Frühling

Die Tulpe

 

Dunkel

 

war alles und Nacht.

 

In der Erde tief

 

die Zwiebel schlief,

 

die braune.

 

Was ist das für ein Gemunkel,

 

was ist das für ein Geraune,

 

dachte die Zwiebel,

 

plötzlich erwacht.

 

Was singen die Vögel da droben

 

und jauchzen und toben?

 

Von Neugier gepackt,

 

hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht

 

und um sich geblickt

 

mit einem hübschen Tulpengesicht.

 

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

 

(Josef Guggenmos)

 

Ja, es ist Frühling und auch wir können den Narzissen und Tulpen entgegen lachen. Es lohnt sich. Zurzeit haben wir alle ganz viel Zeit in die Natur zu gehen, können den klaren blauen Himmel genießen, der nicht von den Kondensstreifen der Flugzeuge durchzogen ist.

 

Können unser Lungen mit frischer, gesunder Luft füllen, können unsere Schritte in die Natur lenken und einfach nur genießen.

 

Können den Anfang, die Energie dort draußen spüren, sie ganz tief ins uns aufnehmen.

 

Können die Symbole verstehen lernen: aus dem Dunkel heraus ins Licht wachsen. Die Pflanzen zeigen uns wie es geht. Sie lassen sich nicht irritieren oder gar aufhalten im Dunkel der Erde. Sie sind bereit wie jedes Jahr, vertrautes Terrain zu verlassen und ihre Schönheit der Welt zu zeigen und uns entgegen zu lachen.

 

Die Natur ist einfach da und macht das, was sie seit Jahrtausenden erfolgreich gemacht, ganz ohne unser Zutun. Im Gegenteil, je weniger wir Menschen uns einmischen desto besser arbeitet die Natur.

 

Genieß die Chance, zuschauen zu dürfen …

 

Dankbarkeit

Viele Menschen sind in Aufruhr im Moment, Angst durchzieht die Luft, was gerne vergessen wird in diesen Momenten ist die Dankbarkeit. Dankbarkeit für die schönen Dinge im Leben, die auch und gerade jetzt passieren.

 

Mein Dankbarkeitsglas, das ich im Januar begonnen habe, füllt sich, Tag um Tag.

 

Dankbarkeit für Kleinigkeiten, Dankbarkeit für Dinge, die mir begegnen, für kleine Dinge, die ich erlebe. Lustige Momente im Alltag, Sonne, die scheint, ein langer Spaziergang.

 

Dankbar für die Menschen an meiner Seite, ja, auch dankbar dafür, dass ich immer mehr in die Ruhe komme, immer mehr bei mir, meinen Überzeugungen, Werten und meinem inneren Wissen ankomme. Ein Wissen, auf das ich mehr verlasse als auf alle die tatsächlichen und selbst ernannten Experten da draußen in der Welt. 

Vielleicht sind wir alle gerade aufgefordert genau da anzukommen, wenn im Außen alles wegbricht? Keine Ablenkungen mehr, sondern nur noch wir - wir alleine mit uns. Was für ein Geschenk und was für eine Chance.

Die Chance innerlich frei zu werden, unabhängig von dem was im Außen passiert - nicht mehr manipulierbar sein. Ob das beabsichtigt war?

 

Und ach ja, ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich mit meinem Lieblingsmenschen zusammen lebe, einem Menschen mit dem ich mehrere Woche Quarantäne aushalten würde ..... 

 

Vertrauen in Krisenzeiten

 

Wir alle kennen diese schlauen Kalendersprüche zum Thema  „Vertrauen“. So etwas wie „Akzeptiere was ist, lass gehen, was war und habe Vertrauen in das was kommt“ oder auch „Vertrauen ist die stillste Art von Mut“. Hören sich gut an diese Sprüche und so lange wir in einer Situation sind, in der wie sie gerade nicht brauchen, nicken wir begeistert und sagen: „Ja, so ist das“ und wenn es ernst wird?

 

Wenn der Moment kommt, in dem unser Vertrauen gefragt ist, wenn es wirklich gefragt ist, nicht nur ein bisschen? Was tun wir dann? Bleiben wir in dem Modus und vertrauen? Vertrauen dem Leben und einem Gott, der uns schützt. Pusten dieses Vertrauen in uns so auf, dass es ganz groß wird, uns ganz ausfüllt, so dass die Angst keinen Platz mehr hat? Kümmern uns darum, dieses Vertrauen zu stärken oder kümmern wir uns darum, unsere Angst zu beherrschen? Sind wir im Kontakt mit einer höheren Macht oder schwirren wir alleine und einsam in unserer Angst herum?

 

Finden wir Mittel und Wege wieder in unser Vertrauen zurück zu finden? Atmen. meditieren, in die Natur gehen, Kopfkino ausschalten, singen… Wer singt, kann nicht gleichzeitig Angst fühlen!

 

Wir alle bekommen gerade ganz viel Gelegenheit geschenkt, dass zu üben.

 

Macht das Beste daraus!

Bild könnte enthalten: Text

 

 

Corona und kein Ende

 

Als Mensch mit gesundem Menschenverstand beginnt man so langsam an diesem Verstand zu zweifeln. Panik beherrscht die Welt. Vordergründig als Vorsichtsmaßnahme tituliert, steckt doch dahinter die Angst, irgendetwas zu übersehen, falsch zu machen, für Erkrankungen zu Verantwortung gezogen zu werden. Wohlgemerkt für eine Erkrankung die 97 % der Infizierten problemlos überleben. Es wird suggeriert wir schützen Menschenleben. Ach ja, wo sind denn dann die gleichen Anstrengungen, die Flüchtlinge in Griechenland vor Schäden zu bewahren, wo sind die Anstrengungen, Kinder weltweit vor dem Hungertod zu bewahren. Ich kann sie nicht erkennen. Dabei gilt doch: Gleiches Recht für alle.

 

Mein Gefühl ist, die Mehrheit der Menschen hat ein Problem mit Kontrollverlust. Ja, angesichts von Viren erleiden wir einen Kontrollverlust. Wir können keinen Berater einschalten, wir können nicht schnell eine Lösung aus dem Ärmel schütteln, wir wissen nicht was uns erwartet. Wie furchtbar!

 

Leute, wie sagte schon Erich Kästner so schön „ Leben ist immer lebensgefährlich!“, da hat sich bis heute nichts dran geändert. Keine Versicherung, kein Mundschutz und kein Hygienespray werden uns davor bewahren eines Tages zu sterben und ich glaube, jeder von uns hat einen bestimmten Termin, an dem er oder sie seinen Körper verlässt. Und dann sterben wir  - am Corona-Virus, bei einem Unfall, weil wir vom Stuhl fallen oder an einer Lungenembolie und nichts und niemand wird das verhindern können.  Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich mal mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen, statt die Welt in Aufruhr zu versetzen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich im Vertrauen zu üben, Vertrauen darauf, dass der eigene Körper in der Lage ist ,mit vielfältigen Viren fertig zu werden. Das hat er dein ganzes Leben lang schon bewiesen. Je mehr er das in seinem Leben geübt hat, umso besser wird es funktionieren.

 

Und zu berücksichtigen, dass Angst am schnellsten krank macht und Berührung heilt. Unter dem Aspekt, bitte die Anweisung der Bundeskanzlerin nicht befolgen und weiterhin soziale Kontakte pflegen. Das hilft - garantiert!

 

Also Leute, entspannt euch, macht wozu ihr Lust habt, geht ins Restaurant und in die Stadt und lasst euch nicht verrückt machen. Sondern sagt einfach mal „Nein, ich beteilige mich nicht an dem Blödsinn!“

 

Eine entspannte Woche für alle

 

Gedanken

 

Kennt ihr diese Momente, in denen man da steht, zweimal schlucken muss, weil man feststellt, dass man selbst mal wieder eine komplett andere Meinung hat als der Rest der Welt? Dieser Moment, in dem man sich fühlt wie ein Wesen von einem anderen Stern, das anscheinend eine andere Sprache spricht.

 

Ich selbst kenne diese Momente nur zu gut. Immer wieder passiert es, dass ich aus einem anderen Blickwinkel auf die Dinge schaue, die da gerade vor meinen Augen passieren. Manchmal wird dieser Blickwinkel dankbar angenommen, hilft er doch eine neue Lösung zu finden. Oft ernte ich aber auch nur Erstaunen bis hin zur Ablehnung. Dann wird es spannend. Sehr spannend. Knicke ich ein in solchen Momenten und ändere meine Meinung? Ziehe ich mich beleidigt zurück oder halte ich dagegen und breche eine Diskussion vom Zaun?

