JAMMERFASTEN

 

 

Zur Zeit wird bei Facebook wieder einmal aufgerufen zum Jammerfasten. 16 Tage lang zu üben, nicht zu jammern. Versprochen werden mehr innerer Frieden, Balance, Lebensfreude, Energie und Gesundheit versprochen, wenn man durchhält.

 

Ich lese diese Aufrufe und denken mir „Wie jetzt, was ist das denn für eine Herausforderung?“ Für mich hieße die Herausforderung, endlich einmal zu jammern, laut zu jammern, anderen mein Leid zu klagen. Ich mache das nämlich nie, weil ich eine große Scheu davor habe, Leid in den Fokus zu rücken. Leid quasi durch das darüber sprechen zu manifestieren. Das kommt mir nicht logisch vor, erscheint mir irgendwie falsch zu sein.

 

Wenn ich jammere bin ich gerade nicht einverstanden mit dem Leben, nicht einverstanden damit, was mir gerade passiert. Ich baue Widerstand auf. Ich halte es grundsätzlich für nicht klug Widerstand aufzubauen, egal wogegen. Widerstand kostet mich meine Energie, Widerstand baut Mauern auf. Wieviel geschickter wäre es einfach mitzufließen, nicht in den Widerstand zu gehen, zu akzeptieren.

 

So wünschenswert diese Haltung auch ist, gelingt sie doch nicht immer und nicht jeden Tag und dann, ja dann kann es durchaus auch mal hilfreich zu jammern. Andere am eigenen Unwohlsein zu beteiligen, nicht alles mit sich selbst auszumachen.

Die Challenge könnte also auch heißen: „Mach es anders als du es bisher getan hast“ – dann würde sie alle erreichen

Körpersprache

 

Immer wieder bekommen wir den Hinweis, dass Körper, Seele und Geist eins sein sollten. Wir hören diese Worte, unser Kopf versteht sie, aber wir setzten sie nicht um. Nicht so um, dass wir lernen in jedem Moment die Zeichen zu lesen, dass wir wirklich verstehen was es bedeutet.

 

Verstehen wie und wo es sich zeigt, wenn der Kopf gerade beschäftigt ist, wenn es dem Körper nicht gut geht, wenn die Seele leidet. Wie z.B. die Körperhaltung signalisiert, dass gerade die Seele schmerzt oder der Kopf beschäftigt ist. Was es bedeutet, wenn wir mit gesenktem Kopf durch die Welt laufen oder unseren Brustkorb rausschieben, was wir damit der Welt signalisieren.

 

Wie wir an Körperhaltung den Status einer Beziehung erkennen können. Auf Fotos wird das oft besonders deutlich, sind die Köpfe oder die Körper einander zugeneigt oder streben sie auseinander. Unbewusst neben wir solche Signale manches Mal wahr und wundern uns dann, warum sich eine Situation so merkwürdig angefühlt hat.

 

Wie schön wäre es doch, wenn wir damit ganz bewusst umgehen könnten, wenn es Lehrer gäbe, die uns sehend machen würden.

 

Wie wäre es denn mal mit Körpersprache als Schulfach? Vielleicht lebenstauglicher als binomische Formeln – meint ihr nicht?

 

Apothekerschrank

Die intelligente, begabte Vera Birkenbihl hat einmal gesagt: „ Wir leben alle in unserem eigene Universum und eigentlich ist es erstaunlich, dass wir überhaupt jemals andere verstehen.“

 

Ja, wir alle haben unsere ganz eigenen Schubladen, in die wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse einsortieren. Da gibt es große und kleine Schubladen, manche habe eine Vielzahl davon, andere nur wenige. Unser ganz eigener Apothekerschrank, der durch unsere Persönlichkeit, unsere Erfahrungen, die Kultur, in der wir aufgewachsen sind, die Sprache, die wir erlernt haben, kurz gesagt durch unseren ganz individuellen Weg durchs Leben geformt wurde.

 

Alles, das uns im Leben passiert, wird von uns in diesen Apothekerschrank einsortiert. Wir müssen es einsortieren, damit wir es verstehen, begreifen und behalten können. Mit den Dingen, für die wir nicht sofort eine passende Schublade finden, fremdeln wir - sie machen uns Angst.

 

Auch das Verhalten und die Gefühle anderer Menschen sortieren wir ein. Wir überlegen uns dann: „Der macht das weil …“.

 

Der Grund, den wir dann finden, ist aber unser Grund, ist unsere Sichtweise auf die Dinge. Wenn wir nicht nachfragen, haben wir keine Ahnung aus welcher Motivation heraus der Andere etwas tut. Wir unterstellen Menschen Eigenschaften, Vorlieben, Verhaltensweisen, die unsere eigenen sind.

Über diese Neigung können wir gerade jetzt in Corona Zeiten mal gut nachdenken. Genau hinschauen, was sich dahinter verbirgt ,wenn Bezeichnungen wie Schlafschafe oder Covidioten benutzt werden.

 

Ein bekannter Motivationstrainer gibt den Rat: „Wenn Sie wissen wollen, wie jemand tickt, dann fragen Sie ihn wie er z.B. seinen Chef findet oder gerade die Situation einschätzt.“ Die Antwort sagt mehr über diese Person aus als über den Chef oder die Situation.

 

Denken Sie daran, besonders, wenn Sie sich gerade mal wieder richtig über einen lieben Mitmenschen ärgern….

 

Verantwortung

In den letzten Tagen habe ich mir eine Serie von Daniel Ganser angehört, Friedensforscher aus der Schweiz. Er hat über unterschiedliche Dinge gesprochen, die vordergründig erstmal scheinbar wenig mit Frieden zu tun haben. Achtsamkeit, Macht und Hilflosigkeit, Ausgrenzung. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die Macht, die wir haben. Die Macht zu entscheiden wann wir was essen, die Macht zu entscheiden womit wir unseren Kopf füttern, was wir lesen, ob und wieviel wir lesen, wie wir unser Handy nutzen. Diese Macht hat ganz viel mit Verantwortung zu tun. Verantwortung für uns und unser ganz eigenes Leben zu übernehmen. Sich nicht länger hilflos zu fühlen. Menschen, die sich verantwortlich fühlen sind weniger verführbar, unterliegen seltener einer Massenpsychose, die kriegerische Handlungen erst möglich machen. Also seid achtsam und nutzt eure Macht…

Autonomie

Wir leben in einer Zeit, in der wir gebetsmühlenartig aufgefordert werden, auf die anderen zu achten, rücksichtsvoll zu agieren.
Wir werden nicht animiert auf uns selbst zu achten, gut für uns selbst zu sorgen, achtsam mit unserer eigenen Gesundheit umzugehen, unser eigenes Immunsystem zu stärken, für unser seelisches Wohlbefinden zu sorgen, Kontakte zu pflegen.
Wie soll das funktionieren?
Wie kann ich für jemanden anderes Sorge tragen, wenn ich mich selbst vernachlässige, so vernachlässige, dass es mir schlecht geht?
Menschen, die gut für sich selbst sorgen können, sind autonom, nicht so schnell manipulierbar, weil sie ja ihre eigenen Bedürfnisse kennen.
Menschen, die glauben, dass Wohlbefinden von der Handlung anderer abhängt, trudeln in der Opferrolle, denn sie fühlen sich abhängig vom Verhalten anderer. Mit Sicherheit sind sie manipulierbarer.
Autonome Menschen sind anstrengend, brauchen Freiraum - ist das gewollt?

Alleine

Die Rolle als Außenseiter ist mir von Kindesbeinen an vertraut. Anders sein als andere. Überlegter, weniger Spaß an Dingen, die "man" so tut, friedlicher, pragmatischer, kommunikativer - das katapultiert einen in eine Situation, in der man sich nicht zugehörig fühlt. Das Gefühl nicht kennt, vollständig Teil einer Gruppe zu sein.
Das hat bei mir dazu beigetragen dass ich Gruppenaktivitäten misstrauisch gegenüber stehe. Mich davor hüte ganz aufzugehen im Gruppengeschehen. Ich mag es Beobachter zu bleiben, jederzeit aussteigen zu können, wenn die Gruppe droht im Zusammengehörigkeitsrausch in die falsche Richtung zu laufen. Ich bin sehr misstrauisch gegenüber Gruppenregeln, die kategorisch einzuhalten sind. Da wird die in vielen Jahren erlernte Autonomie wirksam und katapultiert meinen Rebellen nach vorne.
Laut Aussage meiner Mutter war einer meiner ersten Sätze "Kann ich alleine!"
Dieser Satz gilt noch heute und das ist auch gut so.
Alleine entscheiden, alleine handeln, alleine um Hilfe bitten, alleine mit sich selbst im Reinen sein.
Vielleicht ist es eine gute Idee, mehr Menschen in diese Lage zu versetzen. Schützt vor Manipulation….

Irrwege

Irrwege
In dieser Woche hat mir ein Bekannter einen Text aus dem Buch "Vor dem Frost" von Henning Mankell geschickt. Krimis sind zwar nicht meins, aber der Text hat mich berührt und ich mag ihn mit euch teilen :
"Einmal hatte sie etwas von einer Lichtung gelesen, die man nur finden kann, wenn man sich verirrt hat. So stellte sie sich das große Geheimnis des Menschseins vor. Wenn man nur das Risiko in Kauf nahm, in die Irre zu gehen, wartete das Unbekannte. Wagte man sich dem Umweg anzuvertrauen, erwarteten einen Erlebnisse, von deren Existenz diejenigen, die sich an die Autobahnen hielten, nicht einmal etwas ahnten..."
Wie oft trauen wir uns unbekannte Wege zu gehen, uns einfach einzulassen auf eine neue Erfahrung?
Wie oft sind wir wirklich bereit, Fehler zu machen, uns zu irren?
Viel zu sleten...
Dabei gilt doch auch der Satz: Der Weg in die Sackgasse erweitert die Umgebungskenntnisse!
Also: Es ist Zeit Irrwege zu gehen!
 
 


Coronazeit

Ich habe mich in der vergangenen Woche mit zwei Frauen getroffen, ehemalige Schülerinnen. Wir alle stehen den Vorgängen rund um Corona mehr als kritisch gegenüber.

 

Eine von uns ist seit 25 Jahren als Krankenschwester, verfügt über profunde medizinische Kenntnisse und Insider-Informationen aus Krankhäusern, die die ganze Zeit Intensivstationen mit nur wenigen Patienten verwaltet haben.

 

Die andere ist Grundschullehrerin und zurzeit krankgeschrieben, weil sie den Corona Schulalltag  nicht mehr erträgt. Es z.B. nicht erträgt, dass die große Schwester auf dem Schulhof nicht die weinende kleinere Schwester trösten darf und es nicht erträgt, dass sie wieder und wieder von den Kollegen merkwürdig behandelt wird, weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf.

