Impfzentren

Gespräch mit einer Frau, die mir erzählt, dass ihr die Tränen kamen als sie an einem Impfzentrum vorbei fuhr. Tränen des Mitgefühls mit Menschen, die dort ihrer Meinung nach eine super Arbeit leisten.
Ich kann es kaum glauben,was ich da höre. Mein erster Impuls war zu sagen: "Oh ja, mir kommen auch die Tränen, wenn ich dort vorbei fahre". Gott sei Dank habe ich es nicht gesagt, denn ich hätte erklären müssen, dass es Tränen der Wut sind. Dass sich mir jedesmal der Magen umdreht und mich dieses alte DDR Gefühl überfällt, das man hatte, wenn man die Grenzen überschreiten wollte oder überschritten hatte. Ein Gefühl von Druck, Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit.
Mir dreht sich der Magen um, wenn ich die großen Zentren sehe und ich frage mich, was um Himmels Willen sie da tun? Es ist ja okay wenn Menschen meinen, sich impfen lassen zu müssen. Das können sie beim Hausarzt nach und nach tun. Es gibt keine Notwendigkeit davon eine Massenveranstaltung zu initiieren, die nur noch die grassierende Angst weiter schürt. Ich empfinde das als ziemlich verantwortungslos. Und dabei reden doch gerade alle über Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Dann nehmt sie bitte auch endlich mal Ernst.

Wertschätzung

 

Mich beschäftigt heute mal wieder der Begriff "Wertschätzung".

 

Wie oft schätzten wir den Wert der Menschen und Dinge, die uns begegnen? Und wie oft zeigen wir der Welt, dass wir den Wert schätzen. Durch ein Lächeln, ein Lob, ein Dank, ein kleines Geschenk.

 

Ja, ich finde ab und zu braucht es neben lobenden Worten auch eine kleine materielle Anerkennung des Anderen.

 

Das muss nichts Großartiges sein, eine kleine Blume, eine selbstgemachte Marmelade, ein handgeschriebener Gruß.

 

Als ich in einer Gruppe dieses Thema einmal angesprochen habe, ja, auch aus dem Grund, weil ich mich dort nicht wertgeschätzt fühlte, brach eine Diskussion los. Eine Diskussion darüber, warum ich meinte, diese Wertschätzung zu brauchen. Ich solle doch mal bitte meine eigenen Muster anschauen und mich aus solchen Ideen lösen.

 

Leicht irritiert habe ich damals dieser Diskussion gelauscht. Fachlich war mir klar, da läuft jetzt gerade Abwehr. Abwehr der eigenen Unlustgefühle, die entstehen, wenn man einem Vorwurf ausgesetzt ist. Menschlich war ich enttäuscht, richtig enttäuscht.

 

In mir lebte die stille Hoffnung irgendwann, zu Weihnachten vor der Sommerpause, zwischendurch, eine Kleinigkeit geschenkt zu bekommen. Erfüllt hat sich diese Hoffnung bis heute nicht und doch ist sie vor allem beim letzten Treffen vor Weihnachten präsent. Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder wird sie nicht erfüllt. Enttäuschung wabert dann durch den Raum. Enttäuschung zeigt einem die eigenen Bedürfnisse.

 

Ja, es ist mein Bedürfnis Wertschätzung nicht nur auszusprechen, sondern zu zeigen.

 

Da gibt es noch viel Entwicklungspotential....

 

Neujahr

Heute ist der erste Tag des neuen Jahres. Unberührt liegt es vor uns, wie frisch gefallener Schnee. Es birgt noch alle unsere Hoffnungen, unsere Wünsche und Erwartungen. So als wäre Schlag 12 Uhr in der letzten Nacht alles anders geworden.
Ganz ehrlich, ist es natürlich nicht.
Wenn wir uns nicht ändern, werden wir die gleichen Dinge erleben wie im letzten Jahr. Werden dieselben Fehler machen, die gleichen Enttäuschungen erleben.
Vielleicht können wir diesen Moment nutzen, eine Veränderung, eine kleine Veränderung in uns auf den Weg zu bringen. Die Veränderung, die Neues möglich machen kann, anzustoßen. Die Erstarrung zu lösen und beginnen zu Schwingen.
Probiert es aus, es lohnt sich

Weihnachten

 

Stille Nacht, heilige Nacht. In diesem Jahr besonders still. Ohne Kirchenbesuch bzw. ohne Gesang in der Christmette. Ich finde eine Weihnachtsgottesdienst ohne Singen ist kein Weihnachtsgottesdienst, aber das ist nur meine Meinung.