 

Also: meine Meinung ändern ist keine Option für mich, jedenfalls nicht, nur weil mir Widerstand entgegen kommt. Ich habe in meinem Leben wieder und wieder geübt, diesem Widerstand zu begegnen. Beleidigt zurückziehen ist eher auch nicht mein Mittel der Wahl. Ich neige eher dazu eine Diskussion vom Zaun zu brechen, in der ich dann den anderen oft sprachlos zurück lasse mit einem schlechten Gefühl für beide, denn Gewinner gibt es hier nicht.  Es fühlt sich an als würde in mir ein kleiner Robin Hood stecken, der nicht aufhört für Gerechtigkeit und Weitblick zu kämpfen und der dabei manchmal über das Ziel hinausschießt. Ich arbeite daran, nicht in diese Falle zu tappen.

 

Trotzdem  erlaube ich mir, eine eigene Meinung zu haben die nicht Mainstream ist und ich erlaube mir, die auch zu äußern., Ich erlaube mir ,stehen zu bleiben, Haltung einzunehmen und ich wünsche mir, dass das viel mehr Menschen tun würden.

 

Probiert es mal aus nächste Woche….

 

Alter

 

Jeder von uns wird älter. Ein Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Motto: „Die einzige Möglichkeit, das Altern zu verhindern, ist früh zu sterben.“ Das will keiner, aber alt werden anscheinend auch nicht.

 

Wenn ich mich so in meiner Generation umhöre, dann scheint die Anzahl der Jahre auf dem Papier irgendwie mit der Art zu denken gekoppelt zu sein. Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, dann kann man offensichtlich bestimmte Dinge nicht mehr tun. Die Gesundheit leidet, die Bewegung ist eingeschränkt, das Denken funktioniert nicht mehr so gut, die Freude am Leben nimmt rapide ab. Meine Mutter pflegte zu sagen. „ leben muss man, wenn man jung ist!“. Mich hat dieser Satz schon als Kind irritiert, weil ich mir überlegte „ und was macht Opa da gerade? - Lebt er nicht?“

 

Ich glaube, dass unsere Gesundheit, unsere Beweglichkeit, unser Denkvermögen an ganz anderen Dingen hängen als am Alter. Wenn ich immer Sport gemacht habe, werde ich das auch mit 80 noch tun können. Vielleicht nicht mehr so schnell und etwas weniger kraftvoll, aber immer noch beweglich. Ich kann auch mit 70 oder 80 noch etwas Neues lernen, wenn ich neugierig und aufmerksam bleibe, wenn ich mein Gehirn genauso trainiert habe wie meine Muskeln. Ich kann noch genauso gerne und leidenschaftlich einer Arbeit nachgehen wie jüngere Menschen, wenn ich Freude daran habe. Die Grenze existiert nur in unseren Köpfen - glaubt es mir. Mut ist gefragt, mutig neue Wege zu gehen und eine neue Wahrnehmung von Alter in die Welt zu bringen.

 

Guckt euch mal den Chor „Heaven can wait“ an, alle Sänger sind über 70. Die Leadsängerin Joanne Bell ist in dem Video 75 Jahre alt …. Großartig oder?

 

https://www.youtube.com/watch?v=Z6WLuhlMSZE

 

Gospelworkshop mit Judy Bailey

 

Gospelworkshop am letzten Wochenende. Judy, Patrick, Leroy und Thilo nehmen uns mit auf eine Reise in unser Herz.

 

Da stehen vorne auf der Bühne vier hochmusikalische Menschen, deren Leben schwingt, schwingt im Rhythmus der Musik, schwingt im Rhythmus ihrer Herzen und schwingt im Rhythmus des Lebens. Für ein wundervolles Wochenende lassen sie uns daran teilhaben, lassen sie uns fühlen, wie es sein könnte, wenn wir alle diese Ordnung und Struktur, die den bundesdeutschen Alltag so sehr prägt, mal einen Moment hinter uns lassen. Erstmal nur für dieses Wochenende. Da fallen Sätze wie „Make it wrong - but strong“  Heißt: „Mach es ruhig falsch, dann aber mit Energie“.

 

Es zeigt sich, dass so mancher Teilnehmer, so manche Teilnehmerin damit ein bisschen überfordert ist. Irritation, ja, manchmal auch ein bisschen Unmut breitet sich aus, besonders bei der Generalprobe am Sonntag, werden doch die ach so gewohnten planmäßigen Abläufe einfach mal über Bord geschmissen. Das Heft in der Hand hat die Frau, die fühlt, fühlt, was gerade dran ist. Und das kann dann eben spontan etwas anderes sein als ursprünglich geplant. Und dieses Fühlen hat auch zur Folge, dass sie das eine oder andere Mal einen Moment braucht, um alle Gefühle, die gerade da sind für sich so zu sortieren, damit ein Weg erkennbar wird. Das dauert dann halt einen Moment. Die Musiker sind gut aufeinander eingestimmt und spontan in der Lage einen neuen Ton anzuschlagen.

 

Ich konnte fühlen wie die Köpfe der Teilnehmer arbeiteten, fanden sie doch so wenig Anknüpfungspunkte, an denen sie sich hätten orientieren können. Diejenigen, die es schafften, sich einzulassen, ihr Herz zu öffnen und den angebotenen Rhythmus aufzunehmen, hatten Spaß, ganz viel Spaß. Und sie hatten in jedem Moment die Gewissheit, dass es klappen würde mit der Aufführung. Dass der Chor es schaffen würde, die Zuhörer zu begeistern. Und so war es dann auch, denn die Profis verstanden ihr Handwerk. Mehr noch das Publikum wurde eingebunden und sang genauso begeistert mit wie der Chor.

 

Ich habe an diesem Wochenende neben der Musik ganz viel gelernt über Gelassenheit und Vertrauen und vor allem bin ich wunderbaren Menschen begegnet, die diese Welt ein bisschen schöner machen.

 

Danke dafür

 

Loben

 

Im Augenblick gebe ich eine Reihe von Seminaren an der VHS zu so unterschiedlichen Themen wie Selbstmanagement, Konfliktlösung oder Glücklich sein. Immer wieder gebe ich den Hinweis doch einfach mal zu loben und nicht nach dem alten Handwerker-Motto zu verfahren: „Nicht geschimpft, ist genug gelobt:“ Ich finde ein nettes Lob erleichtert das Miteinander ungemein.

 

Die Reaktionen, die ich auf diesen Vorschlag ernte, erschrecken mich. Da gibt es Menschen, die das kategorisch ablehnen. Wenn man lobe, stelle man sich über die andere Person oder jeder würde dann überlegen, was man mit diesem Lob bezweckt. Sie selbst reagieren auf Lob mit Abwehr. Und dann gibt es da manchmal auch Menschen, die in anderen Ländern gelebt haben, in denen Lob völlig selbstverständlich ist. In Amerika oder in Griechenland zum Beispiel. Diese Menschen berichten dann wie schwer es ihnen gefallen ist, ihre Begeisterung zu loben, in Deutschland zurück zu halten, weil sie gemerkt haben, dass sie andere damit komplett irritieren. Wie schade.

 

Ich frage mich dann immer, wie gucken diese Menschen auf die Welt? Was für ein Stress, wenn ich davon ausgehe, dass jeder mich manipulieren will. Oder anders ausgedrückt, wie manipulativ sind diese Menschen eigentlich selber, denn schließlich kann ich beim anderen nur das erkennen, das ich selber in mir trage. Und wie schade, dass sie sich das Leben selber so schwer machen nd sich von wahren Glücksmomenten abtrennen, in denen man gelobt wird. Einfach nur so  - ohne Hintergedanken.

 

Ich wünsche euch eine Woche voller Lob.

 

Wo wohnst du

 

Im Jahr 2008 ist bei uns eingebrochen worden. Ärgerlich, da verursachten fremde Menschen ungebeten Chaos im Haus. Für mich stellt sich in solchen Momenten immer die Frage: „Wieviel Macht über mein Leben gebe ich in solchen Momenten diesen Menschen?“ Die Macht, mich gezwungen zu haben auf den gestohlenen Goldschmuck zu verzichten, Stunden das Haus wieder in Ordnung bringen zu müssen, kann ich nicht abstellen. Ich kann aber verhindern, dass sie mir meine gute Laune nehmen, mich in Angst und Schrecken versetzen.

 

Das ist auch eine Frage des Alters, ob ich das kann. Unsere damals 16-jährige Tochter war natürlich erheblich stärker getroffen. Die Vorstellung, dass fremde Menschen unerlaubt im eigenen Zimmer waren, ist in diesem Alter einfach schrecklich. Sie hing also schluchzend in meinem Arm und ich hörte mich sagen: „Aber Kind, du wohnst doch in deinem Kopf, da kann doch niemand hin!“. Im selben Moment habe ich mich über mich selbst erschrocken, war verblüfft über diesen Satz, der da aus mir herauskam. Und dann dachte ich: „Ja, stimmt. Ich wohne in meinem Kopf und das macht mich ziemlich unabhängig von den Dingen, die da um mich herum passieren.“ Das gibt Sicherheit einen Ort zu haben, der von anderen nicht erreicht werden kann. Einen Ort, an dem ich alleine entscheide, was passiert.