 

Wir sprechen darüber, dass die Sozialsysteme kurz vor dem Zusammenbruch stehen, während die Super - Reichen in der Corona Zeit immer reicher geworden sind, z.B. der reichste Mann der Welt Jeff Bezo, der Besitzer von Amazon und er wird weiterhin mehr Millionen als vorher scheffeln, weil den Menschen die Lust auf Einkaufen live mit Maskennutzung vergeht.

 

Wir sprechen darüber, dass wir den Regierenden ihre Sorge um die Gesundheit der Menschen nicht glauben. Eine Regierung, die es toleriert, dass die Lebensmittelindustrie minderwertige, schädliche Produkte auf den Markt bringen darf, dass es Zigaretten und Alkohol gibt, Waffenproduktion erlaubt, ist nicht am Wohlergehen der Menschheit interessiert.

 

Wir besprechen darüber, dass wir alle uns in einem Umbruchprozess befinden, der vielleicht – hoffentlich in eine andere Welt führen wird.

 

Und dann kommt er dieser Satz: „Wisst ihr, die meiste Angst habe ich davor, dass das nicht funktioniert, dass die Regeln immer enger werden, dass immer mehr Menschen widerspruchslos mitmachen, beginnen sich gegenseitig zu denunzieren und zu kontrollieren, dass wir alle nur noch manipuliert werden und es nicht schaffen zu durchschauen, was da eigentlich wirklich läuft.“

 

Und ich denke, ja, diese Angst habe ich auch, aber ich habe auch das Vertrauen darin, dass alles gut werden wird. Dass es bis dahin anstrengend, sehr anstrengend wird und wir aufgefordert sind, in dem ganzen Trubel uns und unserer Intuition zu folgen. Gut zu spüren wo Widerstand erforderlich ist und bereit sein, diesen Widerstand auch zu leisten und wo wir uns einfach aus einer Metaebene das ganze Drama entspannt anschauen sollten und nicht rebellieren.

 

Ich gestehe, ich über noch, dass immer wieder geschmeidig hinzubekommen.

 

Gefühle

Ich stehe da, an diesem verwunschenen kleinen See, mit den Seerosen auf der Wasseroberfläche. Mache Tai Chi mit meinem persönlichen Trainer. Ich blicke auf den See. Er spricht darüber, dass die modernen Menschen viel zu viel im Kopf und darüber, dass im See zu wenig Wasser ist. Und auf einmal kommt mir der Symbolfrau die Erkenntnis: Wenn die Außenwelt uns spiegelt, was in uns ist, wenn wir uns dort anschauen könne, welche Themen zu bearbeiten sind und wenn Wasser das Symbol für Gefühle ist, dann sind wir alle im Moment viel zu wenig im Gefühl. Da zeigt uns der fehlende Regen, was uns fehlt, dann geht es darum Gefühle zuzulassen, aber es geht auch darum das Leben zu fühlen, nicht das Leben zu denken. Denn Körper zu fühlen, die Einheit herzustellen zwischen Körper, Seele und Geist. Sich auf die eigenen Gefühle zu verlassen und nicht auf den Kopf. Es heißt schließlich nicht umsonst „nach“denken, den erst ist das Gefühl da und dann denken wir. Mit dem Bauch denken gehört auch dazu.

 

Forscher wissen inzwischen, dass wir ein Bauchgehirn besitzen, das aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen besteht. Diese Nervenzellen kommunizieren über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.  Bewusst erleben wir dabei die Information, dass wir hungrig sind oder dass der Magen schmerzt, weil z.B. Giftstoffe im Magen sind, dann lösen Gehirn und Bauchgehirn Durchfall oder Erbrechen aus, um sich von den Giftstoffen zu befreien...

 

Von den meisten dieser Informationen bekommen wir allerdings nichts mit, denn sie fließen unterschwellig Der Bauch hat dem Kopf mehr zu sagen als umgekehrt, denn rund 90 Prozent aller Infos gehen von unten nach oben. Vieles davon gelangt mit Hilfe des Vagusnervs in unser limbisches System. Das System, dass für die Emotionen zuständig ist. Das Bauchgehirn hat also entscheidenden Anteil daran wie wir uns fühlen und beeinflusst damit unsere Entscheidungen. Wir treffen andere Entscheidungen, wenn wir glücklich, als wenn wir uns gerade im Angstmodus bewegen.

 

Wissenschaftler vermuten, dass wir über eine Art Bibliothek verfügen, in der die Empfindungen des Bauchhirns gespeichert werden und damit für uns jederzeit abrufbar sind. Stehen wir vor einer Entscheidung an, scannt unser Gehirn diese Bibliothek nach ähnlichen Situationen ab. Die jeweilige Empfindung dazu, die dort abgespeichert ist, wird überprüft.

 

Also, lasst eueren Bauch sprechen in nächster Zeit.

 

Loslassen

 

Wenn wir in einer Krise stecken, ein Problem mit einem anderen Menschen haben, an längst Vergangenem hängen, hören wir von wohlmeinenden Menschen oft den Satz:

 

„Du musst einfach loslassen“

 

Erstens ist das nicht einfach, denn sonst hätten wir es ja längst getan und zweitens taucht die Frage auf: „Wie geht das denn?“.

 

Viele verwechseln an dieser Stelle dann loslassen mit aushalten. Aushalten macht schwer und loslassen macht leicht. Wenn wir anfangen etwas auszuhalten, dann schultern wir das Päckchen und tragen es aufrecht durch die Gegend. Wir ertragen die Erinnerung. Lassen wir los, dann gehört die Erinnerung nur noch ins Museum unserer Lebensgeschichte, wo sie gut verwahrt in einer Vitrine steht, sie belastet uns aber nicht mehr im Alltag.

 

Loslassen erfordert Mut und Vertrauen.

 

Es gibt da die Geschichte, wie Affen gefangen werden. Man packt Leckerlis in eine Kiste mit einem Deckel mit einer kleinen Öffnung. Der Affe langt hindurch, packt das Leckerli in seiner Faust und bekommt den Arm nicht mehr zurück. Würde er loslassen, könnte er fliehen, so sitzt er fest.           Uns geht es ähnlich.

 

Zum Loslassen gehört deshalb zunächst die Erkenntnis: „Was ist passiert“ - im Fall des Affen: Er hält etwas in der Hand, dass er gerne haben würde. Bei uns ist es meistens ein Geschehen, dass wir zurückhaben wollen, etwas, das uns verletzt oder verärgert hat Diesen Tatbestand gilt es zu würdigen, ausgiebig und intensiv. Wir können nur loslassen, wenn wir das, was ist, zulassen.      Danach kommt das Abwägen: Welchen Preis zahle ich dafür? Im Fall des Affen bezahlt er mit seiner Freiheit - ein hoher Preis. Er könnte sich entscheiden auf das Leckerli zu verzichten und seine Freiheit zurückzugewinnen.

 

Auch wir zahlen mit unserer Freiheit, weil wir uns in unserem Kummer an die Ursache des Kummers ketten, statt frei davon zu werden. Wenn wir das erkennen und verstehen, dass niemand uns fühlen machen kann und dass die Entscheidungshoheit bei uns liegt, dann beginnen wir, uns nicht länger als Opfer zu fühlen. Wir sind in der Lage frei und unabhängig die Entscheidung zu treffen, wieviel Energie wir noch in das Problem stecken wollen.

 

Veränderung

Immer wieder begegnen mir Menschen, die entsetzt darüber sind, dass sich in ihrem Leben etwas verändert. Überraschungen passieren. Unangekündigter Besuch ist ein absolutes No-Go, eine Veränderung am Arbeitsplatz verursacht Bauchschmerzen. Folgt man Fritz Riemann und seinen „Grundformen der Angst“ dann sind das klassischerweise die Zwanghaften, die die gern möchten, dass alles so bleibt wie es ist. Das ist im Leben allerdings ein hoffnungsloses Unterfangen, denn wie heißt doch der schöne Spruch: „Du kannst niemals in denselben Fluss steigen!“

 

Ihnen gegenüber stehen die hysterischen Persönlichkeiten, die die die größte Angst davor haben, dass sich nichts verändert, dass alles so bleibt wie es ist. Ich gehöre zu den hysterischen, dass erklärt mein Staunen über die Abneigung gegen Veränderungen.

 

Damals als ich noch in einer Bank gearbeitet habe, konnte ich mir gut vorstellen die ungeliebte Position eines Springers einzunehmen. Immer wieder an einem neuen Arbeitsplatz landen mit neuen Herausforderungen, das hätte mir Spaß gemacht.

 

Gesund sind wir immer dann, wenn wir beide Anteile die zwanghaften und die hysterischen in uns vereinen, also gilt es daran zu arbeiten. Die Zwanghaften dürfen ein bisschen offener und flexibler werden und di Hysterischen dürfen ein bisschen mehr Bodenhaftung bekommen, dann können die Fragen des Lebens gut gelöst werden.

 

Einschulung

Immer wieder berichten Menschen darüber, wie stressig Familienfeiern sind, wieviel Streit es dort gibt. Wie ungerne sie hingehen. Am Wochenende haben wir mal wieder erlebt, dass es auch das genaue Gegenteil gibt. Unsere Enkeltochter wurde eingeschult und wir durften Corona bedingt zwar nicht bei der eigentlichen Einschulung dabei sein, waren aber zum Feiern danach eingeladen. Großeltern und Paten trafen sich an diesem wundervollen Tag.

 

Das Einschulungskind und die kleine Schwester waren aufgeregt wie selten, galt es doch ein besonderes Ereignis zu feiern. Alle Erwachsenen kümmerten sich liebevoll um die Kinder, immer wieder spielte einer intensiver mit ihnen. Da wurde getobt, herumgealbert, mit Rauch gefüllte Seifenblasen auf die Reise geschickt, Geschenke bestaunt und ausprobiert. Ja, irgendwann sah man einige der Gäste mit rauchenden Köpfen in ein Legespiel vertieft, dass eigentlich dem Erstklässler zugedacht war. Da wurden die Kinder ernst genommen und an eine noch ungewohnte Rolle, die da heißt „Verhalten in Gesellschaft“ herangeführt. Die Dreijährige stieß stolz mit allen mit ihrem mit O-Saft gefülltem Sektglas an. Alles passierte wie selbstverständlich, geschmeidig.

 

Die freundlichen, lustigen Worte flogen über den Tisch, alle fühlten sich augenscheinlich wohl miteinander, vertraut, auch wenn man sich nicht so oft sieht.

 

Am Ende eines wunderbaren Tages als wir uns auf die 2 stündige Autofahrt nach Hause machten, war ich satt. Satt vom Essen, satt von den Begegnungen, satt vom Glück.

 

Vom Glück solch eine tolle Familie zu haben, die diese Begegnungen möglich macht.

 

Aggressivität

Champions League Finale diese Woche. Bayern gewinnt, ist aber eigentlich egal.