 

Wie haben  wir Weihnachten verbracht? Wie sehr haben wir uns  davon beeindrucken lassen, dass die Abläufe andere sind, dass wir vorgeschrieben bekommen, was wir zu tun und zu lassen haben. Waren wir in der Lage friedliche Weihnachten mit uns, vielleicht mit uns allein zu erleben? Die Bedeutung von Weihnachten auf eine ganz neue Art und Weise zu erfahren.

 

Wir feiern mit Weihnachten die Menschwerdung Gottes. Gott ist Mensch geworden und damit ein Wesen, das Kontakte und Umarmungen zum Leben braucht. Ein Wesen, das auf Dauer zugrunde geht, wenn es isoliert wird von anderen. Ein Wesen, das in der Zeit auf diesem Planeten verletzlich ist, körperlich und seelisch. Vielleicht dient diese Zeit dazu, uns allen das ganz bewusst zu machen und unser Verhalten im Umgang miteinander zu verändern.

 

Ein Wesen, dass hier auf der Erde eine menschliche Erfahrung macht. Das bedeutet, dass wir alle hergekommen sind, um die Polarität zu erleben, hell und dunkel, warm und kalt. Immer existiert beides. Das können wir gerade ausgiebig erfahren.

 

Also, wenn es gefühlt draußen kalt ist, sorgt gut dafür, dass es in euch warm ist, ganz warm und dann schickt diese Wärme hinaus in die Welt – die braucht sie.

 

Gelassenheit

 

Gelassenheit

 

Gelassenheit eine

 

Gelassenheit eine Möglichkeit

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich wachsen

 

Gelassenheit eine Möglichkeit, die ich wählen kann und die mich wachsen lässt.

 

Sprachspiel

 

Diese Woche haben wir uns darüber unterhalten, welche großartigen Möglichkeiten die deutsche Sprache bietet. Wortneuschöpfungen sind ganz einfach. Wir können Substantive neu zusammen setzten und erfinden, wie wäre es mit Worttacktung oder Sprachtanz. Wir können Verben mit Substantiven verbinden, das gibt dann Wörter wie Fließgewässer oder Springseil. Genauso gut können wir Verben oder Adjektive einfach substantivieren, in dem wir einen Artikel davorsetzen: das Singen oder die Schlaue. Und wir können Wörter bilden, die aus mehreren Begriffen bestehen: Auf-die-lange-Bank-Schieben z.B. Die Experten dürfen sich dann darüber streiten, ob wir es zusammen oder mit Bindestrich schreiben.  Das letzte Wort in diesen Kompositionen bestimmt immer den Sinn und auch damit kann man dann trefflich spielen: Vaterhaus oder Hausvater sind zwei völlig verschiedene Dinge. Eigentlich sind unserer Phantasie an der Stelle keine Grenzen gesetzt. Ich habe gehört, die Niederländer z.B. sind ein bisschen neidisch auf die Optionen, die die deutsche Sprache da bietet.

 

In meiner Therapie mit den Oh Karten spiele ich manchmal mit den Wörtern, die im Prozess auftauchen. Immer dann, wenn der Klient nichts damit anfangen kann. Da gibt es zum Beispiel das Wort: Übelnehmen. Wenn der Person, die vor mir sitzt, nichts dazu einfällt, bitte ich sie, das Wort auseinanderzunehmen. Das „Übel nehmen“ und schon beginnen die Assoziationen zu fließen. Heißt auch übersetzt: Substantivierungen bringen uns in den Kopf, nehmen das Gefühl aus einer Sache. Leben startet mit den Verben.

