.

 

Ich frage mich dann immer, ob die eigene Haltung der Betreffenden auf so wackeligen Füßen steht, dass sie mit Kritik nicht umgehen können.

 

Der bekannte amerikanische Philosoph Ken Wilber hat gesagt: „Alles, was es in der Welt gibt, ist ein bisschen richtig, sonst wäre es nicht da“

 

Diesen Satz sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, tief durchatmen und verstehen, dass der andere auch Recht hat …

 

Weltbruttospazieraufkommen

 

Der großartige Axel Hacke hat in seiner Kolumne in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel geschrieben mit der Überschrift:

 

Spazio, ergo sum

 

Wenn sonst nichts mehr geht, geht der Mensch: Von der massenhaften Durchlatschung der Welt.

 

Im Artikel spricht er dann vom Weltbruttospazieraufkommen. Was für ein wundervolles Wort: Weltbruttospazieraufkommen, die Kombi gibt nur die deutsche Sprache her.

 

Analysten nutzen gerne Begriffe mit Brutto: Bruttoinlandsprodukt, Bruttossozialprodukt usw.

 

Worte für die Erfassung der materiellen Wertschöpfung, wie wäre es, wenn wir anfangen würden immaterielle Werte genauso zu erfassen. Was könnten wir damit erfassen, z.B. mit Weltbruttospazieraufkommen: Entspannung, Ruhezeiten, Erholung, Naturerlebnissse. Vielleicht die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die Dinge, die uns erfüllen, die uns satt machen.

 

Wunderbare Idee, den Blickwinkel zu verändern, neu zu definieren. Also Leute, es heißt kreativ zu sein, neue Worte für neue Blickwinkel kreieren.

 

Weltbruttoschlafaufkommen

 

Weltbruttokontaktstatistik

 

Weltbruttostreicheleinheiten

 

Weltbruttoumarmungsaufkommen

 

Ihr dürft die Liste gerne fortsetzen.

 

ABC Formel

 

Kennt ihr alle die ABC Formel?

 

A = Aktion, B = Bewertung , C = Consequenz

 

Oder in Englisch : Action, Belief und Consequence.

 

Diese Formel besagt, dass nicht irgendeine Aktion, eine Reaktion hervorruft, sondern meine Beurteilung einer Situation. Heißt, nicht das Verhalten des Chefs oder der lieben Kollegen bringt mich auf die Palme, sondern meine Idee, dass sie sich alle unmöglich verhalten, verursacht den Kummer. Wenn ich überhaupt keine Meinung dazu hätte, würden mich die Umstände völlig kalt lassen.

 

Nicht die Umstände machen uns unglücklich, sondern unsere Bewertung der Umstände. Faszinierend, oder?

 

Gerade im Moment, wo wir alle lernen dürfen, mit massiven Einschränkungen zu leben, stellt sich die Frage, wie würde es uns gehen, wenn wir keine Meinung dazu hätten. Wenn wir mit uns selbst gut leben könnten und nicht glauben würden, andere Menschen, andere Aktionen für unser Wohlbefinden zu benötigen?

 

Wie würde es uns gehen, wenn wir nicht länger glauben würden, dass irgendjemand in unserem Umfeld uns ärgern könnte, getreu dem Motto: „Niemand kann mich fühlen machen!“

 

Herr im Haus werden, sich die Macht über das eigene Wohlbefinden zurückholen.

 

Hört sich das undurchführbar an?

 

Es hilft nur ausprobieren. Sich in jedem Moment über das eigene Urteil klar werden.

 

Probiert es aus, es lohnt sich.

 

Frühlingsmoment

Spazieren gehen im Januar, die Luft ist kalt und klar, Winter eben.
Die Sonne scheint, ihr genießt das Licht und die Luft.
Und dann mit einem Mal, ganz plötzlich ist er da, dieser eine kleine Moment, in dem ihr den Frühling riechen, sehen und hören könnt. Erstaunt haltet ihr inne und nehmt ihn bewusst wahr. Ja irgendwo unter der Kälte, zeigt er sich schon, der Frühling. Ein bisschen so wie die Spitzen der Krokusse jetzt schon zu sehen sind. Euch wird warm ums Herz, es beginnt vor Vorfreude zu hüpfen.
Es ist ein zarter, weicher, leichter, grüner Moment, der im Kontrast steht zu dem aktuellen klaren, weißen, eher hartem Augenblick. Der Frühling lässt grüßen, gleich verändert sich die Luft, wird weicher und das zarte Zwitschern der Vögel wird lauter.
Die Vorboten-Momente, wie ich sie nenne gibt es immer im Januar und im Juli. Im Juli mitten unter der heißen Sommersonne gibt es auch immer diesen einen Moment, in dem es schon nach Herbst riecht. Der satt, dunkel, saftig und rund daherkommt, ganz im Gegensatz zu dem dann aktuellen flachen, hellen, trockenen Sommeraugenblick.
Diese Momente, die uns spüren lassen, dass das Leben sich ändert, im Fluss ist. Schön, wenn wir sie bewusst wahrnehmen können.

Gute Wünsche

 

Möge dein Herz frei von grübelnden Gedanken und Gram sein.

 

Mögest du federleicht durch den Tag schweben und jede Überraschung von Herzen willkommen heißen.

 

Mögest du deinen Mitmenschen liebevoll lauschend begegnen und sehen können, wo sie stehen und was sie gerade bewegt.

 

Mögest du geduldig sein, mit dir und mit anderen.

 

Mögest du wissen, dass alles im Leben vorüber geht und du ein Beobachter sein kannst.

 

Mögest du im fließenden Kontakt mit dir selbst und der Welt hinter dem Horizont sein.

 

Impfzentren

Gespräch mit einer Frau, die mir erzählt, dass ihr die Tränen kamen als sie an einem Impfzentrum vorbei fuhr. Tränen des Mitgefühls mit Menschen, die dort ihrer Meinung nach eine super Arbeit leisten.
Ich kann es kaum glauben,was ich da höre. Mein erster Impuls war zu sagen: "Oh ja, mir kommen auch die Tränen, wenn ich dort vorbei fahre". Gott sei Dank habe ich es nicht gesagt, denn ich hätte erklären müssen, dass es Tränen der Wut sind. Dass sich mir jedesmal der Magen umdreht und mich dieses alte DDR Gefühl überfällt, das man hatte, wenn man die Grenzen überschreiten wollte oder überschritten hatte. Ein Gefühl von Druck, Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit.
Mir dreht sich der Magen um, wenn ich die großen Zentren sehe und ich frage mich, was um Himmels Willen sie da tun? Es ist ja okay wenn Menschen meinen, sich impfen lassen zu müssen. Das können sie beim Hausarzt nach und nach tun. Es gibt keine Notwendigkeit davon eine Massenveranstaltung zu initiieren, die nur noch die grassierende Angst weiter schürt. Ich empfinde das als ziemlich verantwortungslos. Und dabei reden doch gerade alle über Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Dann nehmt sie bitte auch endlich mal Ernst.

Wertschätzung

 

Mich beschäftigt heute mal wieder der Begriff "Wertschätzung".