 

Das macht ziemlich gelassen -einfach mal testen …..

 

Virus

 

Aktuell raufe ich mir mal wieder die Haare über die ausbrechende Massenhysterie anlässlich des Corona Virus.

 

Schauen wir uns mal die Tatsachen an: Es handelt sich um eine Lungenerkrankung, die grippeähnliche Symptom macht, begleitet von Durchfall. In schweren Fällen kann es zu Nieren und Atemproblemen kommen. Gestorben sind vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Erkrankt sind aktuell 9700 Menschen in China, das sind ca. 0,0007 % der Bevölkerung, selbst wenn es die Zahl 100.000 sein sollte, die ich irgendwo gelesen habe, sind es immer noch nur 0,007 % der Gesamtbevölkerung in China. Ja, Wahnsinn!

 

Es erkranken immer Menschen an irgendwelchen Infektionskrankheiten, Magen-Darm Infekte, Grippe, Erkältung, Malaria. An Grippe und anderen Infektionskrankheiten sterben jährlich in Deutschland ca. 40.000 Menschen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich ungefähr 65 Millionen Magen-Darm-Erkrankungen auftreten und ja, daran sterben auch einige Menschen. Schieben wir deshalb Panik? Nein - wenn aber wie jetzt im Stundentakt Meldungen über die Ausbreitung dieses Virus verbreitet werden, dann kommt Panik auf und keiner stellt die Frage, warum werden diese Informationen verbreitet. Was bezweckt die chinesische Regierung damit? Ich habe keine Ahnung, halte es aber für unwahrscheinlich, dass es aus reiner Menschenliebe geschieht.

 

Also liebe Leute, erst mal nachdenken und dann in Panik verfallen. Ich wünsche euch eine entspannte Woche

 

Maus am Sonntag

Armin Maiwald, der Erfinder der Sendung mit der Maus ist 80 Jahre alt geworden. Seine Stimme hat Generationen von Kindern beim Erwachsen werden begleitet und so mancher lässt sich auch später noch von ihm begleiten. Der Satz: „Klingt komisch, ist aber so“ ist in den allgemeinen Sprachgebrauch genauso eingegangen wie  ein „Ich habe fertig“ eines gewissen Herrn Trappatoni.

 

Die Sendung mit der Maus ist Kult, was haben wir dort nicht alles gelernt: Wie ein Parkscheinautomat funktioniert oder eine Kopfschmerztablette wirkt. Kindgerecht und doch auch für Erwachsene spannend.

 

Die Medienagentur Goldmedia mit Sitz in Berlin schätzt ca. 80 Prozent „ungestützte Markenbekanntheit“ – das sei ein Wert, wie ihn vielleicht noch eine Weltmarke wie Coca-Cola erreiche.

 

Und doch schlug der Maus am Anfang Widerstand entgegen. Von den Kirchen, weil sie zur Kirchzeit lief, von den Zuschauern, weil die Filme zunächst ohne Kommentar gezeigt wurden. Und dann,  ja dann hat die Maus alles überlebt:  Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Helmut Kohl, die Teletubbies und die Mauer.

 

Wie ein treuer Freund begleitet sie uns durch die Höhen und Tiefen des Alltags. Es gibt etwas Verlässliches, die Maus am Sonntagmorgen und die sonore Stimme von Armin Maiwald. Sie trägt, die Sendung und uns - herzlichen Glückwunsch und danke dafür.

 

Lebenskunst

Letztens bezeichnete mich eine gute Freundin als Lebenskünstlerin. Bevor ich nachfragen konnte, schob sie gleich die Erklärung hinter her: Du bist in der Lage aus allem das Beste zu machen. Handfest, realistisch und vor allem optimistisch umschiffst du alle Schwierigkeiten, die dir begegnen. Jammerst und haderst nicht mit den Aufgaben, die das Schicksal dir präsentiert, sonst machst dich energisch auf den Weg, Lösungen zu suchen. Deine ganz eigenen, individuellen Lösungen, die dann von großer Kreativität geprägt sind.

 

Verwundert hörte ich ihr zu. Bezeichnete sie doch etwas als Kunst, dass für mich so selbstverständlich ist. Etwas über das ich nie nachdenke, sondern einfach und immer tue. Eine Fähigkeit, die für mich nichts Außergewöhnliches ist, sondern ganz normaler Alltag. Etwas für das ich mich nie selbst loben würde. Im Gegenteil, so manches Mal stoße ich auf Widerstand ob dieser Fähigkeit und bekomme Arroganz oder Besserwisserei attestiert von Menschen, die in diesem Punkt weniger flexibel gestrickt sind. Oft haben mich diese Bemerkungen verunsichert, auch heute bin ich manchmal noch verletzt. Manchmal gelingt es mir allerdings, es einfach lächelnd stehen zu lassen und damit zu leben, dass dieses Lächeln den Vorwurf der Arroganz nur noch verstärkt.

 

So ist das wohl manchmal im Leben, Dinge, die uns selbst ganz leicht fallen, über die wir nie lange nachdenken, sind für andere etwas ganz besonderes, werden von anderen bewundert oder angestrebt. Andere müssen lange üben, um die Qualität zu erreichen, die uns in die Wiege gelegt wurde. Und wir, die es können, sind oft nicht einmal in der Lage wirklich zu erklären, was wir da gerade tun. Können wir es doch ohne darüber nachdenken zu müssen.

 

Habt ihr für euch schon herausgefunden, was ihr besonders gut könnt, was für euch selbstverständlich ist?

 

Vertrauen

Wir alle erziehen unsere Kinder so gut wie wir es vermögen. Wir bieten Ihnen Grenzen, lassen sie ihre eigenen Erfahrungen machen und versuchen so gut es geht, Vorbild zu sein. Wie das so ist, werden sie größer und größer und sammeln immer mehr Erfahrungen. Erfahrungen, die sie in die Lage versetzten sollten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und uns Eltern in die Lage versetzen sollten, ihnen und ihrem Können zu vertrauen.
Aber was passiert? Die Kinder reifen heran und die meisten Eltern machen sich Sorgen, dass sie es nicht schaffen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ihre Aufgaben pünktlich zu erledigen oder sich von unliebsamen Mitmenschen fernzuhalten.
Ich denke in solchen Momenten immer. „Eh Leute, was habt ihr all die vergangenen Jahre eigentlich getan? Warum vertraut ihr euren eigenen Erziehungsmethoden nicht?“ Wenn meine Erziehungsmethode erfolgreich war, dann kann mein Kind eigene Entscheidungen treffen, kann pünktlich sein und Verantwortung übernehmen. Und vor allem kann mein Kind seinen Gefühlen vertrauen, weil ich ihm beigebracht habe, seine Gefühle ernst zu nehmen.
Also schlimm genug, dass ihr euren Kindern nicht vertraut, aber eigentlich vertraut ihr euren eigenen Methoden nicht. Glaubt nicht, dass sie erfolgreich waren. Wie schade.
Ihr überschüttet die Kinder mit euren Sorgen, erstickt sie in euren Ängsten. Ist das fair?
Das sind alles eure Themen und vermutlich ist es höchste die Zeit, die alle einmal in Ruhe anzuschauen, während eure Kinder ihr ganz eignes Leben leben. Glaubt mir, ihr hättet damit so viel zu tun, dass ihr eure Kinder in Ruhe lassen könnt. Versuch ist es wert.

Vorsätze und so

Das neue Jahr ist nun schon zwei volle Tage alt. 2,5 von 366 vor uns liegenden Tagen, die uns etwas Neues bringen sollen, haben wir schon verbracht. 2,5 Tage von etwas, dass uns Silvester 2019 wunderbar vielversprechend, neu und aufregend erschien. So, als würden wir uns ein neues Kleid anziehen, in ein neues Land aufbrechen.

 

Und? Wie fühlt ihr euch jetzt? Werden die guten Vorsätze noch eingehalten? Haben sich eure Beziehungen verbessert? Habt ihr das erträumte Verhalten schon umgesetzt?

 

Nein? Alles ist genauso wie vor dem 1.1.? Die gleichen Probleme, die gleichen Schwierigkeiten?

 

So ein Mist! Und jetzt? Jetzt fühlt ihr euch schlecht, glaubt versagt zu haben. Glaubt nicht energisch, diszipliniert oder klug genug zu sein. Noch mehr Mist.