 

Substantivierungen kommen neutral daher, der Nutzer kann sich hinter dem Wort verstecken. Wieviel lebendiger reden wir, wenn wir mehr Verben nutzen. Verben beschreiben einen Vorgang, da ist Bewegung, Substantivierungen sind starr und unbeweglich.

 

Rechts- und Amtstexte wimmeln von Substantivierungen und wir haben große Mühe sie zu verstehen. Es kann helfen, die Schachtelwörter einfach mal mit Verben zu übersetzen und schon erschließt sich der Sinn.

 

Und es ist eine spannende Möglichkeit mit diesen Optionen einfach mal zu spielen und zu schauen wie sich unsere Gefühlslage verändert, wenn wir eine andere Ausdrucksweise wählen.

 

Dialog

 

Ich schreibe aktuell in einer sogenannten Drabbel-Gruppe. Drabbels sind Texte von maximal 100 Wörtern, die die eigene Befindlichkeit wiedergeben sollen. Die Gruppe ist im ersten Corona Lockdown gegründet worden. Eine kleine Gruppe von Menschen schreibt dort seit 7 Monaten. Ab und zu entspannen sich Diskussionen zu den geschriebenen Themen. Immer wertschätzend und liebevoll. Jetzt kam die Ansage der Gründerin der Gruppe, keine Kommentare mehr zu den einzelnen Posts abzugeben. Sie sollen nur dastehen und wirken.

 

Ich habe diese Ansage gelesen und war irritiert. Für mich diskussionsfreudiges Wesen, ist es eigentlich ein No-Go nicht zu kommentieren, nicht zu diskutieren. Mir kam der Gedanke: „Das ist ja wie Instagram, sterbenslangweilig nur Bilder zu gucken.“ Aber nicht nur das, für mich bleiben die Dinge eindimensional, wenn man nicht in die Diskussion darüber eintritt. Leben bekommt erst Farbe und Kontur, wenn miteinander geredet wird. Okay, ich bin mit Sicherheit nicht Diskussions-verwundet wie in der Ansage erwähnt wurde, sondern vermutlich eher das Gegenteil: Diskussions- gestärkt.

 

Wenn ich mir den Vorgang astrologisch anschaue, dann ist mir klar, nicht in den Dialog gehen, geht für einen Zwilling so gar nicht. Für andere Sternzeichen sehr wohl, ja für die ist es Lebenselixier still zu sein und nicht zu kommunizieren.

 

Beides hat seinen Wert und ist in Ordnung, stellt sich nur die Frage wie geht man damit in einer Gruppe um, die für alle offen sein  soll?

 