 

Wie oft schätzten wir den Wert der Menschen und Dinge, die uns begegnen? Und wie oft zeigen wir der Welt, dass wir den Wert schätzen. Durch ein Lächeln, ein Lob, ein Dank, ein kleines Geschenk.

 

Ja, ich finde ab und zu braucht es neben lobenden Worten auch eine kleine materielle Anerkennung des Anderen.

 

Das muss nichts Großartiges sein, eine kleine Blume, eine selbstgemachte Marmelade, ein handgeschriebener Gruß.

 

Als ich in einer Gruppe dieses Thema einmal angesprochen habe, ja, auch aus dem Grund, weil ich mich dort nicht wertgeschätzt fühlte, brach eine Diskussion los. Eine Diskussion darüber, warum ich meinte, diese Wertschätzung zu brauchen. Ich solle doch mal bitte meine eigenen Muster anschauen und mich aus solchen Ideen lösen.

 

Leicht irritiert habe ich damals dieser Diskussion gelauscht. Fachlich war mir klar, da läuft jetzt gerade Abwehr. Abwehr der eigenen Unlustgefühle, die entstehen, wenn man einem Vorwurf ausgesetzt ist. Menschlich war ich enttäuscht, richtig enttäuscht.

 

In mir lebte die stille Hoffnung irgendwann, zu Weihnachten vor der Sommerpause, zwischendurch, eine Kleinigkeit geschenkt zu bekommen. Erfüllt hat sich diese Hoffnung bis heute nicht und doch ist sie vor allem beim letzten Treffen vor Weihnachten präsent. Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder wird sie nicht erfüllt. Enttäuschung wabert dann durch den Raum. Enttäuschung zeigt einem die eigenen Bedürfnisse.

 

Ja, es ist mein Bedürfnis Wertschätzung nicht nur auszusprechen, sondern zu zeigen.

 

Da gibt es noch viel Entwicklungspotential....

 

Neujahr

Heute ist der erste Tag des neuen Jahres. Unberührt liegt es vor uns, wie frisch gefallener Schnee. Es birgt noch alle unsere Hoffnungen, unsere Wünsche und Erwartungen. So als wäre Schlag 12 Uhr in der letzten Nacht alles anders geworden.
Ganz ehrlich, ist es natürlich nicht.
Wenn wir uns nicht ändern, werden wir die gleichen Dinge erleben wie im letzten Jahr. Werden dieselben Fehler machen, die gleichen Enttäuschungen erleben.
Vielleicht können wir diesen Moment nutzen, eine Veränderung, eine kleine Veränderung in uns auf den Weg zu bringen. Die Veränderung, die Neues möglich machen kann, anzustoßen. Die Erstarrung zu lösen und beginnen zu Schwingen.
Probiert es aus, es lohnt sich

Weihnachten

 

Stille Nacht, heilige Nacht. In diesem Jahr besonders still. Ohne Kirchenbesuch bzw. ohne Gesang in der Christmette. Ich finde eine Weihnachtsgottesdienst ohne Singen ist kein Weihnachtsgottesdienst, aber das ist nur meine Meinung.

 

Wie haben  wir Weihnachten verbracht? Wie sehr haben wir uns  davon beeindrucken lassen, dass die Abläufe andere sind, dass wir vorgeschrieben bekommen, was wir zu tun und zu lassen haben. Waren wir in der Lage friedliche Weihnachten mit uns, vielleicht mit uns allein zu erleben? Die Bedeutung von Weihnachten auf eine ganz neue Art und Weise zu erfahren.

 

Wir feiern mit Weihnachten die Menschwerdung Gottes. Gott ist Mensch geworden und damit ein Wesen, das Kontakte und Umarmungen zum Leben braucht. Ein Wesen, das auf Dauer zugrunde geht, wenn es isoliert wird von anderen. Ein Wesen, das in der Zeit auf diesem Planeten verletzlich ist, körperlich und seelisch. Vielleicht dient diese Zeit dazu, uns allen das ganz bewusst zu machen und unser Verhalten im Umgang miteinander zu verändern.

 

Ein Wesen, dass hier auf der Erde eine menschliche Erfahrung macht. Das bedeutet, dass wir alle hergekommen sind, um die Polarität zu erleben, hell und dunkel, warm und kalt. Immer existiert beides. Das können wir gerade ausgiebig erfahren.

 

Also, wenn es gefühlt draußen kalt ist, sorgt gut dafür, dass es in euch warm ist, ganz warm und dann schickt diese Wärme hinaus in die Welt – die braucht sie.

 

Gelassenheit

 

Gelassenheit

 

Gelassenheit eine

 

Gelassenheit eine Möglichkeit

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich wachsen

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich wachsen lässt.

 

Sprachspiel

 

Diese Woche haben wir uns darüber unterhalten, welche großartigen Möglichkeiten die deutsche Sprache bietet. Wortneuschöpfungen sind ganz einfach. Wir können Substantive neu zusammen setzten und erfinden, wie wäre es mit Worttacktung oder Sprachtanz. Wir können Verben mit Substantiven verbinden, das gibt dann Wörter wie Fließgewässer oder Springseil. Genauso gut können wir Verben oder Adjektive einfach substantivieren, in dem wir einen Artikel davorsetzen: das Singen oder die Schlaue. Und wir können Wörter bilden, die aus mehreren Begriffen bestehen: Auf-die-lange-Bank-Schieben z.B. Die Experten dürfen sich dann darüber streiten, ob wir es zusammen oder mit Bindestrich schreiben.  Das letzte Wort in diesen Kompositionen bestimmt immer den Sinn und auch damit kann man dann trefflich spielen: Vaterhaus oder Hausvater sind zwei völlig verschiedene Dinge. Eigentlich sind unserer Phantasie an der Stelle keine Grenzen gesetzt. Ich habe gehört, die Niederländer z.B. sind ein bisschen neidisch auf die Optionen, die die deutsche Sprache da bietet.

 

In meiner Therapie mit den Oh Karten spiele ich manchmal mit den Wörtern, die im Prozess auftauchen. Immer dann, wenn der Klient nichts damit anfangen kann. Da gibt es zum Beispiel das Wort: Übelnehmen. Wenn der Person, die vor mir sitzt, nichts dazu einfällt, bitte ich sie, das Wort auseinanderzunehmen. Das „Übel nehmen“ und schon beginnen die Assoziationen zu fließen. Heißt auch übersetzt: Substantivierungen bringen uns in den Kopf, nehmen das Gefühl aus einer Sache. Leben startet mit den Verben.

 

Substantivierungen kommen neutral daher, der Nutzer kann sich hinter dem Wort verstecken. Wieviel lebendiger reden wir, wenn wir mehr Verben nutzen. Verben beschreiben einen Vorgang, da ist Bewegung, Substantivierungen sind starr und unbeweglich.

 

Rechts- und Amtstexte wimmeln von Substantivierungen und wir haben große Mühe sie zu verstehen. Es kann helfen, die Schachtelwörter einfach mal mit Verben zu übersetzen und schon erschließt sich der Sinn.