 

Vergesst das alles, diesen ganzen Bullshit rund um den Jahreswechsel. Das sind alles nur von der Gesellschaft kreierte Ideen. Das sind Spielchen, die wir schon viele, viele Jahre miteinander spielen. Es sind auch Spielchen, die uns klein halten sollen, uns von unserem eigenen So-Sein, unserer ganz eigenen Kraft abhalten sollen. Denn unsere ganz eigene Kraft verursacht ein bestimmtes Verhalten und sie produziert auch manchmal quasi automatisch Stress. Stress, den es auszuhalten gilt, den es zu bearbeiten gilt, aber kein Stress, den es zu vermeiden gilt.

 

Ich glaube, alles, was wir wirklich wirklich wollen, setzen wir auch um. Am 1.5. oder am 19.8., am 20.10. genauso wie am 1.1., wenn es denn dran ist. Alles andere sind Ideen, von denen wir nur glauben, dass es uns damit besser gehen wird.

 

Unsere ganz eigene Kraft versetzt uns in die Lage, das Leben selbstbestimmt meistern zu können, macht uns glücklich und zufrieden, egal ob wir damit anecken oder nicht. Unsere ganz eigene Kraft, die Ungereimtheiten, Manipulationen erkennen lässt.

 

Ich wünsche allen ein kraftvolles 2020.

 

Jetzt

Zwischen den Jahren nennen wir die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Schon immer hat sich das für mich so angehört als existiere diese Zeit eigentlich gar nicht. Und auch heute noch wundere ich mich immer ein bisschen darüber, dass auch an diesen Tagen gekocht werden muss, Wäsche dreckig wird und das Bad geputzt werden will. Wobei man ja nach altem Brauch in dieser Zeit keine Wäsche aufhängen soll, damit sich keine bösen Geister im Haus einnisten. Mit drei kleinen Kindern hab ich mich immer gefragt, wie das gehen soll?
„Zwischen“ das hört sich immer ein bisschen nach Niemandsland an, so als würde die Zeit aufhören zu existieren, so als gäbe es am Ende eines Jahres ein schwarzes Loch.
Die seelische Befindlichkeit kommt dem in dieser Zeit vielleicht nahe. Fühlt es sich doch so an als würde man das alte Jahr abschließen und Schlag 12 Uhr am Silvesterabend etwas Neues beginnen. Dabei ist unsere Zeiteinteilung willkürlich gewählt. Bei den alten Römern begann das neue Jahr am 1.3., im persischen Kalender am 21.3., in China ist es jedes Jahr an einem anderen Tag, 2020 starten sie am 25.1. und im islamischen Kalender beginnt das Neujahrsfest nächstes Jahr am 19.8.2020.
Also passt sich unser Gefühl gut einer von außen diktierten Bedingung an - interessant!
Für alle von uns, die es ein bisschen schaffen Eckhard Tolle zu folgen und im Jetzt leben, ist es sowieso egal. Denn der einzig wirklich existierende Moment ist JETZT und dann ist es egal, ob ein Jahr endet oder ein neues beginnt.
Kommt gut ins neue Jahrzehnt…

Nachrichten

 

Schlägt man die Zeitung auf, sieht oder hört Nachrichten im Radio oder Fernsehen wird man bombardiert mit schlechten Nachrichten. Das geht von Informationen über Kriegsgeschehen, Naturkatastrophen bis hin zu Unfällen, die passiert sind.

 

Ich frage mich bei manchen dieser Information „Was soll das?“. Welchen Informationswert hat die Mitteilung, dass es auf der Landstraße XY einen Unfall gegeben hat oder das in Posemuckel ein Mann seine Frau ermordet hat? Ich finde so ziemlich gar keinen. Ich werde nicht klüger durch diese Nachricht oder aufgefordert irgendwie aktiv zu werden oder auf etwas aufzupassen. Mit solchen Nachrichten wird nur der Eindruck verschärft, dass das Leben heutzutage immer gefährlicher wird. Ein Eindruck, den aktuelle Kriminalstatistiken übrigens Lüge strafen.

 

Wenn sich wenigstens positive und negative Nachrichten die Waage halten würden. Aber es scheint so, als wäre es nur Berichtens wert, wenn etwas Dramatisches, Grausames, Schreckliches passiert.  Gute Dinge, die natürlich genauso wie negative Dinge passieren werden nicht wahrgenommen. Wie schade.

 

Wir alle wissen, wo ich die Energie hinlenke, das wird größer. Also? Wollen wir dem Schrecklichen mehr Nahrung geben, in dem pausenlos darüber berichtet wird. Wollen wir Idioten wie den Nazis oder einem Herrn Trump auch noch eine öffentliche Bühne bieten. Schlimm genug, dass sie dummes Zeug erzählen, das ist es aber nicht wert darüber zu berichten.

 

Was wäre wenn wir einfach mal Aufmerksamkeit entziehen würden und uns auf die positiven Dinge konzentrieren würden. Denen ein Stimme geben, die es auch wirklich verdient haben.

 

Vielleicht zunächst ungewohnt, aber es lohnt sich es auszuprobieren - bestimmt!

 

Dunkelheit

Es wird dunkler und dunkler in den nächsten Tagen. Der Zustand, dass man am Spätnachmittag auf der Straße dunkle Fahrradfahrer nur schlecht erkennt, dass man umgeben ist von Dunkelheit, die einem ein unsicheres Gefühl vermittelt, wird sich in den nächsten Tagen verschärfen. Wir treffen in dieser Zeit keine netten Nachbarn am Gartenzaun und jeder zieht sich in seine vier Wände zurück.

 

Viele genießen diese Zeit, bei Kerzenschein und Keksen. Genießen die Dunkelheit, weil sie sich dann nicht zu Aktivitäten gedrängt fühlen. Behaupten, die Ruhe zu genießen und nach Innen zu gehen.

 

Ich weiß nicht, wenn ich sie beobachte, entdecke ich, dass sie unzufriedener als im Sommer aussehen, schwermütiger wirken.

 

Für mich ist die Zeit von Ende Oktober bis zum 21.12., dem Tag, ab dem es wieder heller wird, eine Zeit, die ich einfach ertragen muss. Gucken muss, wie ich unbeschadet dadurch komme. Mögen tue ich sie definitiv nicht. Ich vergesse zu oft, die Kerzen anzuzünden und das kann ja nur bedeuten, dass es mir nicht wichtig ist. Ich schlendere über Weihnachtsmärkte und bin genervt von der Ansammlung von Ess- und Trinkbuden und die angebotenen Kerzen, Holzspielzeuge und Mützen bringen mein Herz auch nicht zum Klingen

 

Ich habe keine Lust die Wohnung weihnachtlich zu schmücken. Einzig die Weihnachtstage mit der Familie sind ein Lichtblick, aber dann sind wir ja eh schon wieder auf dem aufsteigenden Ast.

 

Manchmal komme ich mir dann vor wie von einem anderen Stern, so als hätte ich irgendetwas Wichtiges im Leben nicht verstanden.

 

Wenn es so toll ist bei Kerzenschein Kekse zu essen, Ruhe zu haben, warum sind dann in der Vorweihnachtszeit so viele Menschen so gestresst, laufen mit hängenden Köpfen durch die Gegend?

 

Vielleicht geht es auch einfach nur darum, zu lernen in dunklen Momenten den Kopf oben zu behalten, den Optimismus nicht zu verlieren. Zu wissen, es wird wieder heller - demnächst …

 

Gesetze ?

Zurzeit kursiert das Video über den Krankenwagen-Belademeister durch die Medien. Knapp 300.000 Menschen haben es bereits gesehen.
Ein singender Notfallsanitäter, der sich melodisch darüber beklagt, dass er viele Dinge, die notwendig sind und die er gelernt hat, nicht tun darf. Beklagt, dass diese Handlungen mancherorts Ärzten vorbehalten sind. Sanitäter sollen in akuten Situationen helfen und bewegen sich damit permanent in einer Grauzone, laufen Gefahr vor Gericht zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Ich frage mich dann immer, was tun wir da? Bei jeder Handlung abwägen, ob ein Haftungsproblem entsteht, ob wir uns dafür vor Gericht verantworten müssen, macht Menschen handlungsunfähig.
Wer eigentlich glaubt, dass Gesetze und Rechtsvorschriften mehr Gewicht haben als Moral, menschliche Hilfe und gesunder Menschenverstand?
Wir leben in einer Gesellschaft, die so daran gewöhnt ist auf Vorschriften und Gesetze zu schielen, dass kaum jemand bereit ist, einfach mal Verantwortung zu übernehmen, egal wie die Vorschrift lautet. Wir glauben auch, dass wir Sicherheit herstellen, wenn es möglichst viele exakte Vorschriften gibt.
Wir hören auf, Menschen auf Ihre menschliche Verantwortung festzunageln, sondern geben Entscheidungen an Juristen ab.
Wann endlich fangen wir an uns gegen diesen Blödsinn zu wehren, stehen auf und spielen dieses juristische Spiel einfach nicht mehr mit. Warum lassen wir die Angst vor der Justiz unser Bestimmer sein?
Egal wieviel Gesetze es gibt, es gibt keine Sicherheit im Leben und es wird uns nicht erspart bleiben, erwachsen zu werden und unsere ganz eigenen Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die wir mit unserem Gewissen, unseren Werten verantworten können. Um beim Sanitäter zu bleiben: Was muten wir ihm zu, wenn er permanent gegen seine eigenen Werte handeln muss, nur weil das Gesetz es verbietet. Ist das dann ein ernst zu nehmendes Gesetz?
https://www.youtube.com/watch?v=71NQbZQivMk

Kranke Kinder

Diese Woche erschien in unserer örtlichen Zeitung ein Artikel darüber, dass jedes vierte Kind psychisch erkrankt ist. Es wurde Methoden und Wege vorgestellt, dieser Erkrankung zu begegnen.