Freundschaftswesen

Kennt ihr es? Ist es euch schon einmal begegnet das „Freundschaftswesen“. Ein wundersames Wesen ist es. Freundlich mit einem Lächeln im Gesicht, weiblich und ein bisschen rundlich kommt es daher, seine Haut glänzt wie Schokolade in der Sonne. Es bewegt sich trotz seiner Fülle leise und geschmeidig, du hörst es nicht kommen. Manchmal singt es, laut und kehlig klingt seine Stimme. Sie erinnert an die großartigen Jazzsänger, die es gab und gibt. Und du fühlst dich sofort eingehüllt und in deiner Tiefe mitgenommen von diesem Klang.
Das Freundschaftswesen lässt sich nicht bitten, du kannst es nicht einladen. Nein, es erscheint ungebeten. Das eine Mal plötzlich und unerwartet und das andere Mal schleicht es sich leise und konsequent in dein Leben. Gibt sich nur langsam und zögerlich zu erkennen. Manchmal kommt es wie eine Fee mit einem kleinen Zauberstab und zaubert aus dem Nichts eine tiefe, intensive Verbindung. Eine Verbindung bei der die Luft zu glitzern beginnt.
Die Aufgabe des Freundschaftswesens ist es Bänder zu knüpfen, so wie kleine Mädchen es tun. Bänder miteinander zu verweben. Die Bänder, die lose an den Menschen herunterhängen, Bänder, die noch keinen Anknüpfungspunkt gefunden haben.
Zart nimmt das Freundschaftswesen sie in die Hand und prüft zunächst ob die Enden überhaupt zueinander passen, ob es eine Möglichkeit gibt, sie miteinander zu verbinden.
Wisst ihr, es gibt nämlich raue und glatte Bänder, bunte und einfarbige. Es gibt zarte, dünne Bänder, die leicht reißen können und stabile Bänder, die sich anfühlen wie Draht. Es gibt in sich verdrehte Bänder, die lassen sich nur ganz schwer mit anderen Bändern verbinden und es gibt weiche, geschmeidige Bänder, bei denen ist es ganz leicht, ein passendes anderes Band zu finden.
Das Freundschaftswesen hat viel Erfahrung und erkennt auf den ersten Blick, ob eine Verbindung gelingen kann oder nicht.
Ganz vorsichtig geht es zu Werke, prüft die Qualität der Bänder, die Farben, das Material, prüft, ob eine Verbindung zumindest für einige Zeit möglich ist. Ja, das Freundschaftswesen arbeitet nicht für die Ewigkeit. Es ist daran interessiert, Verbindungen zu erschaffen und manchmal zeigt es sich, dass diese Verbindungen nicht von Dauer sind. Dass die Bänder nicht halten, wenn Sturm aufzieht.
So ein gutes geknüpftes verbundenes Band muss viel aushalten können. Es muss aushalten, dass es manchmal unbeachtet in der Gegend herum hängt, es muss die Wahrheit ertragen können, es aushalten können, dass die Menschen am Ende der Bänder zu bestimmten Zeitpunkten in unterschiedliche Richtungen laufen. Dann muss es in der Lage sein, sich zu dehnen und zu strecken. Das Freundschaftswesen hat immer alle Bänder im Blick und hilft, in dem es zum Beispiel das Band, das solch einer Zerreißprobe ausgesetzt ist, einfettet, mit seinen kräftigen Händen ein bisschen massiert damit die Dehnung gelingen kann. Niemals aber würde das Freundschaftswesen die betroffenen Menschen daran hindern in eine bestimmte Richtung zu laufen. Das Freundschaftswesen ist nur zuständig für die Bänder. Damit hat es genug zu tun.
Ja, damit ist es wirklich gut beschäftigt. Es ist nämlich ein Irrtum zu glauben, dass es reicht die Bänder mit einander zu verknüpfen. Das ist der Anfang, aber dann beginnt die Arbeit. Die Menschen müssen diese Verbindung nutzen, Worte darüber spazieren lassen, freundliche, ermunternde Worte, stärkende, stützende Worte und manchmal auch warnende Worte festigen die Bänder, machen sie stabiler.
Auch Gesten fließen durch die Bänder, eine Umarmung, eine tröstende Hand, helfende Hände, die Bänder sind in der Lage all dieses zwischen Menschen fließen zu lassen. Zornige, ungerechte Worte, Lügen, Eitelkeit und Manipulation zerstören die Bänder. Manchmal zerreißen sie dann plötzlich und geben einen lauten kummervollen Ton von sich, manchmal löst sich die Verbindung der Bänder langsam, fast unbemerkt und die betroffenen Menschen realisieren erst nach einiger Zeit, dass es kein Band mehr gibt.
Das Freundschaftswesen beobachtet und hilft still und unauffällig. Manchmal fügt es neue feine Knoten hinzu, manchmal massiert es sanft mit seinen großen Händen, manchmal singt es, tief und kehlig, und versetzt damit die Bänder in Schwingung. Schwingend sind sie stabiler. Ja und manchmal hebt es ganz sanft die Bänder an und rückt sie in eine neue Position oder es verstärkt sie mit einem neuen Band.
Das ist vor allem bei den dünnen zarten Bändern erforderlich, da bedarf es stabiler Unterstützung. Das Freundschaftswesen versucht auch die verdrehten Bänder, die sich so schlecht verbinden lassen zu glätten, die ganzen Drehungen und Windungen zu entwirren, damit es überhaupt eine Chance auf Verbindung gibt.
Das Freundschaftswesen ist bemüht, die Verbindungen stabil zu halten, Tag und Nacht, es lässt sich nicht von Entfernungen abschrecken, von Schicksalsschlägen, die sich ereignen, nicht von Armut und nicht von Reichtum, es hat keine Angst vor Krankheiten und versteckt sich nicht vor schweren Aufgaben.
Das Freundschaftswesen ist verlässlich, manchmal verlässlicher als die Bänder, die es geknüpft hat.
Es wird euch nicht gelingen, das Freundschaftswesen zu sehen, ihr könnt es nur fühlen und manchmal, wenn ihr ganz ganz leise seid, könnt ihr es hören, wie es singend seine Arbeit verrichtet. Das sind die Zaubermomente im Leben.
Aber ihr wisst es ganz sicher, wenn es seine Arbeit gemacht hat, ihr könnt das Werk des Freundschaftswesens bewusst wahrnehmen, immer dann, wenn ihr echten Freunden begegnet. Freundschaften, die tief und lebendig sind, Freundschaften, die das Herz ganz warm und weich machen.
Und ihr könnt den Boden für das Freundschaftswesen vorbereiten. Schaut euch eure Bänder an, löst die Knoten daraus, macht sie knüpfungsfähig. Es lohnt sich.