 

Und es ist eine spannende Möglichkeit mit diesen Optionen einfach mal zu spielen und zu schauen wie sich unsere Gefühlslage verändert, wenn wir eine andere Ausdrucksweise wählen.

 

Dialog

 

Ich schreibe aktuell in einer sogenannten Drabbel-Gruppe. Drabbels sind Texte von maximal 100 Wörtern, die die eigene Befindlichkeit wiedergeben sollen. Die Gruppe ist im ersten Corona Lockdown gegründet worden. Eine kleine Gruppe von Menschen schreibt dort seit 7 Monaten. Ab und zu entspannen sich Diskussionen zu den geschriebenen Themen. Immer wertschätzend und liebevoll. Jetzt kam die Ansage der Gründerin der Gruppe, keine Kommentare mehr zu den einzelnen Posts abzugeben. Sie sollen nur dastehen und wirken.

 

Ich habe diese Ansage gelesen und war irritiert. Für mich diskussionsfreudiges Wesen, ist es eigentlich ein No-Go nicht zu kommentieren, nicht zu diskutieren. Mir kam der Gedanke: „Das ist ja wie Instagram, sterbenslangweilig nur Bilder zu gucken.“ Aber nicht nur das, für mich bleiben die Dinge eindimensional, wenn man nicht in die Diskussion darüber eintritt. Leben bekommt erst Farbe und Kontur, wenn miteinander geredet wird. Okay, ich bin mit Sicherheit nicht Diskussions-verwundet wie in der Ansage erwähnt wurde, sondern vermutlich eher das Gegenteil: Diskussions- gestärkt.

 

Wenn ich mir den Vorgang astrologisch anschaue, dann ist mir klar, nicht in den Dialog gehen, geht für einen Zwilling so gar nicht. Für andere Sternzeichen sehr wohl, ja für die ist es Lebenselixier still zu sein und nicht zu kommunizieren.

 

Beides hat seinen Wert und ist in Ordnung, stellt sich nur die Frage wie geht man damit in einer Gruppe um, die für alle offen sein  soll?

 

Freundschaftswesen

Kennt ihr es? Ist es euch schon einmal begegnet das „Freundschaftswesen“. Ein wundersames Wesen ist es. Freundlich mit einem Lächeln im Gesicht, weiblich und ein bisschen rundlich kommt es daher, seine Haut glänzt wie Schokolade in der Sonne. Es bewegt sich trotz seiner Fülle leise und geschmeidig, du hörst es nicht kommen. Manchmal singt es, laut und kehlig klingt seine Stimme. Sie erinnert an die großartigen Jazzsänger, die es gab und gibt. Und du fühlst dich sofort eingehüllt und in deiner Tiefe mitgenommen von diesem Klang.
Das Freundschaftswesen lässt sich nicht bitten, du kannst es nicht einladen. Nein, es erscheint ungebeten. Das eine Mal plötzlich und unerwartet und das andere Mal schleicht es sich leise und konsequent in dein Leben. Gibt sich nur langsam und zögerlich zu erkennen. Manchmal kommt es wie eine Fee mit einem kleinen Zauberstab und zaubert aus dem Nichts eine tiefe, intensive Verbindung. Eine Verbindung bei der die Luft zu glitzern beginnt.
Die Aufgabe des Freundschaftswesens ist es Bänder zu knüpfen, so wie kleine Mädchen es tun. Bänder miteinander zu verweben. Die Bänder, die lose an den Menschen herunterhängen, Bänder, die noch keinen Anknüpfungspunkt gefunden haben.
Zart nimmt das Freundschaftswesen sie in die Hand und prüft zunächst ob die Enden überhaupt zueinander passen, ob es eine Möglichkeit gibt, sie miteinander zu verbinden.
Wisst ihr, es gibt nämlich raue und glatte Bänder, bunte und einfarbige. Es gibt zarte, dünne Bänder, die leicht reißen können und stabile Bänder, die sich anfühlen wie Draht. Es gibt in sich verdrehte Bänder, die lassen sich nur ganz schwer mit anderen Bändern verbinden und es gibt weiche, geschmeidige Bänder, bei denen ist es ganz leicht, ein passendes anderes Band zu finden.
Das Freundschaftswesen hat viel Erfahrung und erkennt auf den ersten Blick, ob eine Verbindung gelingen kann oder nicht.
Ganz vorsichtig geht es zu Werke, prüft die Qualität der Bänder, die Farben, das Material, prüft, ob eine Verbindung zumindest für einige Zeit möglich ist. Ja, das Freundschaftswesen arbeitet nicht für die Ewigkeit. Es ist daran interessiert, Verbindungen zu erschaffen und manchmal zeigt es sich, dass diese Verbindungen nicht von Dauer sind. Dass die Bänder nicht halten, wenn Sturm aufzieht.
So ein gutes geknüpftes verbundenes Band muss viel aushalten können. Es muss aushalten, dass es manchmal unbeachtet in der Gegend herum hängt, es muss die Wahrheit ertragen können, es aushalten können, dass die Menschen am Ende der Bänder zu bestimmten Zeitpunkten in unterschiedliche Richtungen laufen. Dann muss es in der Lage sein, sich zu dehnen und zu strecken. Das Freundschaftswesen hat immer alle Bänder im Blick und hilft, in dem es zum Beispiel das Band, das solch einer Zerreißprobe ausgesetzt ist, einfettet, mit seinen kräftigen Händen ein bisschen massiert damit die Dehnung gelingen kann. Niemals aber würde das Freundschaftswesen die betroffenen Menschen daran hindern in eine bestimmte Richtung zu laufen. Das Freundschaftswesen ist nur zuständig für die Bänder. Damit hat es genug zu tun.
Ja, damit ist es wirklich gut beschäftigt. Es ist nämlich ein Irrtum zu glauben, dass es reicht die Bänder mit einander zu verknüpfen. Das ist der Anfang, aber dann beginnt die Arbeit. Die Menschen müssen diese Verbindung nutzen, Worte darüber spazieren lassen, freundliche, ermunternde Worte, stärkende, stützende Worte und manchmal auch warnende Worte festigen die Bänder, machen sie stabiler.
Auch Gesten fließen durch die Bänder, eine Umarmung, eine tröstende Hand, helfende Hände, die Bänder sind in der Lage all dieses zwischen Menschen fließen zu lassen. Zornige, ungerechte Worte, Lügen, Eitelkeit und Manipulation zerstören die Bänder. Manchmal zerreißen sie dann plötzlich und geben einen lauten kummervollen Ton von sich, manchmal löst sich die Verbindung der Bänder langsam, fast unbemerkt und die betroffenen Menschen realisieren erst nach einiger Zeit, dass es kein Band mehr gibt.
Das Freundschaftswesen beobachtet und hilft still und unauffällig. Manchmal fügt es neue feine Knoten hinzu, manchmal massiert es sanft mit seinen großen Händen, manchmal singt es, tief und kehlig, und versetzt damit die Bänder in Schwingung. Schwingend sind sie stabiler. Ja und manchmal hebt es ganz sanft die Bänder an und rückt sie in eine neue Position oder es verstärkt sie mit einem neuen Band.
Das ist vor allem bei den dünnen zarten Bändern erforderlich, da bedarf es stabiler Unterstützung. Das Freundschaftswesen versucht auch die verdrehten Bänder, die sich so schlecht verbinden lassen zu glätten, die ganzen Drehungen und Windungen zu entwirren, damit es überhaupt eine Chance auf Verbindung gibt.
Das Freundschaftswesen ist bemüht, die Verbindungen stabil zu halten, Tag und Nacht, es lässt sich nicht von Entfernungen abschrecken, von Schicksalsschlägen, die sich ereignen, nicht von Armut und nicht von Reichtum, es hat keine Angst vor Krankheiten und versteckt sich nicht vor schweren Aufgaben.
Das Freundschaftswesen ist verlässlich, manchmal verlässlicher als die Bänder, die es geknüpft hat.
Es wird euch nicht gelingen, das Freundschaftswesen zu sehen, ihr könnt es nur fühlen und manchmal, wenn ihr ganz ganz leise seid, könnt ihr es hören, wie es singend seine Arbeit verrichtet. Das sind die Zaubermomente im Leben.
Aber ihr wisst es ganz sicher, wenn es seine Arbeit gemacht hat, ihr könnt das Werk des Freundschaftswesens bewusst wahrnehmen, immer dann, wenn ihr echten Freunden begegnet. Freundschaften, die tief und lebendig sind, Freundschaften, die das Herz ganz warm und weich machen.
Und ihr könnt den Boden für das Freundschaftswesen vorbereiten. Schaut euch eure Bänder an, löst die Knoten daraus, macht sie knüpfungsfähig. Es lohnt sich.