 

Wie immer schau ich mir fasziniert die Siegerjungs an. Mit Endorphinen gefüllt bis Unterkante Oberlippe, sportlich, strotzend vor Kraft, mit einer ganz besonderen Aggressivität ausgestattet.

 

Diesem: Wo ist die Wand, damit ich mit dem Kopf durchkann, diesem fokussierten Tunnelblick. Dieser Energie, die sich ein Ziel erobert. Diesem Siegergen.

 

Die Menschen sind begeistert von diesen Jungs. Es würde ihnen zugejubelt, wenn denn Zuschauer da wären. Am nächsten Tag in der Presse werden sie überhäuft mit Anerkennung und Lob auch und gerade für diese Zielstrebigkeit. Großartig.

 

Ich frage mich dann immer, wie wäre es im Alltag, wenn diese Menschen dort solchen Persönlichkeiten begegnen würden? Persönlichkeiten, die mehr oder weniger rücksichtslos auf ihr Ziel zusteuern. Menschen mit dieser Aggressivität?  Käme dann auch Lob oder eher Abneigung. Wäre das auch toll? Oder würden sie nicht eher kritisiert werden für ihre Rücksichtslosigkeit? Würden die Menschen sich nicht eher vor ihnen fürchten?

 

Wie oft erlauben wir uns, mit dieser durchaus positiven Aggressivität zu handeln?

 

Viel Potential zum Nachdenken.

 

Widerstand

Mein ganzes Leben lang hat mich das Thema Widerstand interessiert. Wie bereit bin ich Widerstand zu leisten? Was hätte ich zur Nazi -Zeit gemacht? Mich gefügt, rebelliert? Hätte ich mich getraut Menschen zu verstecken?
Es hat mich beschäftigt, ich habe das Thema Attentat auf Hitler im Abitur im Fach Geschichte gewählt. Diskussionen mit meiner Mutter darüber geführt, die der Meinung war, dass Stauffenberg und Co Fehler gemacht haben, weil sie ihre Familien in Gefahr gebracht haben. Familie sei kategorisch zu schützen.
Ich war anderer Meinung. Ich war der Meinung, das eigene Gewissen, die eigene Haltung ist das Wichtigste, auch und gerade für die Familie.
Nie konnte ich es für mich klären, wieweit ich mich trauen würde zu rebellieren und ob ich es überhaupt merken würde, manipuliert zu werden.
Corona hat mir geholfen zu verstehen. Zu verstehen, wie öffentliche Meinung hergestellt wird, wie es sich anfühlt, anderer Meinung zu sein. Hat mir gezeigt, dass ich sehr wohl lautstark protestiere, auch wenn die restliche Welt meine Meinung nicht teilt. Das beruhigt mich ein bisschen.
Und ja, heute weiß ich auch, ich würde Menschen verstecken, die verfolgt oder angegriffen werden, denn ein afrikanischer Schwiegersohn und ein afghanischer Mitbewohner haben sich in mein Herz geschlichen und ich werde sie schützen, wann immer das erforderlich sein sollte. Mit zitternden Knien vermutlich, aber ich werde es tun.
Den Kopf ausschalten mit all seinen Ängsten und dem Herzen folgen – immer wieder!


Sternstunde

Diese Woche aufgefordert vom Sommerradio eine Geschichte zu einer Sternstunde zu schreiben. Nein, es ein Glücksmoment ist nicht gemeint, ein Moment, in dem ich in meinem Leben den Himmel berührt habe. Es ist gemeint, eine Geschichte zu schreiben, über ein Ereignis, dass sich erst im Nachhinein als Glücksmoment herausgestellt hat.  Ein Moment, der zunächst wie Unglück, Pech gewirkt hat, der uns unglücklich gemacht hat, vielleicht hat verzweifeln lassen. 

 

Ich musste lange überlegen. Es gibt nicht viele solcher Momente in meinem Leben. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein sehr intuitiver Mensch bin, der gut spüren kann, wo die Reise hingeht. Und dann, ja dann ist sie mir doch noch eingefallen, diese Sternstunde in meinem Leben. Eigentlich betrifft sie gar nicht mich, sondern meinen Sohn, aber wie das so ist mit Kindern, wir Mamas leben und leiden einfach mit. Eine Geschichte, die alle zunächst hat, ein bisschen verzweifeln lassen und sich erst im Nachhinein als Glücksgriff herausstellte.  

 

Vielleicht ist sie ja im Sommerradio zu hören ...

 

Raffael

Abends im Freibad, dienstags ist immer Aqua Jogging. Ich schwimme erst 20 Minuten. Während ich so durchs Wasser gleite, taucht Raffael auf.

 

Raffael ist ein mongoloider junger Mann. Er hat sich vorgenommen, heute 4 Bahnen zu schwimmen. So ganz geschmeidig funktioniert das nicht, er ist ein bisschen unwillig. Diskutiert mit sich am Beckenrand herum. Startet dann endlich doch, schwimmt neben mir.

 

Und dann plötzlich fordert er mich zum Wettschwimmen heraus. Ich sage ihm, dass ich als alte Frau eh keine Chance gegen ihn als jungen Mann habe. Er lässt nicht locker, hat einen Heidenspaß daran. Planscht mit den Füßen aufs Wasser, es spritzt. Ist mir eine Nasenlänge voraus. Ruft laut: "Ach Anne, du bist nett!"

 

Ich werde mitgerissen von seiner herzlichen Freude, freue mich über seine Freude. Es kann so einfach sein.

 

Jammern

Manchmal gibt es diese Momente, in denen ich mich fühle wie im falschen Film. Mich erstaunt umsehe und denke: "Was tun die da?" Menschen, die mir Maske über den Parkplatz laufen oder noch schlimmer über die Straße, statt sie beim Rausgehen aus dem Laden, sofort runter zu nehmen. Wie halten die das aus, die Maske eine Sekunde länger zu tragen als unbedingt nötig?

 

Menschen, die über Situationen jammern, manchmal in Endlos-Schleife. Da geht es dann um Kollegen, die auf eine bestimmte Art und Weise agieren, um Verkäufer, die ihren Job nicht richtig machen oder Kinder, die nicht ordentlich genug aufräumen. Ich denke dann oft: "Ja und? Shit happens - nicht der Aufregung wert. Du machst schließlich auch nicht alles richtig."

 

Menschen, die sich als Opfer fühlen, die sich beklagen nicht genug zu haben, schlecht behandelt zu werden, kein Glück im Leben zu haben, statt das Heft in die Hand zu nehmen und zu handeln und ihre Situation zu verändern. Menschen, die schweigen statt zu reden.

 

Dabei wollen sie eigentlich alle nur gesehen werden, wertgeschätzt werden. Wollen einen einzigen Menschen, der ihnen sagt. „Ja, ich sehe dich, du bist okay.“ Leider erzeugen sie mit ihrem Jammern und ihrer Opferhaltung genau das Gegenteil. Das Gegenüber ist genervt, wehrt die Kontaktaufnahme ab, so schade. Es könnte so einfach sein, einfach mal hinschauen, wo das Bedürfnis des Anderen gerade liegt und vielleicht bereit sein, dieses Bedürfnis zu erfüllen ….

 

Hingabe

Hingabe, dieses Wort ist strömt heute durch meinem Kopf. Was ist das - Hingabe?

 

Wikipedia sagt: Sich öffnen, Zuwenden, Empfangen

 

Wie oft sind wir voller Hingabe? Hingabe an eine Aufgabe, einen Menschen, an eine Idee, an das große Ganze. Hingabe heißt Kontrolle aufgeben. Kontrolle ist wie eine Mauer, die das Empfangen verhindert, eine Mauer, die uns verschließt, statt uns zu öffnen.

 

Gerade in herausfordernden Momenten, Momenten, in denen die Welt über uns zusammenbricht, vergessen wir sie so gerne die Hingabe. Wir ziehen die Mauer namens „Kontrolle“ hoch und vergrößern den Stress, schneiden uns von Erkenntnissen, Lösungen ab, Lösungen, die nur in und aus der Hingabe entstehen können.

 

Wenn wir uns hingeben, sind wir im Einklang von Körper, Seele, Geist, verbunden mit dem großen Ganzen. Keine Blockade, keine Kontrolle trübt den Empfang.

 

Wie sagt die großartige Martina Trimpin immer: „Herz mal drüber“…

 

Beziehungen

Beziehungen, ich bin ein Mensch, dem es sehr wichtig ist, in Beziehung zu treten mit anderen. Kontakt aufnehmen, miteinander reden. Ich tue mich schwer mit Menschen, die vor Menschen flüchten, am liebsten alleine sein wollen, sich von anderen permanent geärgert fühlen.

 

Ich mag es miteinander zu reden, ja, eigentlich erwarte ich immer eine Antwort auf meine Kontaktversuche. Nicht mit mir reden, ist gefühlt Todesstrafe für mich.

 

Die WhatsApp Nachricht, die unbeantwortet bleibt, irritiert mich genauso wie ein Schweigen auf meine Fragen. Ich versuche dann immer Gründe, Erklärungen zu finden, warum sich mein Gegenüber verweigert mit mir zu reden. Bin total erstaunt, wenn ich von Menschen höre: „Nö, da muss ich jetzt nicht antworten“.

 

Nicht antworten heißt, dass der andere mir nichts bedeutet und ich keinen Kontakt zu ihm haben möchte. Es heißt für mich, der andere ist so sauer, dass er schweigt. Die Option aus Bequemlichkeit oder Unlust zu schweigen, gibt es in mir nicht.

 

Wenn ich nicht mehr rede, den Kontakt verweigere, dann bin ich stinksauer, total wütend, dann ist das Kind komplett in den Brunnen gefallen.

 

Für mich gilt

 

Schweigen ist Silber und reden ist Gold….