JAMMERFASTEN

 

 

Zur Zeit wird bei Facebook wieder einmal aufgerufen zum Jammerfasten. 16 Tage lang zu üben, nicht zu jammern. Versprochen werden mehr innerer Frieden, Balance, Lebensfreude, Energie und Gesundheit versprochen, wenn man durchhält.

 

Ich lese diese Aufrufe und denken mir „Wie jetzt, was ist das denn für eine Herausforderung?“ Für mich hieße die Herausforderung, endlich einmal zu jammern, laut zu jammern, anderen mein Leid zu klagen. Ich mache das nämlich nie, weil ich eine große Scheu davor habe, Leid in den Fokus zu rücken. Leid quasi durch das darüber sprechen zu manifestieren. Das kommt mir nicht logisch vor, erscheint mir irgendwie falsch zu sein.

 

Wenn ich jammere bin ich gerade nicht einverstanden mit dem Leben, nicht einverstanden damit, was mir gerade passiert. Ich baue Widerstand auf. Ich halte es grundsätzlich für nicht klug Widerstand aufzubauen, egal wogegen. Widerstand kostet mich meine Energie, Widerstand baut Mauern auf. Wieviel geschickter wäre es einfach mitzufließen, nicht in den Widerstand zu gehen, zu akzeptieren.

 

So wünschenswert diese Haltung auch ist, gelingt sie doch nicht immer und nicht jeden Tag und dann, ja dann kann es durchaus auch mal hilfreich zu jammern. Andere am eigenen Unwohlsein zu beteiligen, nicht alles mit sich selbst auszumachen.

Die Challenge könnte also auch heißen: „Mach es anders als du es bisher getan hast“ – dann würde sie alle erreichen

Körpersprache

 

Immer wieder bekommen wir den Hinweis, dass Körper, Seele und Geist eins sein sollten. Wir hören diese Worte, unser Kopf versteht sie, aber wir setzten sie nicht um. Nicht so um, dass wir lernen in jedem Moment die Zeichen zu lesen, dass wir wirklich verstehen was es bedeutet.

 

Verstehen wie und wo es sich zeigt, wenn der Kopf gerade beschäftigt ist, wenn es dem Körper nicht gut geht, wenn die Seele leidet. Wie z.B. die Körperhaltung signalisiert, dass gerade die Seele schmerzt oder der Kopf beschäftigt ist. Was es bedeutet, wenn wir mit gesenktem Kopf durch die Welt laufen oder unseren Brustkorb rausschieben, was wir damit der Welt signalisieren.

 

Wie wir an Körperhaltung den Status einer Beziehung erkennen können. Auf Fotos wird das oft besonders deutlich, sind die Köpfe oder die Körper einander zugeneigt oder streben sie auseinander. Unbewusst neben wir solche Signale manches Mal wahr und wundern uns dann, warum sich eine Situation so merkwürdig angefühlt hat.

 

Wie schön wäre es doch, wenn wir damit ganz bewusst umgehen könnten, wenn es Lehrer gäbe, die uns sehend machen würden.

 

Wie wäre es denn mal mit Körpersprache als Schulfach? Vielleicht lebenstauglicher als binomische Formeln – meint ihr nicht?