JAMMERFASTEN

 

 

Zur Zeit wird bei Facebook wieder einmal aufgerufen zum Jammerfasten. 16 Tage lang zu üben, nicht zu jammern. Versprochen werden mehr innerer Frieden, Balance, Lebensfreude, Energie und Gesundheit versprochen, wenn man durchhält.

 

Ich lese diese Aufrufe und denken mir „Wie jetzt, was ist das denn für eine Herausforderung?“ Für mich hieße die Herausforderung, endlich einmal zu jammern, laut zu jammern, anderen mein Leid zu klagen. Ich mache das nämlich nie, weil ich eine große Scheu davor habe, Leid in den Fokus zu rücken. Leid quasi durch das darüber sprechen zu manifestieren. Das kommt mir nicht logisch vor, erscheint mir irgendwie falsch zu sein.

 

Wenn ich jammere bin ich gerade nicht einverstanden mit dem Leben, nicht einverstanden damit, was mir gerade passiert. Ich baue Widerstand auf. Ich halte es grundsätzlich für nicht klug Widerstand aufzubauen, egal wogegen. Widerstand kostet mich meine Energie, Widerstand baut Mauern auf. Wieviel geschickter wäre es einfach mitzufließen, nicht in den Widerstand zu gehen, zu akzeptieren.

 

So wünschenswert diese Haltung auch ist, gelingt sie doch nicht immer und nicht jeden Tag und dann, ja dann kann es durchaus auch mal hilfreich zu jammern. Andere am eigenen Unwohlsein zu beteiligen, nicht alles mit sich selbst auszumachen.

Die Challenge könnte also auch heißen: „Mach es anders als du es bisher getan hast“ – dann würde sie alle erreichen

Körpersprache

 

Immer wieder bekommen wir den Hinweis, dass Körper, Seele und Geist eins sein sollten. Wir hören diese Worte, unser Kopf versteht sie, aber wir setzten sie nicht um. Nicht so um, dass wir lernen in jedem Moment die Zeichen zu lesen, dass wir wirklich verstehen was es bedeutet.

 

Verstehen wie und wo es sich zeigt, wenn der Kopf gerade beschäftigt ist, wenn es dem Körper nicht gut geht, wenn die Seele leidet. Wie z.B. die Körperhaltung signalisiert, dass gerade die Seele schmerzt oder der Kopf beschäftigt ist. Was es bedeutet, wenn wir mit gesenktem Kopf durch die Welt laufen oder unseren Brustkorb rausschieben, was wir damit der Welt signalisieren.

 

Wie wir an Körperhaltung den Status einer Beziehung erkennen können. Auf Fotos wird das oft besonders deutlich, sind die Köpfe oder die Körper einander zugeneigt oder streben sie auseinander. Unbewusst neben wir solche Signale manches Mal wahr und wundern uns dann, warum sich eine Situation so merkwürdig angefühlt hat.

 

Wie schön wäre es doch, wenn wir damit ganz bewusst umgehen könnten, wenn es Lehrer gäbe, die uns sehend machen würden.

 

Wie wäre es denn mal mit Körpersprache als Schulfach? Vielleicht lebenstauglicher als binomische Formeln – meint ihr nicht?

 

Apothekerschrank

Die intelligente, begabte Vera Birkenbihl hat einmal gesagt: „ Wir leben alle in unserem eigene Universum und eigentlich ist es erstaunlich, dass wir überhaupt jemals andere verstehen.“

 

Ja, wir alle haben unsere ganz eigenen Schubladen, in die wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse einsortieren. Da gibt es große und kleine Schubladen, manche habe eine Vielzahl davon, andere nur wenige. Unser ganz eigener Apothekerschrank, der durch unsere Persönlichkeit, unsere Erfahrungen, die Kultur, in der wir aufgewachsen sind, die Sprache, die wir erlernt haben, kurz gesagt durch unseren ganz individuellen Weg durchs Leben geformt wurde.

 

Alles, das uns im Leben passiert, wird von uns in diesen Apothekerschrank einsortiert. Wir müssen es einsortieren, damit wir es verstehen, begreifen und behalten können. Mit den Dingen, für die wir nicht sofort eine passende Schublade finden, fremdeln wir - sie machen uns Angst.

 

Auch das Verhalten und die Gefühle anderer Menschen sortieren wir ein. Wir überlegen uns dann: „Der macht das weil …“.

 

Der Grund, den wir dann finden, ist aber unser Grund, ist unsere Sichtweise auf die Dinge. Wenn wir nicht nachfragen, haben wir keine Ahnung aus welcher Motivation heraus der Andere etwas tut. Wir unterstellen Menschen Eigenschaften, Vorlieben, Verhaltensweisen, die unsere eigenen sind.

Über diese Neigung können wir gerade jetzt in Corona Zeiten mal gut nachdenken. Genau hinschauen, was sich dahinter verbirgt ,wenn Bezeichnungen wie Schlafschafe oder Covidioten benutzt werden.

 

Ein bekannter Motivationstrainer gibt den Rat: „Wenn Sie wissen wollen, wie jemand tickt, dann fragen Sie ihn wie er z.B. seinen Chef findet oder gerade die Situation einschätzt.“ Die Antwort sagt mehr über diese Person aus als über den Chef oder die Situation.

 

Denken Sie daran, besonders, wenn Sie sich gerade mal wieder richtig über einen lieben Mitmenschen ärgern….