 

Videos

Im Augenblick gibt es anscheinend den großen Video-Hype. Wann immer man einen Marketing Experten fragt, kommt die Antwort: „Videos produzieren!“ Oh ja, man merkt es, dass jeder diese Antwort bekommt. Wir werden überschüttet, ja für mein Gefühl, zugemüllt mit Videos.
Ganz ehrlich - es nervt. Es nervt Menschen dabei zu zusehen, wie sie ihre Kamera einstellen, ihr Micro richten, erst vorlesen, wer so alles gerade live dabei oder darüber berichten wie sie sich heute fühlen, wenn sie das Video aufnehmen.
Ich bin dann immer fassungslos und frage mich „Will ich das gerade wissen?“ Nein, will ich nicht. Ich möchte kurz und knackig eine Information, deshalb gucke ich das Video. Ich will keinen nicht zum Thema gehörendenden Gedankenschleifen folgen und will nicht Menschen zuhören, die nicht auf den Punkt kommen. Und ja, ich als Hörende brauche auch keine Bilder.
Ich denke an immer: „Mensch, ein knackiger Fünf-Zeiler mit der Kerninformation hätte mir und dir eine Menge Zeit erspart!“

Ethik

Gestern habe ich mir eine Behandlung in Psycho- Kinesiologie gegönnt. Eine Bekannte lernt das gerade und brauchte Übungspartner. Neugierig wie ich bin, habe ich mich darauf eingelassen. Es war eine interessante Erfahrung. Am interessantesten fand ich ihre Einschätzung meiner Persönlichkeit. Es gab einen Test, bei dem Sie versuchte, die Verbindung zum Unterbewusstsein zu stören, um mit dem Muskel diesen Effekt zu testen. Was soll ich sagen, es ist ihr bei mir nicht gelungen, ich blieb verbunden, unabhängig, was sie machte. Und ich war die ganze Zeit so konzentriert, dass keine Aufforderung, wie anscheinend bei anderen wiederholt werden musste. „Ungewöhnlich“ war ihr erstaunter Kommentar. Und mir ist wieder einmal klar geworden, warum ich mich so oft so anders als andere fühle…

 

Chor

Ich singe in einem Chor. Zur Corona Zeit hat der Chorleiter eine WhatsApp Gruppe eröffnet, in der er uns mit Infos und Musik versorgt. Manchmal spielt er Orgel in der Kirche oder sitzt am Klavier und Solisten singen. Meisten fühle ich mich nicht angesprochen von den ausgewählten Kirchenliedern. Gestern nun wurde ein Gospel angekündigt. Große Freude bei mir. Und dann, ja dann wurde dieser Gospel gesungen von einer Sopranistin. Für mich ein „Oh je“ .

 

Ich habe gegrübelt wie ich es beschreiben kann. Für mich klingt ein gut gesungener Gospel violett, dunkel violett und ist an der Oberfläche rund und darunter rau. Bei der Sopranistin klingt er dunkelblau und füllt die Luft mit sanften Wellen. Der Rhythmus passt nicht. Es ist mir zu weichgespült

 

Ich habe mir das Lied gesungen von Mahalia Jackson angehört - what a feeling!

 

Viele Chormitglieder bedanken sich begeistert und ich, ich stehe da und denke: „Schade“.  Wie so oft im Leben, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Diese WhatsApp Gruppe macht Unterschiede deutlich, Unterschiede, die vorher schon da waren, liegen jetzt auf dem Präsentierteller. Abschied ist angesagt….

Brille

Wir alle gehen durchs Leben und betrachten es durch unsere ganz eigene Brille. Manche Brillen sind rund, andere eher eckig. Die meisten Brillen haben bunt eingefärbte Gläser, da treffen blau und grün, gelb und lila, schwarz und weiß aufeinander. Wir haben natürlich alle keine Ahnung von dieser Brille auf unserer Nase und beginnen darüber zu streiten, ob die Welt nun grün oder vielleicht doch eher lila ist.

 

Im Augenblick lässt sich das ganz wunderbar beobachten, da treffen vermeintlich Vernünftige auf Verschwörungstheoretiker, Ängstliche auf Sorglose. Jeder, der versucht auch nur halbwegs einen realistischen Überblick zu bekommen, wird gnadenlos scheitern. Alle vergessen, dass sie durch ihre ganz eigene Brille auf die Welt gucken und jeder für sich zumindest ein bisschen Recht hat.

 

Wie sagte doch Ken Wilber, der amerikanische Autor: „Alles, was es in der Welt gibt ist ein bisschen richtig, sonst wäre es nicht da!“

 

Wie wäre es, wenn wir uns bewusst machen, dass wir alle unterschiedliche Brillen auf unseren Nasen tragen, akzeptieren, dass andere durch eine andere Brille aufs Leben schauen? Und uns lediglich fragen, was wir da gerade lernen dürfen, aus der Situation, die sich uns in einer bestimmten Farbe präsentiert.

 

Ich glaube, ich lerne gerade, dass es kein Richtig gibt.  Mein ganzes Leben lang war ich innerlich davon überzeugt, dass es ein absolutes Richtig gibt und ich mich anzustrengen habe, dieses Richtig zu erreichen. Jetzt wird mir wieder und wieder dramatisch gezeigt, dass es kein Richtig gibt. Das führte verständlicherweise zunächst zu leichter Verwirrung in meinem System. Inzwischen übe ich mich darin, einfach wahrzunehmen, stehen zu lassen und meiner ganz eigenen Intuition zu folgen.  Durch meine vermutlich bunt gesprenkelte Brille zu schauen und zu akzeptieren, dass mein bunter Blick auf die Welt sich komplett unterscheidet vom einfarbigen Blick der meisten Menschen.

 

Ich verrate euch was, das ist unglaublich entspannend.

 

Schiedsfrau

Ich bin in unserer Gemeinde die Schiedsfrau. Heute hatte ich mal wieder zwei streitenden Nachbarn vor mir, die um störende Bäume kämpften.

 

Keiner hörte dem anderen zu, jeder spulte sein eigenes Programm immer mit der Ansage "Wenn nicht, dann ..."

 

Meine Methode ist: reden lassen. Wir standen kurz vor Abbruch der Verhandlung, Erfolglosigkeitsbescheinigung drohte. Ich war wie immer geschockt, dass man sich so verhaken kann. War betroffen, welche und wieviel Emotionen da so durch die Luft waberten, Emotionen, die nur bedingt mit dem Problem zu tun  hatten. Emotionen, die ahnen lassen, wie viele Verletzungen da passiert, in welchen Film die Kontrahenten sich begeben haben. Einen Film, der fast nicht von außen zu stoppen ist.

 

Und dann ganz plötzlich als ich noch einmal einen Vorschlag mache, einen möglichen Kompromiss formulierte, gab es eine Einigung - einfach so. So als hätte irgendjemand plötzlich den Film angehalten.

 

Die ganzen aufgestauten Gefühle durften geäußert werden. Ich bin immer wieder fasziniert welches Ergebnis dieses "dem Frust Raum geben" bringt.

 

Corona - Posts

Im Augenblick kursieren im Internet Posts von vermeintlich vernünftigen Menschen. Sie haben den Tenor: „Ich trage Maske, weil ich als verantwortungsvoller Mensch einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten möchte.“ Oder auch: „Die Welt dreht sich nicht um mich und meine Befindlichkeiten“. Natürlich nickt vermutlich jeder da innerlich und stimmt zu.
Trotzdem stimmen sie nicht, diese Posts, denn die Menschen, die anderer Meinung sind, die keine Masken tragen, sind genauso verantwortungsbewusst und drehen sich ebenfalls nicht um sich selber. Sie blicken einfach nur an eine andere Stelle.
Sie haben im Blick, wie schädlich es sich auf die Psyche auswirkt, wenn die Menschen vermummt rumlaufen. Sie haben erkannt, dass die Wirkung von Masken, die Tragevorschrift nicht rechtfertigt. Sie haben berechtigte Zweifel an dem ganzen Brimborium, das rund um den Corona -Virus veranstaltet wird. Und sie sind mutig genug, sich zu erlauben, eine ganze eigene Meinung zu haben und für diese auch einzutreten.
Liebe besorgte mitlaufende Mitbürger, was genau ist daran so schlimm, eine andere Meinung zu haben? Eine Gesellschaft sollte das auch in Krisenzeiten aushalten können und offen und konstruktiv unterschiedliche Sichtweisen diskutieren können, ohne die Moralkeule zu schwingen oder gar von Verschwörungstheoretikern zu schwafeln. Sollte bereit sein zu akzeptieren, dass es in diesem Fall, wie übrigens in vielen anderen Fällen auch, keine Sicherheit und keine richtige Lösung gibt. Leben ist halt immer lebensgefährlich, da ändert auch keine Maske etwas daran.

Väter

Gestern war Vatertag. Der Tag alle Väter dieser Welt zu würdigen. Es gibt gut und es gibt schlechte Väter. Mir fiel gestern dieser Spruch vor die Füße: „Hinter jedem glücklichen Kind steht ein großartiger Vater“ und ich dachte: “Ja, ja - das stimmt“. Großartige Väter geben Halt, geben Sicherheit und Wärme und Liebe. In ihren Armen ist die Welt in Ordnung. Ihre Aufgabe ist vielleicht mehr als die Aufgabe der Mütter, die Kinder zu fordern, herauszufordern der Welt zu begegnen. Mit ihrer Hilfe erste Schritte hinaus ins Leben zu machen.

 

Ich hatte so einen Vater. Immer wenn ich mit einer neuen Aufgabe konfrontiert war, einer Aufgabe, die mir Angst machte, habe ich mir vorgestellt mein Vater stände hinter mir, legte mir die Hand auf die Schulter und sagte. „Du schaffst das!“ und dann, ja dann bin ich mutig losgezogen.

 

Ein Vater, zu dem ich jederzeit, mit jedem Problem der Welt kommen konnte. Er vermittelte mir, dass ich ihm nicht alles erzählen musste, dass ich aber gut beraten war, nur Dinge zu tun, die ich ihm erzählen würde.

 

Glücklich wer solch einen Vater hat. Diese Kraft, dieses Vertrauen wirkt auch dann noch, wenn dieser Vater diese Erde schon längst verlassen hat. Ein gutes Erbe….

 

Vertrauen

Vertrauen, dieses Wort geistert durch meinen Kopf. Es fühlt sich warm und sicher, aber auch ein bisschen sperrig an, nicht leicht zu erobern. So als würde es nicht von selbst auf einen zukommen, sondern wolle erobert werden, gebeten werden. Das Wort hat für mich die Farbe Grau, das macht es nicht leichter sich anzunähern.“Ver“ ist der sperrige Teil, trauen hat die Farbe dunkel blau, ist runder, da ist der Zugang leichter.

 

Dann google ich doch mal die Bedeutung der Vorsilbe „Ver“ und was finde ich da:

 

    [1] eine Vorsilbe, die das betreffende Wort als negativ oder schwierig markiert

 

    [3] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine Sache mit etwas versehen wird

 

    [4] eine Vorsilbe, die Veränderung bis hin zur Zerstörung beschreibt

 

    [5] eine Vorsilbe, die Fehlverhalten beschreibt

 

    [6] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine starke, schwer rückgängig zu machende Änderung auf den körperlichen oder seelischen Zustand von jemandem oder etwas einen starken Einfluss ausübt

 

    [7] eine Vorsilbe, die bei vielen Verben zu keiner besonderen Bedeutung führt

 

Na, wenn wundert es da noch, dass ich das Wort als sperrig empfinde? Vielleicht muss ich mal einen Linguistiker fragen, wie diese Bedeutung entstanden ist.

 

Vielleicht liegt es daran, dass wir Deutschen grundsätzlich kein Volk sind, das gerne vertraut. Lieben wir doch den Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Warum sollten wir ein warmes, weiches Wort wählen für etwas mit dem wir große Schwierigkeiten haben?