 

Ursachenforschung wurde nicht betrieben. Ich las diesen Artikel und war entsetzt , entsetzt darüber, dass kein Gedanke daran verschwendet wurde, warum jedes vierte Kind sich nicht mehr wohl in seiner Haut fühlt, nicht die Lebensfreude verspürt, die eigentlich zum Kind sein gehört. Natürlich kann es immer mal passieren, dass ein Kind aus welchem Grund auch immer psychisch erkrankt, aber doch nicht jedes Vierte. Dann ist doch grundsätzlich etwas in Schieflage geraten.

 

Eine Erziehung durch Helikopter-Eltern, der zu frühe Gebrauch von Handys und Computern, zu wenig Bewegung, zu wenig Herausforderungen, an denen man wachsen kann und die einem vor allem Erfolgserlebnisse bescheren können. Die Liste ist lang. Zu wenig Kind sein zu dürfen und können!

 

Leute wacht auf und guckt mal auf euch. Guckt darauf wie ihr mit Kindern umgeht, was ihr ihnen zumutet. Nicht gefordert zu werden ist eine Zumutung für ein Kind. Und dann macht euch auf, die Bedingungen zu ändern, in denen Kinder aufwachsen. Jeder kann das und das Argument, in unserer heutigen Zeit gehe das nicht, zählt für mich nicht. Wenn ich es will, geht eine ganze Menge. Ich muss es natürlich auf dem Schirm haben und vor allem muss ich Veränderung wollen.

 

Macht euch die Mühe nachzudenken und Veränderung in Gang zu setzen und das bitte bevor ihr auch nur einen Gedanken an Medikamente verschwendet.

 

Sortiert

Es gibt Menschen, die sind schnell und es gibt Menschen die sind langsam, manchmal sehr langsam. Es gibt Menschen, die sind sortiert und es gibt Menschen, die immer ein leichtes Chaos, um sich herum verbreiten. Die „Chaoten“ haben dann immer wundervolle Ausreden parat: Kinder, Ehemann, die Oma, das Haus oder der Hund hindern sie daran pünktlich, ordentlich oder zuverlässig zu sein.
Wagt es dann ein sortierter Mensch zu sagen: „Also ganz ehrlich, so ist es bei mir nicht“ wird ihm vorgeworfen, zu perfektionistisch zu sein, keine Ahnung zu haben, nicht genug auf seine Kinder, die Oma oder den Hund einzugehen oder sich selbst in die Tasche zu lügen.
Der Gedanke, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ohne Anstrengung in der Lage sind, für Ordnung und Struktur zu sorgen, ist für diese Klientel befremdlich. Menschen, die ihre Umgebung jederzeit wahrnehmen und in der Lage sind "im Vorbeigehen" Arbeit zu erledigen. Menschen, die mögliche Hindernisse im Voraus einplanen können und sich darauf einstellen. Menschen, die fast immer flexibel reagieren können und dadurch eine Menge Zet sparen.
Ja, es gibt sie tatsächlich!
Diese Gedanken zuzulassen, ist wahrscheinlich auch schmerzhaft, zeigt er doch, dass es Menschen gibt, die etwas besser können als man selbst.
Ich wünsche mir so sehr Menschen, die zulassen können, dass Dinge anders sind als man sie selbst erlebt.
Arbeiten wir daran - gemeinsam ….
 

Trauer

Immer wieder begegnen mir Menschen, die der Meinung sind, alles, das man verloren hat, müsse ausgiebig betrauert werden. Es brauche Zeit, um sich zu verabschieden.

 

Neulich hat jemand das Bild eines Scherbenhaufens aufgezeichnet, denn man erst einmal ausgiebig betrauern müsse. Meine Anmerkung: „Ok wenn da ein Scherbenhaufen ist, kann ich auch einfach Besen und Kehrblech holen, alles zusammenfegen und entsorgen, wurde mit irritiertem Erstaunen beantwortet.

 

Etwas als Verlust wahrzunehmen, beinhaltet ja den Gedanken, dass ich vorher etwas besessen habe.  Es beinhaltet den Widerstand gegen das, was passiert ist.

 

Um beim Beispiel Scherbenhaufen zu bleiben, das Teil ist jetzt kaputt, zerbrochen, so what. Ich kann daran nichts ändern, je schneller ich akzeptiere, dass es jetzt für mich eine neue Situation gibt, eine Situation ohne dieses Teil, umso besser für mich. Die Vergangenheit mit diesem Teil ist vorbei, es war schön, aber jetzt ist es vorbei. So ist das Leben, es geht alles vorüber. Auch ein Fluss ist in keinem Moment der Selbe.

 

Es kann sein, dass ich etwas Zeit brauche, um diesen Verlust zu verarbeiten, das ist völlig in Ordnung. Und falls der Verlust schmerzt, wäre es sehr unvernünftig, diesen Schmerz zu leugnen. Aber es kann auch sein, dass ich in der Lage bin, den Verlust einfach zu akzeptieren und dann braucht es keine Trauerzeit. Es kann sein, dass ich Dinge und andere Menschen nicht für mein Wohlergehen „brauche“. Das ich mich darüber freue, aber in jedem Moment in der Lage bin, sie loszulassen. Das ich in jedem Moment in der Lage bin, im hier und jetzt zu leben, nicht in der Vergangenheit stehen bleibe.

 

Das ist vielleicht nicht „normal“, aber es ist möglich und für diese Menschen ist Trauer etwas ganz anderes als für den Rest der Welt.

 

Hilflosigkeit

Ich wollte mir etwas Gutes gönnen und habe mich zum Seminar „Sei nicht so hart zu dir“ angemeldet. Ehrlicherweise mit leichtem Bauchgrummeln, weil ich mir nicht sicher war, ob es das Richtige für mich sein würde.

 

War es nicht….

 

Ich traf auf eine Gruppe von Teilnehmern, die ängstlich und depressiv durchs Leben laufen. Teilnehmer, die sich selbst beim Thema Selbstfürsorge  auf einer Skala von 1 bis 10 bei Werten unter 5 einordneten. In den Übungen  aber wiederholt streikten mit der Bemerkung: „Das mache ich nicht mit, das ist nichts für mich!“ und in den Diskussionen erzählten, dass sie sich oft genug aus allem zurück ziehen, still für sich sind.

 

Wie jetzt? Ihr sorgt nicht für euch, macht aber komplett euer eigenes Ding? Wie passt das zusammen?

 

Ich schwanke in solchen Momenten dann immer zwischen Erstaunen, Entsetzen und Wut.

 

Erstaunen, weil ich eine Person sehe, die anscheinend ausschließlich um sich selbst kreist und für sich sorgt, diese Person aber so eine ganz andere Wahrnehmung von sich selbst hat.

 

Entsetzen, weil ich fassungslos über diese Art der Wahrnehmung bin und

 

Wut, weil ich diesen Menschen schütteln könnte mit dem Satz: „Wach endlich auf und fang an zu leben!“

 

Was ist das für ein Leben, das (ohne erkennbaren Grund) geprägt ist von Angst, Angst vor Menschen, Angst vor Situationen, Angst vor Tieren, Angst vor Leben.

 

Ein Leben, in dem die Hauptperson in ihrer Gefühlswelt versinkt, handlungsunfähig wird und alle Versuche, wie in dem Kurs mit den angebotenen Übungen, kategorisch ablehnt. Motto: „Es könnte ja helfen und etwas verändern!“

 

Gelebte Hilflosigkeit! Das stellt sich doch die Frage, welchen Gewinn ziehen diese Menschen aus ihrer Hilflosigkeit?

 

Ich hab mich nicht getraut, diese Frage in der Gruppe zu stellen…..