 

Verantwortung

In den letzten Tagen habe ich mir eine Serie von Daniel Ganser angehört, Friedensforscher aus der Schweiz. Er hat über unterschiedliche Dinge gesprochen, die vordergründig erstmal scheinbar wenig mit Frieden zu tun haben. Achtsamkeit, Macht und Hilflosigkeit, Ausgrenzung. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die Macht, die wir haben. Die Macht zu entscheiden wann wir was essen, die Macht zu entscheiden womit wir unseren Kopf füttern, was wir lesen, ob und wieviel wir lesen, wie wir unser Handy nutzen. Diese Macht hat ganz viel mit Verantwortung zu tun. Verantwortung für uns und unser ganz eigenes Leben zu übernehmen. Sich nicht länger hilflos zu fühlen. Menschen, die sich verantwortlich fühlen sind weniger verführbar, unterliegen seltener einer Massenpsychose, die kriegerische Handlungen erst möglich machen. Also seid achtsam und nutzt eure Macht…

Autonomie

Wir leben in einer Zeit, in der wir gebetsmühlenartig aufgefordert werden, auf die anderen zu achten, rücksichtsvoll zu agieren.
Wir werden nicht animiert auf uns selbst zu achten, gut für uns selbst zu sorgen, achtsam mit unserer eigenen Gesundheit umzugehen, unser eigenes Immunsystem zu stärken, für unser seelisches Wohlbefinden zu sorgen, Kontakte zu pflegen.
Wie soll das funktionieren?
Wie kann ich für jemanden anderes Sorge tragen, wenn ich mich selbst vernachlässige, so vernachlässige, dass es mir schlecht geht?
Menschen, die gut für sich selbst sorgen können, sind autonom, nicht so schnell manipulierbar, weil sie ja ihre eigenen Bedürfnisse kennen.
Menschen, die glauben, dass Wohlbefinden von der Handlung anderer abhängt, trudeln in der Opferrolle, denn sie fühlen sich abhängig vom Verhalten anderer. Mit Sicherheit sind sie manipulierbarer.
Autonome Menschen sind anstrengend, brauchen Freiraum - ist das gewollt?

Alleine

Die Rolle als Außenseiter ist mir von Kindesbeinen an vertraut. Anders sein als andere. Überlegter, weniger Spaß an Dingen, die "man" so tut, friedlicher, pragmatischer, kommunikativer - das katapultiert einen in eine Situation, in der man sich nicht zugehörig fühlt. Das Gefühl nicht kennt, vollständig Teil einer Gruppe zu sein.
Das hat bei mir dazu beigetragen dass ich Gruppenaktivitäten misstrauisch gegenüber stehe. Mich davor hüte ganz aufzugehen im Gruppengeschehen. Ich mag es Beobachter zu bleiben, jederzeit aussteigen zu können, wenn die Gruppe droht im Zusammengehörigkeitsrausch in die falsche Richtung zu laufen. Ich bin sehr misstrauisch gegenüber Gruppenregeln, die kategorisch einzuhalten sind. Da wird die in vielen Jahren erlernte Autonomie wirksam und katapultiert meinen Rebellen nach vorne.
Laut Aussage meiner Mutter war einer meiner ersten Sätze "Kann ich alleine!"
Dieser Satz gilt noch heute und das ist auch gut so.
Alleine entscheiden, alleine handeln, alleine um Hilfe bitten, alleine mit sich selbst im Reinen sein.
Vielleicht ist es eine gute Idee, mehr Menschen in diese Lage zu versetzen. Schützt vor Manipulation….

Irrwege

Irrwege
In dieser Woche hat mir ein Bekannter einen Text aus dem Buch "Vor dem Frost" von Henning Mankell geschickt. Krimis sind zwar nicht meins, aber der Text hat mich berührt und ich mag ihn mit euch teilen :
"Einmal hatte sie etwas von einer Lichtung gelesen, die man nur finden kann, wenn man sich verirrt hat. So stellte sie sich das große Geheimnis des Menschseins vor. Wenn man nur das Risiko in Kauf nahm, in die Irre zu gehen, wartete das Unbekannte. Wagte man sich dem Umweg anzuvertrauen, erwarteten einen Erlebnisse, von deren Existenz diejenigen, die sich an die Autobahnen hielten, nicht einmal etwas ahnten..."
Wie oft trauen wir uns unbekannte Wege zu gehen, uns einfach einzulassen auf eine neue Erfahrung?
Wie oft sind wir wirklich bereit, Fehler zu machen, uns zu irren?
Viel zu sleten...
Dabei gilt doch auch der Satz: Der Weg in die Sackgasse erweitert die Umgebungskenntnisse!
Also: Es ist Zeit Irrwege zu gehen!
 
 


Coronazeit

Ich habe mich in der vergangenen Woche mit zwei Frauen getroffen, ehemalige Schülerinnen. Wir alle stehen den Vorgängen rund um Corona mehr als kritisch gegenüber.

 

Eine von uns ist seit 25 Jahren als Krankenschwester, verfügt über profunde medizinische Kenntnisse und Insider-Informationen aus Krankhäusern, die die ganze Zeit Intensivstationen mit nur wenigen Patienten verwaltet haben.

 

Die andere ist Grundschullehrerin und zurzeit krankgeschrieben, weil sie den Corona Schulalltag  nicht mehr erträgt. Es z.B. nicht erträgt, dass die große Schwester auf dem Schulhof nicht die weinende kleinere Schwester trösten darf und es nicht erträgt, dass sie wieder und wieder von den Kollegen merkwürdig behandelt wird, weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf.

 

Wir sprechen darüber, dass die Sozialsysteme kurz vor dem Zusammenbruch stehen, während die Super - Reichen in der Corona Zeit immer reicher geworden sind, z.B. der reichste Mann der Welt Jeff Bezo, der Besitzer von Amazon und er wird weiterhin mehr Millionen als vorher scheffeln, weil den Menschen die Lust auf Einkaufen live mit Maskennutzung vergeht.

 

Wir sprechen darüber, dass wir den Regierenden ihre Sorge um die Gesundheit der Menschen nicht glauben. Eine Regierung, die es toleriert, dass die Lebensmittelindustrie minderwertige, schädliche Produkte auf den Markt bringen darf, dass es Zigaretten und Alkohol gibt, Waffenproduktion erlaubt, ist nicht am Wohlergehen der Menschheit interessiert.

 

Wir besprechen darüber, dass wir alle uns in einem Umbruchprozess befinden, der vielleicht – hoffentlich in eine andere Welt führen wird.

 

Und dann kommt er dieser Satz: „Wisst ihr, die meiste Angst habe ich davor, dass das nicht funktioniert, dass die Regeln immer enger werden, dass immer mehr Menschen widerspruchslos mitmachen, beginnen sich gegenseitig zu denunzieren und zu kontrollieren, dass wir alle nur noch manipuliert werden und es nicht schaffen zu durchschauen, was da eigentlich wirklich läuft.“

 

Und ich denke, ja, diese Angst habe ich auch, aber ich habe auch das Vertrauen darin, dass alles gut werden wird. Dass es bis dahin anstrengend, sehr anstrengend wird und wir aufgefordert sind, in dem ganzen Trubel uns und unserer Intuition zu folgen. Gut zu spüren wo Widerstand erforderlich ist und bereit sein, diesen Widerstand auch zu leisten und wo wir uns einfach aus einer Metaebene das ganze Drama entspannt anschauen sollten und nicht rebellieren.