 

Apothekerschrank

Die intelligente, begabte Vera Birkenbihl hat einmal gesagt: „ Wir leben alle in unserem eigene Universum und eigentlich ist es erstaunlich, dass wir überhaupt jemals andere verstehen.“

 

Ja, wir alle haben unsere ganz eigenen Schubladen, in die wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse einsortieren. Da gibt es große und kleine Schubladen, manche habe eine Vielzahl davon, andere nur wenige. Unser ganz eigener Apothekerschrank, der durch unsere Persönlichkeit, unsere Erfahrungen, die Kultur, in der wir aufgewachsen sind, die Sprache, die wir erlernt haben, kurz gesagt durch unseren ganz individuellen Weg durchs Leben geformt wurde.

 

Alles, das uns im Leben passiert, wird von uns in diesen Apothekerschrank einsortiert. Wir müssen es einsortieren, damit wir es verstehen, begreifen und behalten können. Mit den Dingen, für die wir nicht sofort eine passende Schublade finden, fremdeln wir - sie machen uns Angst.

 

Auch das Verhalten und die Gefühle anderer Menschen sortieren wir ein. Wir überlegen uns dann: „Der macht das weil …“.

 

Der Grund, den wir dann finden, ist aber unser Grund, ist unsere Sichtweise auf die Dinge. Wenn wir nicht nachfragen, haben wir keine Ahnung aus welcher Motivation heraus der Andere etwas tut. Wir unterstellen Menschen Eigenschaften, Vorlieben, Verhaltensweisen, die unsere eigenen sind.

Über diese Neigung können wir gerade jetzt in Corona Zeiten mal gut nachdenken. Genau hinschauen, was sich dahinter verbirgt ,wenn Bezeichnungen wie Schlafschafe oder Covidioten benutzt werden.

 

Ein bekannter Motivationstrainer gibt den Rat: „Wenn Sie wissen wollen, wie jemand tickt, dann fragen Sie ihn wie er z.B. seinen Chef findet oder gerade die Situation einschätzt.“ Die Antwort sagt mehr über diese Person aus als über den Chef oder die Situation.

 

Denken Sie daran, besonders, wenn Sie sich gerade mal wieder richtig über einen lieben Mitmenschen ärgern….

 

Verantwortung

In den letzten Tagen habe ich mir eine Serie von Daniel Ganser angehört, Friedensforscher aus der Schweiz. Er hat über unterschiedliche Dinge gesprochen, die vordergründig erstmal scheinbar wenig mit Frieden zu tun haben. Achtsamkeit, Macht und Hilflosigkeit, Ausgrenzung. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die Macht, die wir haben. Die Macht zu entscheiden wann wir was essen, die Macht zu entscheiden womit wir unseren Kopf füttern, was wir lesen, ob und wieviel wir lesen, wie wir unser Handy nutzen. Diese Macht hat ganz viel mit Verantwortung zu tun. Verantwortung für uns und unser ganz eigenes Leben zu übernehmen. Sich nicht länger hilflos zu fühlen. Menschen, die sich verantwortlich fühlen sind weniger verführbar, unterliegen seltener einer Massenpsychose, die kriegerische Handlungen erst möglich machen. Also seid achtsam und nutzt eure Macht…

Autonomie

Wir leben in einer Zeit, in der wir gebetsmühlenartig aufgefordert werden, auf die anderen zu achten, rücksichtsvoll zu agieren.
Wir werden nicht animiert auf uns selbst zu achten, gut für uns selbst zu sorgen, achtsam mit unserer eigenen Gesundheit umzugehen, unser eigenes Immunsystem zu stärken, für unser seelisches Wohlbefinden zu sorgen, Kontakte zu pflegen.
Wie soll das funktionieren?
Wie kann ich für jemanden anderes Sorge tragen, wenn ich mich selbst vernachlässige, so vernachlässige, dass es mir schlecht geht?
Menschen, die gut für sich selbst sorgen können, sind autonom, nicht so schnell manipulierbar, weil sie ja ihre eigenen Bedürfnisse kennen.
Menschen, die glauben, dass Wohlbefinden von der Handlung anderer abhängt, trudeln in der Opferrolle, denn sie fühlen sich abhängig vom Verhalten anderer. Mit Sicherheit sind sie manipulierbarer.
Autonome Menschen sind anstrengend, brauchen Freiraum - ist das gewollt?