 

Lügen

 

Immer wieder treffe ich auf Menschen, mit Vorliebe solchen, die sich als hochsensibel bezeichnen, die sich vehement darüber beschweren, dass die „ganze“ Welt lügt. Dass sie es nicht mehr ertragen können, permanent angelogen zu werden. Sie würden sofort fühlen, wenn jemand nicht die Wahrheit sagt und ernteten oftmals böse Blicke, wenn sie den Betreffenden darauf ansprechen würden.

 

Ich frage mich dann immer, von welcher Wahrheit redet ihr eigentlich? Erstmal ist es so, dass jeder seine eigene persönliche Wahrheit hat und die gilt es zu respektieren. Es gilt zu respektieren, wenn jemand mir nicht alles erzählen möchte und bestimmte Informationen aus welchem Grund auch immer zurückhält. Da haben diese Menschen Recht, das machen wir alle jeden Tag, immer wieder und das ist erstmal nichts Verwerfliches. Und es macht mich definitiv nicht beliebt, wenn ich da ständig den Finger in die Wunde lege.

 

Es kommt aber noch ein anderer Punkt hinzu. Wenn ich glaube und spüre angelogen zu werden, dann muss das Thema Lüge in mir sein, sonst würde ich es gar nicht bemerken. Da kommen wir der Sache schon näher, denn diese Sensibelchen, die sich da lauthals beschweren, sind auch diejenigen, die ihre eigene Empfindsamkeit gerne mal zurück halten. Sind diejenigen, die sich selten trauen einfach mal offen ihre Meinung raus zu hauen. Lügen sie also die ganze Zeit? Ist es das, was ihnen da entgegen kommt?

 

Wie sagt die wunderbare Martina Trimpin immer: „Herz mal drüber“

 

Aldi hat geantwortet

Letzte Woche habe ich über meinen Unmut über Aldi geschrieben, die sich erdreisten zur Apfelsaisn Äpfel aus Neuseeland anzubieten.

 

Nun hat Aldi auf meine in der letzten Woche geschriebene Reklamation geantwortet. 14 Tage haben sie gebraucht um ein nichtssagendes BLa-Bla-Schreiben auf den Weg zu bringen. Ein Schreiben, in dem bedauert wird, dass ich mit ihrem Service unzufrieden bin. Also würde es um meine Befindlichkeiten gehen.

 

Das tut es in diesem Fall nicht, es geht um mehr, um viel mehr. Nämlich darum wie bereit große Unternehmen sind, ihrer ökologischen Verantwortung gerecht zu werden. Es sieht so aus als wäre diese Bereitschaft  momentan noch nicht sehr groß.

 

Vielleicht sollten viel, viel mehr Leute ihren Unmut lautstark kundtun, damit er auch gehört wird und vor allem: unter keinen Umständen Ware kaufen, die aus Übersee herangekarrt wurde. Nachdenken wird bei ihnen erst anfangen, wenn sie auf der Ware sitzen bleiben…

 

Wir alle haben es in der Hand - also tut was!

 

Aldi

Diese Woche im Aldi, ich möchte Äpfel kaufen. Beim Blick auf die verschiedenen Angebote fällt mir auf, bis auf eine Sorte kommen alle aus Neuseeland.
Ich frage mich verwundert: „Wie jetzt? Neuseeland?“. Zu einer Zeit, in der es in Deutschland wahrlich genug Äpfel gibt, bin ich fassungslos, das Aldi es wagt, Äpfel aus Neuseeland anzubieten.
Wie sagte doch Greta: „How dare you?“.
Als ich meine Fassungslosigkeit überwunden habe, steigt Wut in mir hoch. Wut auf einen Discounter, der sich über alle Bemühungen das Klima zu retten hinwegsetzt. Seine Verantwortung als großer Einkäufer einfach ignoriert. „How dare you?“. Wut darauf, dass anscheinend die Transportkosten so niedrig sind, dass sich der Import lohnt. Was für eine Schande!
Ich war schon immer der Meinung, dass wir im Winter keine Weintrauben und Erdbeeren aus Übersee benötigen. Der Charme von saisonalem Obst liegt auch darin, dass es eben nur in der Saison zu haben ist und dann besonders gut schmeckt. Ich jedenfalls gucke immer sehr genau hin, aus welchem Land etwas kommt und lasse es gegebenenfalls liegen. Wenn das alle machen würden, hätten wir das Problem ganz schnell gelöst. Ach und übrigens, wir haben gerade Apfel-Saison in Deutschland und es gibt überhaupt keinen Grund Äpfel zu importieren!
Ich habe mich hingesetzt und Aldi eine erzürnte Mail geschrieben. Auf die Antwort warte ich noch …

Reden

 

Manchmal denke ich: „Eh Leute ist das eigentlich so schwer miteinander zu reden? Ist schwer den Mund aufzumachen, wenn einen etwas stört und ist es schwer stehen zu bleiben und Stellung zu beziehen, wenn etwas schief gelaufen ist?

 

Einfach abhauen, schweigen, den Hörer auflegen oder auf andere Art und Weise Kommunikation zu verweigern, fühlt sich für mich an wie Todesstrafe. Es trifft mich im innersten Kern meines Seins.

 

Ich fühle mich in solchen Momenten komplett abgelehnt, klein gemacht, missachtet. Und wenn dann noch der Satz „Aber man muss doch nicht über alles reden kommt“, könnte ich die Keule rausholen und zu schlagen.

 

Doch, in meinen Augen muss man über alles reden, denn wie sonst kann der Andere mich wirklich verstehen. Gerade wenn es um Auseinandersetzungen geht, geht es darum auf eine verbale Art und Weise Klarheit zu gewinnen. Nur Fühlen reicht da nicht mehr. Da mag in anderen, intimeren Momenten durchaus in Ordnung sein, aber nicht, wenn zwei Menschen gerade unterschiedlicher Meinung sind.

 

Ich bin ein Mensch der gleichzeitig seine rechte und linke Hirnhälfte nutzen kann, das versetzt mich in die Lage sofort Gefühle benennen und beschreiben zu können und sofort alles, das passiert in Sprache transportieren zu können. Okay, das ist für mich vielleicht ein Vorteil in der einen oder anderen Situation, für andere sicherlich das eine oder andere Mal anstrengend, aber noch lange kein Grund mich verbal verhungern zu lassen.

 

Standhaftigkeit, Kommunikationsfähigkeit und die innere Haltung Verantwortung für sein Handeln übernehmen zu können sind Grundvoraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben.

 

Guckt doch mal hin, ob euch da noch etwas fehlt….

 

Tempo

 

Es gibt Menschen, die sind sehr langsam und es gibt Menschen, die sind sehr schnell. Beide Verhaltensweisen sind für sich genommen völlig okay, schwierig wird es, wenn beide Typen aufeinander treffen.

 

Da ist derjenige, der Zeit braucht, der alles erst einmal gründlich durchdenken muss, bevor er reagieren kann. Er ist derjenige, der sich mit Ruhe und Muße einer Sache widmet und langsam und gründlich tut, was zu tun ist. Oftmals ist er handwerklich sehr geschickt und in der Lage die tollsten Dinge zu produzieren. Es kann ihm allerdings passieren, dass er sich im Detail verliert und keinen Überblick gewinnt.

 

Und dann sind da die anderen, sie sind schnell, treffen in Windeseile Entscheidungen, sprudeln vor Ideen, haben immer den Überblick, übersehen aber manchmal ein Detail.

 

Die Langsamen fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie mit einem Schnellen zusammen arbeiten sollen und die Schnellen fühlen sich an die Kette gelegt, wenn sie Rücksicht auf die Langsamen nehmen müssen.

 

Beide bekommen Stress und das ist verständlich. Sie sind gut beraten, wenn jeder für eine gemeinsame Sache seinen Teil individuell bearbeiten kann, bloß bitte nicht zusammen.

 

Für diesen Text habe ich mal die Begriffe Langsamkeit und Schnelligkeit gegoogelt.

 

Bei Langsamkeit tauchen Seiten wie:

 

Entdecken Sie die Langsamkeit für sich

 

Langsamkeit: Bitte nicht so eilig!

 

oder

 

Müßiggang liegt im Trend

 

auf. Bei Schnelligkeit finden sich ausschließlich Seiten zur Schnelligkeit im Sport.

 

Heißt doch, überall wird Schnelligkeit erwartet, aber offiziell messen wir ihr keinen Wert zu. Schnelligkeit ist irgendwie anstrengend und sollte abgeschafft werden. Oder?