 

Wenn nun wissen, dass ein sperriges Wort eine tolle Sache ausdrückt, ändert das etwas in unserem Umgang mit dem Vertrauen? Was brauchst du, was brauche ich, um ins Vertrauen zu kommen?

 

Intuition

Fühlen, sind wir alle fühlende oder sind wir denkende Wesen? Oder sind wir vielleicht beides? Fühlend denkend und denkend fühlen? Weiß jeder von euch, an welcher Stelle er da gerade steht.

 

Vertraut ihr euren Gefühlen oder seid ihr davon überzeugt, dass allein der Verstand Lösungen bringen kann?

 

 Geht ihr intuitiv durchs Leben, irgendwie wissend, was gerade in diesem Moment Not-Wendig ist, ohne eine logische Begründung dafür zu haben.

 

Vertraut ihr dieser Intuition oder schmeißt ihr sie mit dem Kopf über den Haufen, um dann viel später festzustellen, dass die Intuition richtig war.

 

Guckt ihr da hin, lasst ihr diese Erkenntnis überhaupt zu? Könnt ihr diese Antwort auf eure Fragen, die tief in euch auftaucht überhaupt wahrnehmen?

 

Ich erlebe Menschen, die so jenseits von dieser Erkenntnis sind, dass sie vermutlich nicht einmal wissen wie man Intuition schreibt. Menschen, die hart und starr auf mich wirken, weil sie nicht fähig sind mitzuschwingen.

 

Mir geht es nicht darum, sich in Gefühlen zu verlieren, ein Drama zu veranstalten und die ganze Umwelt in dieses Drama hineinzuziehen, mir geht es darum, diesem tiefen Wissen in dir zu lauschen. Es wahrzunehmen durch ein Gefühl, einen Ton, einen Satz, eine Idee, die in deinem Kopf auftaucht. Diese Botschaft ernst zu nehmen, sie anzunehmen und Wirklichkeit werden zu lassen. Die Welt warte auf eure ganz besondere Antwort

 

1.Mai

1. Mai, traditionell ein Feiertag in Deutschland. Der Tag der Arbeit wird er auch genannt, weil er eingerichtet wurde um die Opfer einer Arbeiterdemonstration im Jahr 1889 zu würdigen. Genutzt wird dieser Tag einerseits für Maiausflüge, die nichts mit dem eigentlichen Anlass zu tun haben und für flammende Kundgebungen seitens der Gewerkschaften. Genutzt um die Bedeutung von Arbeit und vor allem die Bedeutung von Rechten für die Arbeiter ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. In diesem Jahr fällt er aus. Fällt genauso aus wie die Arbeit an vielen Stellen ausfällt. Auch die Ausflüge fallen aus, Zeit genug also, um einmal darüber nachzudenken, ob es eigentlich noch zeitgemäß ist Fronten aufzumachen, gegen einander anzukämpfen. Was wäre eigentlich, wenn wir alle nach dem Lockdown beginnen würden neu zu denken. Wenn wir den Stillstand als Chance nutzen würden, uns neu zu orientieren. Weg von höher, schneller, weiter, weg von Wettbewerb und Machtkampf, hin zu Gemeinschaft und Gemeinsinn? Können wir das freiwillig tun oder brauchen wir dafür den totalen Stillstand, in dem die Wirtschaft komplett an die Wand gefahren wurde und der Menschheit gar nichts anderes übrig bleibt als sich neu zu orientieren? Was wäre wenn niemand mehr Geld hätte? Kein Bill Gates, kein Jeff Bezos? Wenn alle ohne äußere Macht dastünden und nur noch die innere Macht zählen würde? Unvorstellbar?- Es ist Zeit darüber nachzudenken!

 

Klarheit

Oh Mann, manchmal komme ich mir im Moment vor wie im Schleudergang der Waschmaschine. Mein Kopf arbeitet auf Hochtouren, um all die herum schwirrenden Informationen zu sortieren und mein Gefühl, meine Intuition läuft in einem ganz anderen Modus - sie schreit „NEIN“ Nein, das stimmt alles nicht…- Hört auf mit dem Quatsch!

 

Phasenweise rebelliere ich, diskutiere mich um Kopf und Kragen und dann wieder zucke ich mit den Schultern „So what!“  Aber, ich sag euch was, das ist anstrengend - so anstrengend und es wird ab Montag noch schlimmer, wenn ich gezwungen sein werde, beim Einkaufen Maske zu tragen.

 

Heute habe ich ein Video von der tollen Anja Reiche gehört, da ging es darum, nicht in den Widerstand, sondern in die Klarheit zu gehen. Ja, ja sie hat ja Recht - aber wie gelingt das? Wie kann ich meine Klarheit leben, wenn die Umgebung mich zwingt, gegen meine Überzeugung zu handeln. Wie bleibe ich innerlich klar bei mir und gebe mich im Außen den blödsinnigsten Maßnahmen hin, weil ich keine Lust auf Ordnungsgeld verspüre?

 

Der großartige Viktor Frankl, der so viel Leid in seinem Leben erlebt hat, hat gesagt: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

 

Also nutzen wir doch mal unsere Macht und reagieren frei in jedem Moment, reagieren nicht aus dem Widerstand sondern aus unserer Klarheit. Viel Glück dabei…

 

Erziehung - oder?

Die Tage sie fließen dahin, eigentlich genauso wie immer. Wenn, ja wenn da nicht dieser kleine Kerl namens Corona wäre, der sich gerade erdreistet ganz viel Raum einzunehmen. Wie ein kleines Kind schreit er " Ich, ich"  - will ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Was machen wir dann, dann wenn so ein kleiner Zwerg gerade einen Egoismus - Anfall hat? Wir sagen "Nein! Nein, du bist jetzt gerade mal nicht dran". Frustrationstoleranz muss geübt werden.

 

Und was machen wir jetzt alle?

 

Wir rufen laut "Ja" - du bekommst ganz viel Aufmerksamkeit.

 

Vielleicht sollten wir mal über unsere Erziehungsmethoden nachdenken....

 

Effectuation

Die von mir sehr geschätzte Katja Kremling hat kürzlich in ihren Montags-Impulsen (https://montags-impulse.de/) zu Thema: Effectuation geschrieben und mich wieder einmal sehr begeistert damit.

 

Im Gegensatz zur kausalen Logik, bei der man ein Ziel festlegt und dann darauf zusteuert, was mir zugegebenermaßen schon immer fremd war, beginnt Effectuation bei den vorhandenen Mitteln:

 

Wer ich bin, was ich weiß und wen ich kenne, das heißt: bestimmen, was machbar ist. Da die Zukunft nicht vorhersehbar ist, werden Fragen gestellt wie: Was bin ich bereit zu verlieren und das kann dann als Einsatz für was auch immer riskiert werden. Also leistbaren Verlust bestimmen statt möglicherweise erzielbaren Ertrag. Das Ziel ist es dann, mit Unerwartetem entspannt umzugehen, das Ungeplante zu nutzen und plötzliche Überraschungen in Chancen zu verwandeln Und Partnerschaften einzugehen und möglichst viele am Vorhaben zu beteiligen.

 

Die Frage lautet, was mit den vorhandenen Mitteln sofort getan werden kann. Viele ins Boot zu holen und das gefundene Ziel immer wieder neu zu justieren .Mit jedem Zyklus werden dann die Ziele klarer und klarer.

 

Was für eine tolle Methode gerade in Krisenzeiten, Immer dann, wenn alle schwimmen und niemand so richtig weiß, wo es hingehen wird. Hinschauen was da ist, sich vernetzen und anfangen - so einfach!

 

Frühling

Die Tulpe

 

Dunkel

 

war alles und Nacht.

 

In der Erde tief

 

die Zwiebel schlief,

 

die braune.

 

Was ist das für ein Gemunkel,

 

was ist das für ein Geraune,

 

dachte die Zwiebel,

 

plötzlich erwacht.

 

Was singen die Vögel da droben

 

und jauchzen und toben?

 

Von Neugier gepackt,

 

hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht

 

und um sich geblickt

 

mit einem hübschen Tulpengesicht.

 

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

 

(Josef Guggenmos)

 

Ja, es ist Frühling und auch wir können den Narzissen und Tulpen entgegen lachen. Es lohnt sich. Zurzeit haben wir alle ganz viel Zeit in die Natur zu gehen, können den klaren blauen Himmel genießen, der nicht von den Kondensstreifen der Flugzeuge durchzogen ist.

 

Können unser Lungen mit frischer, gesunder Luft füllen, können unsere Schritte in die Natur lenken und einfach nur genießen.

 

Können den Anfang, die Energie dort draußen spüren, sie ganz tief ins uns aufnehmen.

 

Können die Symbole verstehen lernen: aus dem Dunkel heraus ins Licht wachsen. Die Pflanzen zeigen uns wie es geht. Sie lassen sich nicht irritieren oder gar aufhalten im Dunkel der Erde. Sie sind bereit wie jedes Jahr, vertrautes Terrain zu verlassen und ihre Schönheit der Welt zu zeigen und uns entgegen zu lachen.

 

Die Natur ist einfach da und macht das, was sie seit Jahrtausenden erfolgreich gemacht, ganz ohne unser Zutun. Im Gegenteil, je weniger wir Menschen uns einmischen desto besser arbeitet die Natur.

 

Genieß die Chance, zuschauen zu dürfen …

 

Dankbarkeit

Viele Menschen sind in Aufruhr im Moment, Angst durchzieht die Luft, was gerne vergessen wird in diesen Momenten ist die Dankbarkeit. Dankbarkeit für die schönen Dinge im Leben, die auch und gerade jetzt passieren.

 

Mein Dankbarkeitsglas, das ich im Januar begonnen habe, füllt sich, Tag um Tag.

 

Dankbarkeit für Kleinigkeiten, Dankbarkeit für Dinge, die mir begegnen, für kleine Dinge, die ich erlebe. Lustige Momente im Alltag, Sonne, die scheint, ein langer Spaziergang.

 

Dankbar für die Menschen an meiner Seite, ja, auch dankbar dafür, dass ich immer mehr in die Ruhe komme, immer mehr bei mir, meinen Überzeugungen, Werten und meinem inneren Wissen ankomme. Ein Wissen, auf das ich mehr verlasse als auf alle die tatsächlichen und selbst ernannten Experten da draußen in der Welt. 

Vielleicht sind wir alle gerade aufgefordert genau da anzukommen, wenn im Außen alles wegbricht? Keine Ablenkungen mehr, sondern nur noch wir - wir alleine mit uns. Was für ein Geschenk und was für eine Chance.

Die Chance innerlich frei zu werden, unabhängig von dem was im Außen passiert - nicht mehr manipulierbar sein. Ob das beabsichtigt war?