 

Ich gestehe, ich über noch, dass immer wieder geschmeidig hinzubekommen.

 

Gefühle

Ich stehe da, an diesem verwunschenen kleinen See, mit den Seerosen auf der Wasseroberfläche. Mache Tai Chi mit meinem persönlichen Trainer. Ich blicke auf den See. Er spricht darüber, dass die modernen Menschen viel zu viel im Kopf und darüber, dass im See zu wenig Wasser ist. Und auf einmal kommt mir der Symbolfrau die Erkenntnis: Wenn die Außenwelt uns spiegelt, was in uns ist, wenn wir uns dort anschauen könne, welche Themen zu bearbeiten sind und wenn Wasser das Symbol für Gefühle ist, dann sind wir alle im Moment viel zu wenig im Gefühl. Da zeigt uns der fehlende Regen, was uns fehlt, dann geht es darum Gefühle zuzulassen, aber es geht auch darum das Leben zu fühlen, nicht das Leben zu denken. Denn Körper zu fühlen, die Einheit herzustellen zwischen Körper, Seele und Geist. Sich auf die eigenen Gefühle zu verlassen und nicht auf den Kopf. Es heißt schließlich nicht umsonst „nach“denken, den erst ist das Gefühl da und dann denken wir. Mit dem Bauch denken gehört auch dazu.

 

Forscher wissen inzwischen, dass wir ein Bauchgehirn besitzen, das aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen besteht. Diese Nervenzellen kommunizieren über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.  Bewusst erleben wir dabei die Information, dass wir hungrig sind oder dass der Magen schmerzt, weil z.B. Giftstoffe im Magen sind, dann lösen Gehirn und Bauchgehirn Durchfall oder Erbrechen aus, um sich von den Giftstoffen zu befreien...

 

Von den meisten dieser Informationen bekommen wir allerdings nichts mit, denn sie fließen unterschwellig Der Bauch hat dem Kopf mehr zu sagen als umgekehrt, denn rund 90 Prozent aller Infos gehen von unten nach oben. Vieles davon gelangt mit Hilfe des Vagusnervs in unser limbisches System. Das System, dass für die Emotionen zuständig ist. Das Bauchgehirn hat also entscheidenden Anteil daran wie wir uns fühlen und beeinflusst damit unsere Entscheidungen. Wir treffen andere Entscheidungen, wenn wir glücklich, als wenn wir uns gerade im Angstmodus bewegen.

 

Wissenschaftler vermuten, dass wir über eine Art Bibliothek verfügen, in der die Empfindungen des Bauchhirns gespeichert werden und damit für uns jederzeit abrufbar sind. Stehen wir vor einer Entscheidung an, scannt unser Gehirn diese Bibliothek nach ähnlichen Situationen ab. Die jeweilige Empfindung dazu, die dort abgespeichert ist, wird überprüft.

 

Also, lasst eueren Bauch sprechen in nächster Zeit.

 

Loslassen

 

Wenn wir in einer Krise stecken, ein Problem mit einem anderen Menschen haben, an längst Vergangenem hängen, hören wir von wohlmeinenden Menschen oft den Satz:

 

„Du musst einfach loslassen“

 

Erstens ist das nicht einfach, denn sonst hätten wir es ja längst getan und zweitens taucht die Frage auf: „Wie geht das denn?“.

 

Viele verwechseln an dieser Stelle dann loslassen mit aushalten. Aushalten macht schwer und loslassen macht leicht. Wenn wir anfangen etwas auszuhalten, dann schultern wir das Päckchen und tragen es aufrecht durch die Gegend. Wir ertragen die Erinnerung. Lassen wir los, dann gehört die Erinnerung nur noch ins Museum unserer Lebensgeschichte, wo sie gut verwahrt in einer Vitrine steht, sie belastet uns aber nicht mehr im Alltag.

 

Loslassen erfordert Mut und Vertrauen.

 

Es gibt da die Geschichte, wie Affen gefangen werden. Man packt Leckerlis in eine Kiste mit einem Deckel mit einer kleinen Öffnung. Der Affe langt hindurch, packt das Leckerli in seiner Faust und bekommt den Arm nicht mehr zurück. Würde er loslassen, könnte er fliehen, so sitzt er fest.           Uns geht es ähnlich.

 

Zum Loslassen gehört deshalb zunächst die Erkenntnis: „Was ist passiert“ - im Fall des Affen: Er hält etwas in der Hand, dass er gerne haben würde. Bei uns ist es meistens ein Geschehen, dass wir zurückhaben wollen, etwas, das uns verletzt oder verärgert hat Diesen Tatbestand gilt es zu würdigen, ausgiebig und intensiv. Wir können nur loslassen, wenn wir das, was ist, zulassen.      Danach kommt das Abwägen: Welchen Preis zahle ich dafür? Im Fall des Affen bezahlt er mit seiner Freiheit - ein hoher Preis. Er könnte sich entscheiden auf das Leckerli zu verzichten und seine Freiheit zurückzugewinnen.

 

Auch wir zahlen mit unserer Freiheit, weil wir uns in unserem Kummer an die Ursache des Kummers ketten, statt frei davon zu werden. Wenn wir das erkennen und verstehen, dass niemand uns fühlen machen kann und dass die Entscheidungshoheit bei uns liegt, dann beginnen wir, uns nicht länger als Opfer zu fühlen. Wir sind in der Lage frei und unabhängig die Entscheidung zu treffen, wieviel Energie wir noch in das Problem stecken wollen.

 

Veränderung

Immer wieder begegnen mir Menschen, die entsetzt darüber sind, dass sich in ihrem Leben etwas verändert. Überraschungen passieren. Unangekündigter Besuch ist ein absolutes No-Go, eine Veränderung am Arbeitsplatz verursacht Bauchschmerzen. Folgt man Fritz Riemann und seinen „Grundformen der Angst“ dann sind das klassischerweise die Zwanghaften, die die gern möchten, dass alles so bleibt wie es ist. Das ist im Leben allerdings ein hoffnungsloses Unterfangen, denn wie heißt doch der schöne Spruch: „Du kannst niemals in denselben Fluss steigen!“

 

Ihnen gegenüber stehen die hysterischen Persönlichkeiten, die die die größte Angst davor haben, dass sich nichts verändert, dass alles so bleibt wie es ist. Ich gehöre zu den hysterischen, dass erklärt mein Staunen über die Abneigung gegen Veränderungen.

 

Damals als ich noch in einer Bank gearbeitet habe, konnte ich mir gut vorstellen die ungeliebte Position eines Springers einzunehmen. Immer wieder an einem neuen Arbeitsplatz landen mit neuen Herausforderungen, das hätte mir Spaß gemacht.