 

Ich bin der Meinung Schnelligkeit ist genauso okay und wichtig wie Langsamkeit. Beide haben ihre Daseins-Berechtigung. Und Menschen, die von Natur aus schnell sind, leiden nicht darunter, dass sie Aufgaben zügig abarbeiten. Im Gegenteil, sie leiden, wenn man sie auffordert doch bitte langsamer zu machen. Sie sind es gewohnt wieder und wieder auf andere warten zu müssen und grundsätzlich sind sie geduldige Menschen, die innerlich die Augenverdrehen, aber äußerlich freundlich bleiben. Stellen Sie sich vor, sie würden ein Rennpferd zwingen, die Äcker ordentlich zu pflügen. Sicherlich genauso eine blöde Idee, wie einen Ackergaul zu motivieren ein Rennen zu laufen.

 

Also, gebt jedem die richtige Aufgabe und lasst uns in Ruhe damit, Unmögliches von uns zu verlangen.

 

 

 

Reaktionen

 

Manchmal könnte ich mir vor Verzweiflung die Haare raufen. Ich bin normalerweise ein sehr sortierter Mensch, verpenne keine Termine und antworte innerhalb von wenigen Stunden auf hereinflatternde Mails. Ich finde das ist überhaupt nicht schwierig.

 

Mit dieser Idee stehe ich aber offensichtlich allein auf weiter Flur. Menschen antworten mir im Schneckentempo: Tage später oder am besten gar nicht. Kunden machen Termine und erscheinen dann nicht, halten es aber nicht für nötig abzusagen. Menschen bedanken sich bei mir für die schnelle Antwort und ich denke: „Aber das war doch normal!“

 

Firmen mit einem Reparaturdienst, der eigentlich auch Notfalldienst sein muss, schaffen es tatsächlich nach 4 Tagen zur Reparatur aufzutauchen, ohne Begründung oder gar Entschuldigung

 

Irgendwie scheint die Welt zu erwarten, dass solch ein Verhalten still toleriert wird. Wenn ich es wage meinen Unmut lautstark zu äußern, ernte ich Unverständnis und böse Blicke.

 

Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor? Ich habe keine Ahnung. Manchmal beschleicht mich der leise Verdacht, dass hinter ihren Stirnen einfach gähnende Leere ist und die hereinkommende Info nirgends andocken kann. Oder aber sie kreisen so sehr in ihrem eigenen Universum, dass da leider keine Kapazität vorhanden ist auf die Anforderungen von außen adäquat zu reagieren.

 

Was auch immer da abgeht,  es nervt und es bremst das Leben aus und ich wünsche mir, dass sie alle möglichst schnell aufwachen und aus dem Quark kommen. Langsamkeit ist nicht toll - doch dazu nächste Woche mehr.

 

Barfuß

Wir sitzen im Café am See, genießen die Sonne. Irgendwann mache ich mich auf mit nackten Füßen zu testen wie warm das Wasser noch ist. Anschließend, lasse ich, Barfuß-Freak, der ich bin, die Schuhe aus. Irgendwann möchte ich zur Toilette gehen. Kaum habe ich die Gaststube betreten, brüllt mir eine Serviererin entgegen. „Das ist hier verboten! - Sie dürfen hier nicht barfuß laufen!“. Ich zucke zusammen und haue den Satz raus: „Wer sagt das?“ In mir brandet Wut auf. Die knurrige Antwort: „Hier können Glasscherben auf dem Boden liegen“. Ich bin fassungslos und schnauze zurück: „Das ist dann doch wohl mein Problem oder?“.

 

Ich beuge mich widerstrebend dem Diktat des Restaurants und schleiche mit Wut im Bauch zurück zu unserem Tisch. Erstens lasse ich mich nur sehr sehr ungern von anderen Menschen maßregeln und darüber belehren, was ich zu tun und zu lassen habe. Zweitens macht der Ton die Musik und die Ansage hätte ein bisschen netter kommen können, dann wäre vermutlich auch meine Wut nicht aufgeflammt und ich hätte sehen können, dass die Betreiber um das Wohl ihrer Gäste bemüht sind. So aber entstand der Eindruck, dass ich mich gefälligst so zu verhalten habe, dass der Wirt kein Haftungsproblem bekommt und auf keinen Fall eigenmächtig eine Entscheidung treffen dürfe. Motto: Das einzige, das hier stört, ist der Gast!

 

Ich auf jeden Fall beeile mich zu zahlen und diesen unfreundlichen Ort schnell zu verlassen, das Trinkgeld  spare ich mir dann auch.

 

Ach und hab ich schon erwähnt, dass dieses Restaurant viele viele schlechte Beurteilungen über unqualifizierte Bedienung im Internet hat? Ganz heißer Tipp: Freundlichkeit und Kundenorientierung üben! Vielleicht kommen die Leute dann ja auch noch einmal wieder….

 

BlaBlaCar

BlaBlaCar

 

Wir hatten wieder einmal Besuch von einem afrikanischen Deutschlehrer. Er wollte einen Freund in Köln besuchen und ich habe so völlig unbedarft den Versuch gestartet ihm eine Fahrmöglichkeit über BlablaCar zu buchen. Es wurde interessant.

 

Es gab mehrere Fahrten im Angebot, ich habe unter meinem Namen eine Fahrt reserviert und jedes Mal per SMS die Info gegeben, dass unser afrikanischer Gast mitfahren wird.

 

Die Absagen kamen relativ schnell, es wurden aber weiterhin freie Plätze bei diesem Angebot angezeigt.

 

Was soll ich sagen? Der Verdacht, dass hier anscheinend rassistische Motive eine Rolle spielten, drängte sich auf. Natürlich kann ich es nicht beweisen, aber ich selbst habe so etwas, wenn ich selber fahren wollte, nicht erlebt.

 

Letztendlich haben wir nach langen Bemühungen eine Fahrt gefunden und alles hat super geklappt. Meine Bauchschmerzen mit dieser Aktion sind geblieben….

 

Medikamente

 

 

Letzte Woche erzählte eine Schülerin von mir, seit 20 Jahren tätig als Krankenschwester, davon, dass auf ihrer Station ca. 80% aller Patienten, die älter als 60 Jahre sind in irgendeiner Form Psychopharmaka einnehmen. Psychopharmaka, die beruhigen und gute Laune machen.

 

Irgendwie passt es zu meinem Text von letzter Woche über die Ängste der Menschen. Was ist das für eine Gesellschaft ´, in der wir leben, in denen die Menschen so viele Ängste, so viel Stress haben, der sie glauben lässt, nur mit Medikamenten über die Runden zu kommen. Was für ein Anspruchsdenken steckt dahinter! Glauben diese Menschen doch, die Tablette könne ihnen helfen, ihr Leben zu bewältigen, ihre Themen verschwinden lassen. Welche Unfähigkeit steckt dahinter, erwachsen zu werden und selbstverantwortlich zu handeln.

 

Klar mag es Situationen geben in denen diese Medikamente erforderlich und hilfreich sind, aber doch nicht bei 80% der Bevölkerung. Medikamente sind Drogen und letztlich laufen alle diese Menschen zugekifft durch dir Gegend. Super!

 

Mich macht das einerseits traurig und andererseits wütend. Wütend weil es eine Pharmaindustrie gibt, die diese Hoffnungen auf die schnelle, unkomplizierte Lösung aller Probleme schürt. Wütend weil die Menschen nicht begreifen, dass sie selbst es in der Hand haben, wie sie mit Schwierigkeiten umgehen. Wütend, weil wir immer noch kein Schulfach namens „Glück“ haben, dass Kindern zeigt wie sie ein zufriedenes Leben führen können. Was sind schon binomische Formel gegen die Fähigkeit mein Leben auf die Reihe zu bekommen? Wütend weil die Medien suggerieren, dass von allen Seiten Gefahren drohen und diese Meldungen auf offene Ohren treffen.

 

Ich möchte diese Menschen schütteln und ihnen sagen „Wach endlich auf“, „Nimm dein Leben in die Hand, igel dich nicht ein und guck dich mit deinen eigenen Augen um!“ “Hör auf schnelle Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen.“

 

Das Leben antwortet dir, dir und deinem Verhalten. Es kommt dir so entgegen, wie du es betrachtest. Mit dem Dramablick präsentiert es dir das Drama - garantiert. Mit einem anderen Blick hält die Freude Einzug. Das bedeutet nicht, dass du keine Schwierigkeiten haben wirst, aber du traust dir zu, sie alleine zu bewältigen - ohne Medikamente!

 

Ängste

 

Wenn ich die Menschen so beobachte und reden höre, frage ich mich manches Mal, in welchen Zustand sie eigentlich leben. Wie sie es schaffen, jeden Morgen auszustehen und in ihren Tag zu gehen. In einen neuen Tag mit all den Ängsten, die anscheinend auf ihren Schultern lasten. Augenscheinlich ist das Leben so vieler Menschen von großen und kleinen Ängsten bestimmt. Sie fürchten sich vor Flüchtlingen, vor Moslems, vor Farbigen. Sie fürchten sich davor Opfer von Einbrechern zu werden oder eines Überfalls, sich fürchten sich Masern oder Krebs zu bekommen. Aus dieser Angst heraus, verbarrikadieren sie Ihre Wohnung, meiden öffentliche Plätze, rennen zum Arzt. Hören einfach auf wirklich zu leben.