 

Und ach ja, ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich mit meinem Lieblingsmenschen zusammen lebe, einem Menschen mit dem ich mehrere Woche Quarantäne aushalten würde ..... 

 

Vertrauen in Krisenzeiten

 

Wir alle kennen diese schlauen Kalendersprüche zum Thema  „Vertrauen“. So etwas wie „Akzeptiere was ist, lass gehen, was war und habe Vertrauen in das was kommt“ oder auch „Vertrauen ist die stillste Art von Mut“. Hören sich gut an diese Sprüche und so lange wir in einer Situation sind, in der wie sie gerade nicht brauchen, nicken wir begeistert und sagen: „Ja, so ist das“ und wenn es ernst wird?

 

Wenn der Moment kommt, in dem unser Vertrauen gefragt ist, wenn es wirklich gefragt ist, nicht nur ein bisschen? Was tun wir dann? Bleiben wir in dem Modus und vertrauen? Vertrauen dem Leben und einem Gott, der uns schützt. Pusten dieses Vertrauen in uns so auf, dass es ganz groß wird, uns ganz ausfüllt, so dass die Angst keinen Platz mehr hat? Kümmern uns darum, dieses Vertrauen zu stärken oder kümmern wir uns darum, unsere Angst zu beherrschen? Sind wir im Kontakt mit einer höheren Macht oder schwirren wir alleine und einsam in unserer Angst herum?

 

Finden wir Mittel und Wege wieder in unser Vertrauen zurück zu finden? Atmen. meditieren, in die Natur gehen, Kopfkino ausschalten, singen… Wer singt, kann nicht gleichzeitig Angst fühlen!

 

Wir alle bekommen gerade ganz viel Gelegenheit geschenkt, dass zu üben.

 

Macht das Beste daraus!

Bild könnte enthalten: Text

 

 

Corona und kein Ende

 

Als Mensch mit gesundem Menschenverstand beginnt man so langsam an diesem Verstand zu zweifeln. Panik beherrscht die Welt. Vordergründig als Vorsichtsmaßnahme tituliert, steckt doch dahinter die Angst, irgendetwas zu übersehen, falsch zu machen, für Erkrankungen zu Verantwortung gezogen zu werden. Wohlgemerkt für eine Erkrankung die 97 % der Infizierten problemlos überleben. Es wird suggeriert wir schützen Menschenleben. Ach ja, wo sind denn dann die gleichen Anstrengungen, die Flüchtlinge in Griechenland vor Schäden zu bewahren, wo sind die Anstrengungen, Kinder weltweit vor dem Hungertod zu bewahren. Ich kann sie nicht erkennen. Dabei gilt doch: Gleiches Recht für alle.

 

Mein Gefühl ist, die Mehrheit der Menschen hat ein Problem mit Kontrollverlust. Ja, angesichts von Viren erleiden wir einen Kontrollverlust. Wir können keinen Berater einschalten, wir können nicht schnell eine Lösung aus dem Ärmel schütteln, wir wissen nicht was uns erwartet. Wie furchtbar!

 

Leute, wie sagte schon Erich Kästner so schön „ Leben ist immer lebensgefährlich!“, da hat sich bis heute nichts dran geändert. Keine Versicherung, kein Mundschutz und kein Hygienespray werden uns davor bewahren eines Tages zu sterben und ich glaube, jeder von uns hat einen bestimmten Termin, an dem er oder sie seinen Körper verlässt. Und dann sterben wir  - am Corona-Virus, bei einem Unfall, weil wir vom Stuhl fallen oder an einer Lungenembolie und nichts und niemand wird das verhindern können.  Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich mal mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen, statt die Welt in Aufruhr zu versetzen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich im Vertrauen zu üben, Vertrauen darauf, dass der eigene Körper in der Lage ist ,mit vielfältigen Viren fertig zu werden. Das hat er dein ganzes Leben lang schon bewiesen. Je mehr er das in seinem Leben geübt hat, umso besser wird es funktionieren.

 

Und zu berücksichtigen, dass Angst am schnellsten krank macht und Berührung heilt. Unter dem Aspekt, bitte die Anweisung der Bundeskanzlerin nicht befolgen und weiterhin soziale Kontakte pflegen. Das hilft - garantiert!

 

Also Leute, entspannt euch, macht wozu ihr Lust habt, geht ins Restaurant und in die Stadt und lasst euch nicht verrückt machen. Sondern sagt einfach mal „Nein, ich beteilige mich nicht an dem Blödsinn!“

 

Eine entspannte Woche für alle

 

Gedanken

 

Kennt ihr diese Momente, in denen man da steht, zweimal schlucken muss, weil man feststellt, dass man selbst mal wieder eine komplett andere Meinung hat als der Rest der Welt? Dieser Moment, in dem man sich fühlt wie ein Wesen von einem anderen Stern, das anscheinend eine andere Sprache spricht.

 

Ich selbst kenne diese Momente nur zu gut. Immer wieder passiert es, dass ich aus einem anderen Blickwinkel auf die Dinge schaue, die da gerade vor meinen Augen passieren. Manchmal wird dieser Blickwinkel dankbar angenommen, hilft er doch eine neue Lösung zu finden. Oft ernte ich aber auch nur Erstaunen bis hin zur Ablehnung. Dann wird es spannend. Sehr spannend. Knicke ich ein in solchen Momenten und ändere meine Meinung? Ziehe ich mich beleidigt zurück oder halte ich dagegen und breche eine Diskussion vom Zaun?

 

Also: meine Meinung ändern ist keine Option für mich, jedenfalls nicht, nur weil mir Widerstand entgegen kommt. Ich habe in meinem Leben wieder und wieder geübt, diesem Widerstand zu begegnen. Beleidigt zurückziehen ist eher auch nicht mein Mittel der Wahl. Ich neige eher dazu eine Diskussion vom Zaun zu brechen, in der ich dann den anderen oft sprachlos zurück lasse mit einem schlechten Gefühl für beide, denn Gewinner gibt es hier nicht.  Es fühlt sich an als würde in mir ein kleiner Robin Hood stecken, der nicht aufhört für Gerechtigkeit und Weitblick zu kämpfen und der dabei manchmal über das Ziel hinausschießt. Ich arbeite daran, nicht in diese Falle zu tappen.

 

Trotzdem  erlaube ich mir, eine eigene Meinung zu haben die nicht Mainstream ist und ich erlaube mir, die auch zu äußern., Ich erlaube mir ,stehen zu bleiben, Haltung einzunehmen und ich wünsche mir, dass das viel mehr Menschen tun würden.

 

Probiert es mal aus nächste Woche….

 

Alter

 

Jeder von uns wird älter. Ein Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Motto: „Die einzige Möglichkeit, das Altern zu verhindern, ist früh zu sterben.“ Das will keiner, aber alt werden anscheinend auch nicht.

 

Wenn ich mich so in meiner Generation umhöre, dann scheint die Anzahl der Jahre auf dem Papier irgendwie mit der Art zu denken gekoppelt zu sein. Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, dann kann man offensichtlich bestimmte Dinge nicht mehr tun. Die Gesundheit leidet, die Bewegung ist eingeschränkt, das Denken funktioniert nicht mehr so gut, die Freude am Leben nimmt rapide ab. Meine Mutter pflegte zu sagen. „ leben muss man, wenn man jung ist!“. Mich hat dieser Satz schon als Kind irritiert, weil ich mir überlegte „ und was macht Opa da gerade? - Lebt er nicht?“

 

Ich glaube, dass unsere Gesundheit, unsere Beweglichkeit, unser Denkvermögen an ganz anderen Dingen hängen als am Alter. Wenn ich immer Sport gemacht habe, werde ich das auch mit 80 noch tun können. Vielleicht nicht mehr so schnell und etwas weniger kraftvoll, aber immer noch beweglich. Ich kann auch mit 70 oder 80 noch etwas Neues lernen, wenn ich neugierig und aufmerksam bleibe, wenn ich mein Gehirn genauso trainiert habe wie meine Muskeln. Ich kann noch genauso gerne und leidenschaftlich einer Arbeit nachgehen wie jüngere Menschen, wenn ich Freude daran habe. Die Grenze existiert nur in unseren Köpfen - glaubt es mir. Mut ist gefragt, mutig neue Wege zu gehen und eine neue Wahrnehmung von Alter in die Welt zu bringen.

 

Guckt euch mal den Chor „Heaven can wait“ an, alle Sänger sind über 70. Die Leadsängerin Joanne Bell ist in dem Video 75 Jahre alt …. Großartig oder?

 

https://www.youtube.com/watch?v=Z6WLuhlMSZE

 

Gospelworkshop mit Judy Bailey

 

Gospelworkshop am letzten Wochenende. Judy, Patrick, Leroy und Thilo nehmen uns mit auf eine Reise in unser Herz.

 

Da stehen vorne auf der Bühne vier hochmusikalische Menschen, deren Leben schwingt, schwingt im Rhythmus der Musik, schwingt im Rhythmus ihrer Herzen und schwingt im Rhythmus des Lebens. Für ein wundervolles Wochenende lassen sie uns daran teilhaben, lassen sie uns fühlen, wie es sein könnte, wenn wir alle diese Ordnung und Struktur, die den bundesdeutschen Alltag so sehr prägt, mal einen Moment hinter uns lassen. Erstmal nur für dieses Wochenende. Da fallen Sätze wie „Make it wrong - but strong“  Heißt: „Mach es ruhig falsch, dann aber mit Energie“.

 

Es zeigt sich, dass so mancher Teilnehmer, so manche Teilnehmerin damit ein bisschen überfordert ist. Irritation, ja, manchmal auch ein bisschen Unmut breitet sich aus, besonders bei der Generalprobe am Sonntag, werden doch die ach so gewohnten planmäßigen Abläufe einfach mal über Bord geschmissen. Das Heft in der Hand hat die Frau, die fühlt, fühlt, was gerade dran ist. Und das kann dann eben spontan etwas anderes sein als ursprünglich geplant. Und dieses Fühlen hat auch zur Folge, dass sie das eine oder andere Mal einen Moment braucht, um alle Gefühle, die gerade da sind für sich so zu sortieren, damit ein Weg erkennbar wird. Das dauert dann halt einen Moment. Die Musiker sind gut aufeinander eingestimmt und spontan in der Lage einen neuen Ton anzuschlagen.

 

Ich konnte fühlen wie die Köpfe der Teilnehmer arbeiteten, fanden sie doch so wenig Anknüpfungspunkte, an denen sie sich hätten orientieren können. Diejenigen, die es schafften, sich einzulassen, ihr Herz zu öffnen und den angebotenen Rhythmus aufzunehmen, hatten Spaß, ganz viel Spaß. Und sie hatten in jedem Moment die Gewissheit, dass es klappen würde mit der Aufführung. Dass der Chor es schaffen würde, die Zuhörer zu begeistern. Und so war es dann auch, denn die Profis verstanden ihr Handwerk. Mehr noch das Publikum wurde eingebunden und sang genauso begeistert mit wie der Chor.