 

Gesund sind wir immer dann, wenn wir beide Anteile die zwanghaften und die hysterischen in uns vereinen, also gilt es daran zu arbeiten. Die Zwanghaften dürfen ein bisschen offener und flexibler werden und di Hysterischen dürfen ein bisschen mehr Bodenhaftung bekommen, dann können die Fragen des Lebens gut gelöst werden.

 

Einschulung

Immer wieder berichten Menschen darüber, wie stressig Familienfeiern sind, wieviel Streit es dort gibt. Wie ungerne sie hingehen. Am Wochenende haben wir mal wieder erlebt, dass es auch das genaue Gegenteil gibt. Unsere Enkeltochter wurde eingeschult und wir durften Corona bedingt zwar nicht bei der eigentlichen Einschulung dabei sein, waren aber zum Feiern danach eingeladen. Großeltern und Paten trafen sich an diesem wundervollen Tag.

 

Das Einschulungskind und die kleine Schwester waren aufgeregt wie selten, galt es doch ein besonderes Ereignis zu feiern. Alle Erwachsenen kümmerten sich liebevoll um die Kinder, immer wieder spielte einer intensiver mit ihnen. Da wurde getobt, herumgealbert, mit Rauch gefüllte Seifenblasen auf die Reise geschickt, Geschenke bestaunt und ausprobiert. Ja, irgendwann sah man einige der Gäste mit rauchenden Köpfen in ein Legespiel vertieft, dass eigentlich dem Erstklässler zugedacht war. Da wurden die Kinder ernst genommen und an eine noch ungewohnte Rolle, die da heißt „Verhalten in Gesellschaft“ herangeführt. Die Dreijährige stieß stolz mit allen mit ihrem mit O-Saft gefülltem Sektglas an. Alles passierte wie selbstverständlich, geschmeidig.

 

Die freundlichen, lustigen Worte flogen über den Tisch, alle fühlten sich augenscheinlich wohl miteinander, vertraut, auch wenn man sich nicht so oft sieht.

 

Am Ende eines wunderbaren Tages als wir uns auf die 2 stündige Autofahrt nach Hause machten, war ich satt. Satt vom Essen, satt von den Begegnungen, satt vom Glück.

 

Vom Glück solch eine tolle Familie zu haben, die diese Begegnungen möglich macht.

 

Aggressivität

Champions League Finale diese Woche. Bayern gewinnt, ist aber eigentlich egal.

 

Wie immer schau ich mir fasziniert die Siegerjungs an. Mit Endorphinen gefüllt bis Unterkante Oberlippe, sportlich, strotzend vor Kraft, mit einer ganz besonderen Aggressivität ausgestattet.

 

Diesem: Wo ist die Wand, damit ich mit dem Kopf durchkann, diesem fokussierten Tunnelblick. Dieser Energie, die sich ein Ziel erobert. Diesem Siegergen.

 

Die Menschen sind begeistert von diesen Jungs. Es würde ihnen zugejubelt, wenn denn Zuschauer da wären. Am nächsten Tag in der Presse werden sie überhäuft mit Anerkennung und Lob auch und gerade für diese Zielstrebigkeit. Großartig.

 

Ich frage mich dann immer, wie wäre es im Alltag, wenn diese Menschen dort solchen Persönlichkeiten begegnen würden? Persönlichkeiten, die mehr oder weniger rücksichtslos auf ihr Ziel zusteuern. Menschen mit dieser Aggressivität?  Käme dann auch Lob oder eher Abneigung. Wäre das auch toll? Oder würden sie nicht eher kritisiert werden für ihre Rücksichtslosigkeit? Würden die Menschen sich nicht eher vor ihnen fürchten?

 

Wie oft erlauben wir uns, mit dieser durchaus positiven Aggressivität zu handeln?

 

Viel Potential zum Nachdenken.

 

Widerstand

Mein ganzes Leben lang hat mich das Thema Widerstand interessiert. Wie bereit bin ich Widerstand zu leisten? Was hätte ich zur Nazi -Zeit gemacht? Mich gefügt, rebelliert? Hätte ich mich getraut Menschen zu verstecken?
Es hat mich beschäftigt, ich habe das Thema Attentat auf Hitler im Abitur im Fach Geschichte gewählt. Diskussionen mit meiner Mutter darüber geführt, die der Meinung war, dass Stauffenberg und Co Fehler gemacht haben, weil sie ihre Familien in Gefahr gebracht haben. Familie sei kategorisch zu schützen.
Ich war anderer Meinung. Ich war der Meinung, das eigene Gewissen, die eigene Haltung ist das Wichtigste, auch und gerade für die Familie.
Nie konnte ich es für mich klären, wieweit ich mich trauen würde zu rebellieren und ob ich es überhaupt merken würde, manipuliert zu werden.
Corona hat mir geholfen zu verstehen. Zu verstehen, wie öffentliche Meinung hergestellt wird, wie es sich anfühlt, anderer Meinung zu sein. Hat mir gezeigt, dass ich sehr wohl lautstark protestiere, auch wenn die restliche Welt meine Meinung nicht teilt. Das beruhigt mich ein bisschen.
Und ja, heute weiß ich auch, ich würde Menschen verstecken, die verfolgt oder angegriffen werden, denn ein afrikanischer Schwiegersohn und ein afghanischer Mitbewohner haben sich in mein Herz geschlichen und ich werde sie schützen, wann immer das erforderlich sein sollte. Mit zitternden Knien vermutlich, aber ich werde es tun.
Den Kopf ausschalten mit all seinen Ängsten und dem Herzen folgen – immer wieder!


Sternstunde

Diese Woche aufgefordert vom Sommerradio eine Geschichte zu einer Sternstunde zu schreiben. Nein, es ein Glücksmoment ist nicht gemeint, ein Moment, in dem ich in meinem Leben den Himmel berührt habe. Es ist gemeint, eine Geschichte zu schreiben, über ein Ereignis, dass sich erst im Nachhinein als Glücksmoment herausgestellt hat.  Ein Moment, der zunächst wie Unglück, Pech gewirkt hat, der uns unglücklich gemacht hat, vielleicht hat verzweifeln lassen. 

 

Ich musste lange überlegen. Es gibt nicht viele solcher Momente in meinem Leben. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein sehr intuitiver Mensch bin, der gut spüren kann, wo die Reise hingeht. Und dann, ja dann ist sie mir doch noch eingefallen, diese Sternstunde in meinem Leben. Eigentlich betrifft sie gar nicht mich, sondern meinen Sohn, aber wie das so ist mit Kindern, wir Mamas leben und leiden einfach mit. Eine Geschichte, die alle zunächst hat, ein bisschen verzweifeln lassen und sich erst im Nachhinein als Glücksgriff herausstellte.  

 

Vielleicht ist sie ja im Sommerradio zu hören ...

 

Raffael

Abends im Freibad, dienstags ist immer Aqua Jogging. Ich schwimme erst 20 Minuten. Während ich so durchs Wasser gleite, taucht Raffael auf.

 

Raffael ist ein mongoloider junger Mann. Er hat sich vorgenommen, heute 4 Bahnen zu schwimmen. So ganz geschmeidig funktioniert das nicht, er ist ein bisschen unwillig. Diskutiert mit sich am Beckenrand herum. Startet dann endlich doch, schwimmt neben mir.