 

Aber wie sagte schon Erich Kästner so schön: „Leben ist immer lebensgefährlich“.

 

Ja, mir kann jeden Tag etwas Schreckliches passieren, aber falls das geschieht, bin ich mit Handeln beschäftigt und hab keine Zeit für meine Ängste. Ja, ich kann betrogen, beraubt oder beleidigt werden, aber die einzige Frage, die sich dann stellt ist: „Wie gehe ich damit um?“. Erlaube ich den Tätern mich über die Aktion hinaus zum Opfer zu machen, in dem ich anschließend noch pausenlos in Gedanken an diesem Ereignis hänge oder registriere ich das Ereignis, tue das Notwendige in dem Moment und verschwende anschließend keinen Gedanken mehr daran?

 

Glaube ich von mir, dass ich in der Lage bin mit den Herausforderungen des Lebens gut fertig zu werden oder fühle ich mich grundsätzlich und immer absolut hilflos und ausgeliefert. Und wer bin ich ohne meine Ängste? Was bleibt von mir, wenn ich aufhöre mich über ein „ Ich mache mir Sorgen“ zu definieren? Und was brauche ich, um Stabilität zu erlangen, dass hilflose kleine Kind in mir endlich erwachsen werden zu lassen. Das wäre doch viel spannender zu erforschen statt sich mit sinnlosen Ängsten zu beschäftigen.

 

Wie war doch gleich der Spruch: „Das Leben ist ein Ponyhof und jetzt steig endlich auf und reite!“

 

Trauer öffentlich?

Irgendwie sind wir ja alle daran gewöhnt dass Menschen bei Facebook posten, wie und wo sie ihren Urlaub verbringen, welches Essen sie gerade auf dem Teller haben und was der Nachwuchs so macht. Alles gut und schön.

 

Zweifel kommen in mir hoch, wenn Posts erscheinen wie: „Meine Mama ist heute über die Regenbogenbrücke gegangen - ich werde dich vermissen“. Zweifel ist eigentlich viel zu schwach ausgedrückt, solche Posts schocken mich und in mir wächst der Widerstand. Widerstand dagegen so ein persönlich tief berührendes Ereignis auf die gleiche Art und Weise öffentlich zu machen, in der ich nette, lustige, unbedeutende Dinge poste.

 

Ich frage mich dann immer, warum tun Menschen das? Bei solchen Posts regnet es dann natürlich sofort Beileidsbekundigungen, die mehr oder weniger ernst gemeint sind. Geht es darum? Geht es darum gesehen zu werden in seinem Schmerz? Geht es darum, den eigenen Schmerz öffentlich zu machen? Geht er davon weg? Ist es so etwas wie „fishing for compliments“?

 

In mir sträubt sich in solchen Momenten alles dagegen, herzliches Beileid zu schreiben. Sträubt sich dagegen, dieses Muster zu bedienen. Sträubt sich dagegen, die unausgesprochene Erwartung zu erfüllen. Sträubt sich, weil ich gar nicht weiß, was tatsächlich passiert, nicht weiß welche Beziehung der Verstorbene und der Schreiber tatsächlich hatten, nicht weiß, was hilfreich sein könnte. Ein pauschales „Herzliches Beileid“ ist es bestimmt nicht.

 

Trauer will gefühlt und gelebt werden, auch geteilt werden, geteilt mit Menschen, die mir nahestehen, die mich berühren, aber nicht mit der großen anonymen Community, die sich Facebook nennt. Das ist mir zu wenig…

 

Nichts dazu gelernt

 

In dieser Woche erschien in der NOZ ein Artikel über eine junge hoch qualifizierte Frau, die verzweifelt versucht hat, eine Teilzeitstelle zu bekommen, die ihrer Qualifikation entspricht. Beim Lesen dachte ich mir „Oh Mann Jungs, in 35 Jahren nix dazu gelernt!“

 

Ich habe schon in den 80er Jahren dafür gekämpft, eine qualifizierte Stelle in Teilzeit zu bekommen. Beworben habe ich mich damals auf die Stelle des Personalleiters oder wie es damals noch so schön hieß: „Innendienstleister“. Zu hören bekam ich, dass ich diese Position auf keinen Fall ausüben könne, da ich ja nicht den ganzen Tag da sei. Mein Hinweis, dass der damalige Amtsinhaber ja auch nur selten anwesend sei, weil er ein Aufsichtsrat-Mandat hatte, im Rat der Stadt Fraktionsvorsitzender war und noch diverse andere Ämter ausfüllte, wurde mit der Bemerkung abgeschmettert. „Ja, er tut ja auch etwas für die Gemeinschaft.“ Meine spontane Antwort „Ach ja? Und ich tue mit meinen drei Kindern nix für die Gemeinschaft. Das Aufsichtsrat-Mandat wird ihre Rente nicht retten, meine Kinder vielleicht.“ löste heftige Irritationen aus.

 

Ich frage mich heute noch, welches Potential sich die Wirtschaft da entgehen lässt, nur weil sie meint, dass Arbeitnehmer mit ihrer ganzen Arbeitskraft dem Unternehmen zu Verfügung stehen müssen. Weil sie nicht intelligent oder kreativ genug ist, Modelle zu entwickeln, die ein Job-Sharing möglich machen. Es wäre so einfach, man muss es nur wollen.

 

Die italienische Frauenbewegung Affidamento, in der Wissenschaftlerin geforscht haben, warum es immer noch so wenig Frauen in Spitzenpositionen gibt, hat festgestellt, dass das Leben in diesen Spitzenpositionen nicht dem Begehren von Frauen entspricht. Frauen wollen Zeit für ihre Kinder und qualifiziert arbeiten.

 

Job-Sharing würde die Wertigkeit von Arbeit auf ein normales Maß reduzieren und nicht mehr die Idee verwirklichen, dass eine 70-Stunden Woche, wie die meisten Manager sie heute leisten für irgendjemanden normal ist. Es ist jenseits von gesund seine ganze Kraft nur einer einzigen Sache zu widmen. Das Zauberwort heißt „Diversity“. Mehrmals am Tag neue Blickwinkel, andere Aufgaben und Rollen zu übernehmen, das macht kreativ, innovativ und erhält jung.

 

Einfach mal ausprobieren

 

Rassismus

Ich habe gerade das Buch „exit Rascism“ von Tupoka Ogette gelesen, in dem eine farbige Deutsche auf den offensichtlichen und subtilen Rassismus hinweist, dem Menschen wie sie in Deutschland ausgesetzt sind. Das Buch ist gespickt mit weiterführenden Links zu Texten und Videos. Unter Anderem zu einem Video über den „Doll Test“. Wissenschaftler zeigen kleinen Kindern, zwei Puppen, eine weiße und eine schwarze. Dann werden Fragen gestellt wie: „Welche Puppe ist die nette“ und „Welche Puppe ist die hässliche“. Ihr ahnt es schon wie die Antworten ausfielen…. Schwarze und weiße Kinder hielten die weiße Puppe für die nettere, die schlauere, die begabtere. Wenn am Ende die Frage gestellt wurde: „Und welche Hautfarbe hast du?“ war ein kurzer Moment des entsetzten Zögerns bei den schwarzen Kindern zu bemerken. Hatten Sie doch gerade alle schlechten Eigenschaften der schwarzen Puppe zugeschrieben.

 

Was passiert da? Wie sehr prägt unsere Gesellschaft das Bild, das weiß richtig und der Normalzustand und schwarz irgendwie falsch und auf jeden Fall die Ausnahme ist. Natürlich sind wir hier in Deutschland alle daran gewöhnt, dass die meisten Menschen in unserer Umgebung weiß sind, deshalb fallen uns vermutlich farbige Menschen eher auf. Das wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen. Die entscheidende Frage aber ist doch: Wie gehe ich dann damit um? Unterstelle ich sofort, dass der Farbige mit Sicherheit aus einem fernen Land kommt und vermutlich kein richtiges Deutsch spricht oder warte ich einfach ab und habe es auch auf dem Schirm, dass er eventuell aus Bottrop kommt oder perfekt Platt schnacken kann wie Yared Dibaba oder Keno Veith. Kann ich es wirklich verstehen, dass er oder sie trotz anderer Hautfarbe genauso deutsch ist wie ich?

 

Beim Lesen des Buches wurde mir mit einem Mal bewusst, in den Zeichnungen meiner Kindheit waren Engel nie schwarz und sie sind es bis heute nicht.

 

Was ist, wenn Gott eine dunkle Hautfarbe hat?

 

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