 

Ich habe an diesem Wochenende neben der Musik ganz viel gelernt über Gelassenheit und Vertrauen und vor allem bin ich wunderbaren Menschen begegnet, die diese Welt ein bisschen schöner machen.

 

Danke dafür

 

Loben

 

Im Augenblick gebe ich eine Reihe von Seminaren an der VHS zu so unterschiedlichen Themen wie Selbstmanagement, Konfliktlösung oder Glücklich sein. Immer wieder gebe ich den Hinweis doch einfach mal zu loben und nicht nach dem alten Handwerker-Motto zu verfahren: „Nicht geschimpft, ist genug gelobt:“ Ich finde ein nettes Lob erleichtert das Miteinander ungemein.

 

Die Reaktionen, die ich auf diesen Vorschlag ernte, erschrecken mich. Da gibt es Menschen, die das kategorisch ablehnen. Wenn man lobe, stelle man sich über die andere Person oder jeder würde dann überlegen, was man mit diesem Lob bezweckt. Sie selbst reagieren auf Lob mit Abwehr. Und dann gibt es da manchmal auch Menschen, die in anderen Ländern gelebt haben, in denen Lob völlig selbstverständlich ist. In Amerika oder in Griechenland zum Beispiel. Diese Menschen berichten dann wie schwer es ihnen gefallen ist, ihre Begeisterung zu loben, in Deutschland zurück zu halten, weil sie gemerkt haben, dass sie andere damit komplett irritieren. Wie schade.

 

Ich frage mich dann immer, wie gucken diese Menschen auf die Welt? Was für ein Stress, wenn ich davon ausgehe, dass jeder mich manipulieren will. Oder anders ausgedrückt, wie manipulativ sind diese Menschen eigentlich selber, denn schließlich kann ich beim anderen nur das erkennen, das ich selber in mir trage. Und wie schade, dass sie sich das Leben selber so schwer machen nd sich von wahren Glücksmomenten abtrennen, in denen man gelobt wird. Einfach nur so  - ohne Hintergedanken.

 

Ich wünsche euch eine Woche voller Lob.

 

Wo wohnst du

 

Im Jahr 2008 ist bei uns eingebrochen worden. Ärgerlich, da verursachten fremde Menschen ungebeten Chaos im Haus. Für mich stellt sich in solchen Momenten immer die Frage: „Wieviel Macht über mein Leben gebe ich in solchen Momenten diesen Menschen?“ Die Macht, mich gezwungen zu haben auf den gestohlenen Goldschmuck zu verzichten, Stunden das Haus wieder in Ordnung bringen zu müssen, kann ich nicht abstellen. Ich kann aber verhindern, dass sie mir meine gute Laune nehmen, mich in Angst und Schrecken versetzen.

 

Das ist auch eine Frage des Alters, ob ich das kann. Unsere damals 16-jährige Tochter war natürlich erheblich stärker getroffen. Die Vorstellung, dass fremde Menschen unerlaubt im eigenen Zimmer waren, ist in diesem Alter einfach schrecklich. Sie hing also schluchzend in meinem Arm und ich hörte mich sagen: „Aber Kind, du wohnst doch in deinem Kopf, da kann doch niemand hin!“. Im selben Moment habe ich mich über mich selbst erschrocken, war verblüfft über diesen Satz, der da aus mir herauskam. Und dann dachte ich: „Ja, stimmt. Ich wohne in meinem Kopf und das macht mich ziemlich unabhängig von den Dingen, die da um mich herum passieren.“ Das gibt Sicherheit einen Ort zu haben, der von anderen nicht erreicht werden kann. Einen Ort, an dem ich alleine entscheide, was passiert.

 

Das macht ziemlich gelassen -einfach mal testen …..

 

Virus

 

Aktuell raufe ich mir mal wieder die Haare über die ausbrechende Massenhysterie anlässlich des Corona Virus.

 

Schauen wir uns mal die Tatsachen an: Es handelt sich um eine Lungenerkrankung, die grippeähnliche Symptom macht, begleitet von Durchfall. In schweren Fällen kann es zu Nieren und Atemproblemen kommen. Gestorben sind vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Erkrankt sind aktuell 9700 Menschen in China, das sind ca. 0,0007 % der Bevölkerung, selbst wenn es die Zahl 100.000 sein sollte, die ich irgendwo gelesen habe, sind es immer noch nur 0,007 % der Gesamtbevölkerung in China. Ja, Wahnsinn!

 

Es erkranken immer Menschen an irgendwelchen Infektionskrankheiten, Magen-Darm Infekte, Grippe, Erkältung, Malaria. An Grippe und anderen Infektionskrankheiten sterben jährlich in Deutschland ca. 40.000 Menschen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich ungefähr 65 Millionen Magen-Darm-Erkrankungen auftreten und ja, daran sterben auch einige Menschen. Schieben wir deshalb Panik? Nein - wenn aber wie jetzt im Stundentakt Meldungen über die Ausbreitung dieses Virus verbreitet werden, dann kommt Panik auf und keiner stellt die Frage, warum werden diese Informationen verbreitet. Was bezweckt die chinesische Regierung damit? Ich habe keine Ahnung, halte es aber für unwahrscheinlich, dass es aus reiner Menschenliebe geschieht.

 

Also liebe Leute, erst mal nachdenken und dann in Panik verfallen. Ich wünsche euch eine entspannte Woche

 

Maus am Sonntag

Armin Maiwald, der Erfinder der Sendung mit der Maus ist 80 Jahre alt geworden. Seine Stimme hat Generationen von Kindern beim Erwachsen werden begleitet und so mancher lässt sich auch später noch von ihm begleiten. Der Satz: „Klingt komisch, ist aber so“ ist in den allgemeinen Sprachgebrauch genauso eingegangen wie  ein „Ich habe fertig“ eines gewissen Herrn Trappatoni.

 

Die Sendung mit der Maus ist Kult, was haben wir dort nicht alles gelernt: Wie ein Parkscheinautomat funktioniert oder eine Kopfschmerztablette wirkt. Kindgerecht und doch auch für Erwachsene spannend.

 

Die Medienagentur Goldmedia mit Sitz in Berlin schätzt ca. 80 Prozent „ungestützte Markenbekanntheit“ – das sei ein Wert, wie ihn vielleicht noch eine Weltmarke wie Coca-Cola erreiche.

 

Und doch schlug der Maus am Anfang Widerstand entgegen. Von den Kirchen, weil sie zur Kirchzeit lief, von den Zuschauern, weil die Filme zunächst ohne Kommentar gezeigt wurden. Und dann,  ja dann hat die Maus alles überlebt:  Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Helmut Kohl, die Teletubbies und die Mauer.

 

Wie ein treuer Freund begleitet sie uns durch die Höhen und Tiefen des Alltags. Es gibt etwas Verlässliches, die Maus am Sonntagmorgen und die sonore Stimme von Armin Maiwald. Sie trägt, die Sendung und uns - herzlichen Glückwunsch und danke dafür.

 

Lebenskunst

Letztens bezeichnete mich eine gute Freundin als Lebenskünstlerin. Bevor ich nachfragen konnte, schob sie gleich die Erklärung hinter her: Du bist in der Lage aus allem das Beste zu machen. Handfest, realistisch und vor allem optimistisch umschiffst du alle Schwierigkeiten, die dir begegnen. Jammerst und haderst nicht mit den Aufgaben, die das Schicksal dir präsentiert, sonst machst dich energisch auf den Weg, Lösungen zu suchen. Deine ganz eigenen, individuellen Lösungen, die dann von großer Kreativität geprägt sind.

 

Verwundert hörte ich ihr zu. Bezeichnete sie doch etwas als Kunst, dass für mich so selbstverständlich ist. Etwas über das ich nie nachdenke, sondern einfach und immer tue. Eine Fähigkeit, die für mich nichts Außergewöhnliches ist, sondern ganz normaler Alltag. Etwas für das ich mich nie selbst loben würde. Im Gegenteil, so manches Mal stoße ich auf Widerstand ob dieser Fähigkeit und bekomme Arroganz oder Besserwisserei attestiert von Menschen, die in diesem Punkt weniger flexibel gestrickt sind. Oft haben mich diese Bemerkungen verunsichert, auch heute bin ich manchmal noch verletzt. Manchmal gelingt es mir allerdings, es einfach lächelnd stehen zu lassen und damit zu leben, dass dieses Lächeln den Vorwurf der Arroganz nur noch verstärkt.

 

So ist das wohl manchmal im Leben, Dinge, die uns selbst ganz leicht fallen, über die wir nie lange nachdenken, sind für andere etwas ganz besonderes, werden von anderen bewundert oder angestrebt. Andere müssen lange üben, um die Qualität zu erreichen, die uns in die Wiege gelegt wurde. Und wir, die es können, sind oft nicht einmal in der Lage wirklich zu erklären, was wir da gerade tun. Können wir es doch ohne darüber nachdenken zu müssen.

 

Habt ihr für euch schon herausgefunden, was ihr besonders gut könnt, was für euch selbstverständlich ist?

 

Vertrauen

Wir alle erziehen unsere Kinder so gut wie wir es vermögen. Wir bieten Ihnen Grenzen, lassen sie ihre eigenen Erfahrungen machen und versuchen so gut es geht, Vorbild zu sein. Wie das so ist, werden sie größer und größer und sammeln immer mehr Erfahrungen. Erfahrungen, die sie in die Lage versetzten sollten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und uns Eltern in die Lage versetzen sollten, ihnen und ihrem Können zu vertrauen.
Aber was passiert? Die Kinder reifen heran und die meisten Eltern machen sich Sorgen, dass sie es nicht schaffen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ihre Aufgaben pünktlich zu erledigen oder sich von unliebsamen Mitmenschen fernzuhalten.
Ich denke in solchen Momenten immer. „Eh Leute, was habt ihr all die vergangenen Jahre eigentlich getan? Warum vertraut ihr euren eigenen Erziehungsmethoden nicht?“ Wenn meine Erziehungsmethode erfolgreich war, dann kann mein Kind eigene Entscheidungen treffen, kann pünktlich sein und Verantwortung übernehmen. Und vor allem kann mein Kind seinen Gefühlen vertrauen, weil ich ihm beigebracht habe, seine Gefühle ernst zu nehmen.
Also schlimm genug, dass ihr euren Kindern nicht vertraut, aber eigentlich vertraut ihr euren eigenen Methoden nicht. Glaubt nicht, dass sie erfolgreich waren. Wie schade.
Ihr überschüttet die Kinder mit euren Sorgen, erstickt sie in euren Ängsten. Ist das fair?
Das sind alles eure Themen und vermutlich ist es höchste die Zeit, die alle einmal in Ruhe anzuschauen, während eure Kinder ihr ganz eignes Leben leben. Glaubt mir, ihr hättet damit so viel zu tun, dass ihr eure Kinder in Ruhe lassen könnt. Versuch ist es wert.