 

Und dann plötzlich fordert er mich zum Wettschwimmen heraus. Ich sage ihm, dass ich als alte Frau eh keine Chance gegen ihn als jungen Mann habe. Er lässt nicht locker, hat einen Heidenspaß daran. Planscht mit den Füßen aufs Wasser, es spritzt. Ist mir eine Nasenlänge voraus. Ruft laut: "Ach Anne, du bist nett!"

 

Ich werde mitgerissen von seiner herzlichen Freude, freue mich über seine Freude. Es kann so einfach sein.

 

Jammern

Manchmal gibt es diese Momente, in denen ich mich fühle wie im falschen Film. Mich erstaunt umsehe und denke: "Was tun die da?" Menschen, die mir Maske über den Parkplatz laufen oder noch schlimmer über die Straße, statt sie beim Rausgehen aus dem Laden, sofort runter zu nehmen. Wie halten die das aus, die Maske eine Sekunde länger zu tragen als unbedingt nötig?

 

Menschen, die über Situationen jammern, manchmal in Endlos-Schleife. Da geht es dann um Kollegen, die auf eine bestimmte Art und Weise agieren, um Verkäufer, die ihren Job nicht richtig machen oder Kinder, die nicht ordentlich genug aufräumen. Ich denke dann oft: "Ja und? Shit happens - nicht der Aufregung wert. Du machst schließlich auch nicht alles richtig."

 

Menschen, die sich als Opfer fühlen, die sich beklagen nicht genug zu haben, schlecht behandelt zu werden, kein Glück im Leben zu haben, statt das Heft in die Hand zu nehmen und zu handeln und ihre Situation zu verändern. Menschen, die schweigen statt zu reden.

 

Dabei wollen sie eigentlich alle nur gesehen werden, wertgeschätzt werden. Wollen einen einzigen Menschen, der ihnen sagt. „Ja, ich sehe dich, du bist okay.“ Leider erzeugen sie mit ihrem Jammern und ihrer Opferhaltung genau das Gegenteil. Das Gegenüber ist genervt, wehrt die Kontaktaufnahme ab, so schade. Es könnte so einfach sein, einfach mal hinschauen, wo das Bedürfnis des Anderen gerade liegt und vielleicht bereit sein, dieses Bedürfnis zu erfüllen ….

 

Hingabe

Hingabe, dieses Wort ist strömt heute durch meinem Kopf. Was ist das - Hingabe?

 

Wikipedia sagt: Sich öffnen, Zuwenden, Empfangen

 

Wie oft sind wir voller Hingabe? Hingabe an eine Aufgabe, einen Menschen, an eine Idee, an das große Ganze. Hingabe heißt Kontrolle aufgeben. Kontrolle ist wie eine Mauer, die das Empfangen verhindert, eine Mauer, die uns verschließt, statt uns zu öffnen.

 

Gerade in herausfordernden Momenten, Momenten, in denen die Welt über uns zusammenbricht, vergessen wir sie so gerne die Hingabe. Wir ziehen die Mauer namens „Kontrolle“ hoch und vergrößern den Stress, schneiden uns von Erkenntnissen, Lösungen ab, Lösungen, die nur in und aus der Hingabe entstehen können.

 

Wenn wir uns hingeben, sind wir im Einklang von Körper, Seele, Geist, verbunden mit dem großen Ganzen. Keine Blockade, keine Kontrolle trübt den Empfang.

 

Wie sagt die großartige Martina Trimpin immer: „Herz mal drüber“…

 

Beziehungen

Beziehungen, ich bin ein Mensch, dem es sehr wichtig ist, in Beziehung zu treten mit anderen. Kontakt aufnehmen, miteinander reden. Ich tue mich schwer mit Menschen, die vor Menschen flüchten, am liebsten alleine sein wollen, sich von anderen permanent geärgert fühlen.

 

Ich mag es miteinander zu reden, ja, eigentlich erwarte ich immer eine Antwort auf meine Kontaktversuche. Nicht mit mir reden, ist gefühlt Todesstrafe für mich.

 

Die WhatsApp Nachricht, die unbeantwortet bleibt, irritiert mich genauso wie ein Schweigen auf meine Fragen. Ich versuche dann immer Gründe, Erklärungen zu finden, warum sich mein Gegenüber verweigert mit mir zu reden. Bin total erstaunt, wenn ich von Menschen höre: „Nö, da muss ich jetzt nicht antworten“.

 

Nicht antworten heißt, dass der andere mir nichts bedeutet und ich keinen Kontakt zu ihm haben möchte. Es heißt für mich, der andere ist so sauer, dass er schweigt. Die Option aus Bequemlichkeit oder Unlust zu schweigen, gibt es in mir nicht.

 

Wenn ich nicht mehr rede, den Kontakt verweigere, dann bin ich stinksauer, total wütend, dann ist das Kind komplett in den Brunnen gefallen.

 

Für mich gilt

 

Schweigen ist Silber und reden ist Gold….

 

Videos

Im Augenblick gibt es anscheinend den großen Video-Hype. Wann immer man einen Marketing Experten fragt, kommt die Antwort: „Videos produzieren!“ Oh ja, man merkt es, dass jeder diese Antwort bekommt. Wir werden überschüttet, ja für mein Gefühl, zugemüllt mit Videos.
Ganz ehrlich - es nervt. Es nervt Menschen dabei zu zusehen, wie sie ihre Kamera einstellen, ihr Micro richten, erst vorlesen, wer so alles gerade live dabei oder darüber berichten wie sie sich heute fühlen, wenn sie das Video aufnehmen.
Ich bin dann immer fassungslos und frage mich „Will ich das gerade wissen?“ Nein, will ich nicht. Ich möchte kurz und knackig eine Information, deshalb gucke ich das Video. Ich will keinen nicht zum Thema gehörendenden Gedankenschleifen folgen und will nicht Menschen zuhören, die nicht auf den Punkt kommen. Und ja, ich als Hörende brauche auch keine Bilder.
Ich denke an immer: „Mensch, ein knackiger Fünf-Zeiler mit der Kerninformation hätte mir und dir eine Menge Zeit erspart!“

Ethik

Gestern habe ich mir eine Behandlung in Psycho- Kinesiologie gegönnt. Eine Bekannte lernt das gerade und brauchte Übungspartner. Neugierig wie ich bin, habe ich mich darauf eingelassen. Es war eine interessante Erfahrung. Am interessantesten fand ich ihre Einschätzung meiner Persönlichkeit. Es gab einen Test, bei dem Sie versuchte, die Verbindung zum Unterbewusstsein zu stören, um mit dem Muskel diesen Effekt zu testen. Was soll ich sagen, es ist ihr bei mir nicht gelungen, ich blieb verbunden, unabhängig, was sie machte. Und ich war die ganze Zeit so konzentriert, dass keine Aufforderung, wie anscheinend bei anderen wiederholt werden musste. „Ungewöhnlich“ war ihr erstaunter Kommentar. Und mir ist wieder einmal klar geworden, warum ich mich so oft so anders als andere fühle…

 

Chor