Vorsätze und so

Das neue Jahr ist nun schon zwei volle Tage alt. 2,5 von 366 vor uns liegenden Tagen, die uns etwas Neues bringen sollen, haben wir schon verbracht. 2,5 Tage von etwas, dass uns Silvester 2019 wunderbar vielversprechend, neu und aufregend erschien. So, als würden wir uns ein neues Kleid anziehen, in ein neues Land aufbrechen.

 

Und? Wie fühlt ihr euch jetzt? Werden die guten Vorsätze noch eingehalten? Haben sich eure Beziehungen verbessert? Habt ihr das erträumte Verhalten schon umgesetzt?

 

Nein? Alles ist genauso wie vor dem 1.1.? Die gleichen Probleme, die gleichen Schwierigkeiten?

 

So ein Mist! Und jetzt? Jetzt fühlt ihr euch schlecht, glaubt versagt zu haben. Glaubt nicht energisch, diszipliniert oder klug genug zu sein. Noch mehr Mist.

 

Vergesst das alles, diesen ganzen Bullshit rund um den Jahreswechsel. Das sind alles nur von der Gesellschaft kreierte Ideen. Das sind Spielchen, die wir schon viele, viele Jahre miteinander spielen. Es sind auch Spielchen, die uns klein halten sollen, uns von unserem eigenen So-Sein, unserer ganz eigenen Kraft abhalten sollen. Denn unsere ganz eigene Kraft verursacht ein bestimmtes Verhalten und sie produziert auch manchmal quasi automatisch Stress. Stress, den es auszuhalten gilt, den es zu bearbeiten gilt, aber kein Stress, den es zu vermeiden gilt.

 

Ich glaube, alles, was wir wirklich wirklich wollen, setzen wir auch um. Am 1.5. oder am 19.8., am 20.10. genauso wie am 1.1., wenn es denn dran ist. Alles andere sind Ideen, von denen wir nur glauben, dass es uns damit besser gehen wird.

 

Unsere ganz eigene Kraft versetzt uns in die Lage, das Leben selbstbestimmt meistern zu können, macht uns glücklich und zufrieden, egal ob wir damit anecken oder nicht. Unsere ganz eigene Kraft, die Ungereimtheiten, Manipulationen erkennen lässt.

 

Ich wünsche allen ein kraftvolles 2020.

 

Jetzt

Zwischen den Jahren nennen wir die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Schon immer hat sich das für mich so angehört als existiere diese Zeit eigentlich gar nicht. Und auch heute noch wundere ich mich immer ein bisschen darüber, dass auch an diesen Tagen gekocht werden muss, Wäsche dreckig wird und das Bad geputzt werden will. Wobei man ja nach altem Brauch in dieser Zeit keine Wäsche aufhängen soll, damit sich keine bösen Geister im Haus einnisten. Mit drei kleinen Kindern hab ich mich immer gefragt, wie das gehen soll?
„Zwischen“ das hört sich immer ein bisschen nach Niemandsland an, so als würde die Zeit aufhören zu existieren, so als gäbe es am Ende eines Jahres ein schwarzes Loch.
Die seelische Befindlichkeit kommt dem in dieser Zeit vielleicht nahe. Fühlt es sich doch so an als würde man das alte Jahr abschließen und Schlag 12 Uhr am Silvesterabend etwas Neues beginnen. Dabei ist unsere Zeiteinteilung willkürlich gewählt. Bei den alten Römern begann das neue Jahr am 1.3., im persischen Kalender am 21.3., in China ist es jedes Jahr an einem anderen Tag, 2020 starten sie am 25.1. und im islamischen Kalender beginnt das Neujahrsfest nächstes Jahr am 19.8.2020.
Also passt sich unser Gefühl gut einer von außen diktierten Bedingung an - interessant!
Für alle von uns, die es ein bisschen schaffen Eckhard Tolle zu folgen und im Jetzt leben, ist es sowieso egal. Denn der einzig wirklich existierende Moment ist JETZT und dann ist es egal, ob ein Jahr endet oder ein neues beginnt.
Kommt gut ins neue Jahrzehnt…

Nachrichten

 

Schlägt man die Zeitung auf, sieht oder hört Nachrichten im Radio oder Fernsehen wird man bombardiert mit schlechten Nachrichten. Das geht von Informationen über Kriegsgeschehen, Naturkatastrophen bis hin zu Unfällen, die passiert sind.

 

Ich frage mich bei manchen dieser Information „Was soll das?“. Welchen Informationswert hat die Mitteilung, dass es auf der Landstraße XY einen Unfall gegeben hat oder das in Posemuckel ein Mann seine Frau ermordet hat? Ich finde so ziemlich gar keinen. Ich werde nicht klüger durch diese Nachricht oder aufgefordert irgendwie aktiv zu werden oder auf etwas aufzupassen. Mit solchen Nachrichten wird nur der Eindruck verschärft, dass das Leben heutzutage immer gefährlicher wird. Ein Eindruck, den aktuelle Kriminalstatistiken übrigens Lüge strafen.

 

Wenn sich wenigstens positive und negative Nachrichten die Waage halten würden. Aber es scheint so, als wäre es nur Berichtens wert, wenn etwas Dramatisches, Grausames, Schreckliches passiert.  Gute Dinge, die natürlich genauso wie negative Dinge passieren werden nicht wahrgenommen. Wie schade.

 

Wir alle wissen, wo ich die Energie hinlenke, das wird größer. Also? Wollen wir dem Schrecklichen mehr Nahrung geben, in dem pausenlos darüber berichtet wird. Wollen wir Idioten wie den Nazis oder einem Herrn Trump auch noch eine öffentliche Bühne bieten. Schlimm genug, dass sie dummes Zeug erzählen, das ist es aber nicht wert darüber zu berichten.

 

Was wäre wenn wir einfach mal Aufmerksamkeit entziehen würden und uns auf die positiven Dinge konzentrieren würden. Denen ein Stimme geben, die es auch wirklich verdient haben.

 

Vielleicht zunächst ungewohnt, aber es lohnt sich es auszuprobieren - bestimmt!

 

Dunkelheit

Es wird dunkler und dunkler in den nächsten Tagen. Der Zustand, dass man am Spätnachmittag auf der Straße dunkle Fahrradfahrer nur schlecht erkennt, dass man umgeben ist von Dunkelheit, die einem ein unsicheres Gefühl vermittelt, wird sich in den nächsten Tagen verschärfen. Wir treffen in dieser Zeit keine netten Nachbarn am Gartenzaun und jeder zieht sich in seine vier Wände zurück.

 

Viele genießen diese Zeit, bei Kerzenschein und Keksen. Genießen die Dunkelheit, weil sie sich dann nicht zu Aktivitäten gedrängt fühlen. Behaupten, die Ruhe zu genießen und nach Innen zu gehen.

 

Ich weiß nicht, wenn ich sie beobachte, entdecke ich, dass sie unzufriedener als im Sommer aussehen, schwermütiger wirken.

 

Für mich ist die Zeit von Ende Oktober bis zum 21.12., dem Tag, ab dem es wieder heller wird, eine Zeit, die ich einfach ertragen muss. Gucken muss, wie ich unbeschadet dadurch komme. Mögen tue ich sie definitiv nicht. Ich vergesse zu oft, die Kerzen anzuzünden und das kann ja nur bedeuten, dass es mir nicht wichtig ist. Ich schlendere über Weihnachtsmärkte und bin genervt von der Ansammlung von Ess- und Trinkbuden und die angebotenen Kerzen, Holzspielzeuge und Mützen bringen mein Herz auch nicht zum Klingen

 

Ich habe keine Lust die Wohnung weihnachtlich zu schmücken. Einzig die Weihnachtstage mit der Familie sind ein Lichtblick, aber dann sind wir ja eh schon wieder auf dem aufsteigenden Ast.

 

Manchmal komme ich mir dann vor wie von einem anderen Stern, so als hätte ich irgendetwas Wichtiges im Leben nicht verstanden.

 

Wenn es so toll ist bei Kerzenschein Kekse zu essen, Ruhe zu haben, warum sind dann in der Vorweihnachtszeit so viele Menschen so gestresst, laufen mit hängenden Köpfen durch die Gegend?

 

Vielleicht geht es auch einfach nur darum, zu lernen in dunklen Momenten den Kopf oben zu behalten, den Optimismus nicht zu verlieren. Zu wissen, es wird wieder heller - demnächst …

 

Gesetze ?

Zurzeit kursiert das Video über den Krankenwagen-Belademeister durch die Medien. Knapp 300.000 Menschen haben es bereits gesehen.
Ein singender Notfallsanitäter, der sich melodisch darüber beklagt, dass er viele Dinge, die notwendig sind und die er gelernt hat, nicht tun darf. Beklagt, dass diese Handlungen mancherorts Ärzten vorbehalten sind. Sanitäter sollen in akuten Situationen helfen und bewegen sich damit permanent in einer Grauzone, laufen Gefahr vor Gericht zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Ich frage mich dann immer, was tun wir da? Bei jeder Handlung abwägen, ob ein Haftungsproblem entsteht, ob wir uns dafür vor Gericht verantworten müssen, macht Menschen handlungsunfähig.
Wer eigentlich glaubt, dass Gesetze und Rechtsvorschriften mehr Gewicht haben als Moral, menschliche Hilfe und gesunder Menschenverstand?
Wir leben in einer Gesellschaft, die so daran gewöhnt ist auf Vorschriften und Gesetze zu schielen, dass kaum jemand bereit ist, einfach mal Verantwortung zu übernehmen, egal wie die Vorschrift lautet. Wir glauben auch, dass wir Sicherheit herstellen, wenn es möglichst viele exakte Vorschriften gibt.
Wir hören auf, Menschen auf Ihre menschliche Verantwortung festzunageln, sondern geben Entscheidungen an Juristen ab.
Wann endlich fangen wir an uns gegen diesen Blödsinn zu wehren, stehen auf und spielen dieses juristische Spiel einfach nicht mehr mit. Warum lassen wir die Angst vor der Justiz unser Bestimmer sein?
Egal wieviel Gesetze es gibt, es gibt keine Sicherheit im Leben und es wird uns nicht erspart bleiben, erwachsen zu werden und unsere ganz eigenen Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die wir mit unserem Gewissen, unseren Werten verantworten können. Um beim Sanitäter zu bleiben: Was muten wir ihm zu, wenn er permanent gegen seine eigenen Werte handeln muss, nur weil das Gesetz es verbietet. Ist das dann ein ernst zu nehmendes Gesetz?
https://www.youtube.com/watch?v=71NQbZQivMk

Kranke Kinder