Alleine

Die Rolle als Außenseiter ist mir von Kindesbeinen an vertraut. Anders sein als andere. Überlegter, weniger Spaß an Dingen, die "man" so tut, friedlicher, pragmatischer, kommunikativer - das katapultiert einen in eine Situation, in der man sich nicht zugehörig fühlt. Das Gefühl nicht kennt, vollständig Teil einer Gruppe zu sein.
Das hat bei mir dazu beigetragen dass ich Gruppenaktivitäten misstrauisch gegenüber stehe. Mich davor hüte ganz aufzugehen im Gruppengeschehen. Ich mag es Beobachter zu bleiben, jederzeit aussteigen zu können, wenn die Gruppe droht im Zusammengehörigkeitsrausch in die falsche Richtung zu laufen. Ich bin sehr misstrauisch gegenüber Gruppenregeln, die kategorisch einzuhalten sind. Da wird die in vielen Jahren erlernte Autonomie wirksam und katapultiert meinen Rebellen nach vorne.
Laut Aussage meiner Mutter war einer meiner ersten Sätze "Kann ich alleine!"
Dieser Satz gilt noch heute und das ist auch gut so.
Alleine entscheiden, alleine handeln, alleine um Hilfe bitten, alleine mit sich selbst im Reinen sein.
Vielleicht ist es eine gute Idee, mehr Menschen in diese Lage zu versetzen. Schützt vor Manipulation….

Irrwege

Irrwege
In dieser Woche hat mir ein Bekannter einen Text aus dem Buch "Vor dem Frost" von Henning Mankell geschickt. Krimis sind zwar nicht meins, aber der Text hat mich berührt und ich mag ihn mit euch teilen :
"Einmal hatte sie etwas von einer Lichtung gelesen, die man nur finden kann, wenn man sich verirrt hat. So stellte sie sich das große Geheimnis des Menschseins vor. Wenn man nur das Risiko in Kauf nahm, in die Irre zu gehen, wartete das Unbekannte. Wagte man sich dem Umweg anzuvertrauen, erwarteten einen Erlebnisse, von deren Existenz diejenigen, die sich an die Autobahnen hielten, nicht einmal etwas ahnten..."
Wie oft trauen wir uns unbekannte Wege zu gehen, uns einfach einzulassen auf eine neue Erfahrung?
Wie oft sind wir wirklich bereit, Fehler zu machen, uns zu irren?
Viel zu sleten...
Dabei gilt doch auch der Satz: Der Weg in die Sackgasse erweitert die Umgebungskenntnisse!
Also: Es ist Zeit Irrwege zu gehen!
 
 


Coronazeit

Ich habe mich in der vergangenen Woche mit zwei Frauen getroffen, ehemalige Schülerinnen. Wir alle stehen den Vorgängen rund um Corona mehr als kritisch gegenüber.

 

Eine von uns ist seit 25 Jahren als Krankenschwester, verfügt über profunde medizinische Kenntnisse und Insider-Informationen aus Krankhäusern, die die ganze Zeit Intensivstationen mit nur wenigen Patienten verwaltet haben.

 

Die andere ist Grundschullehrerin und zurzeit krankgeschrieben, weil sie den Corona Schulalltag  nicht mehr erträgt. Es z.B. nicht erträgt, dass die große Schwester auf dem Schulhof nicht die weinende kleinere Schwester trösten darf und es nicht erträgt, dass sie wieder und wieder von den Kollegen merkwürdig behandelt wird, weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf.

 

Wir sprechen darüber, dass die Sozialsysteme kurz vor dem Zusammenbruch stehen, während die Super - Reichen in der Corona Zeit immer reicher geworden sind, z.B. der reichste Mann der Welt Jeff Bezo, der Besitzer von Amazon und er wird weiterhin mehr Millionen als vorher scheffeln, weil den Menschen die Lust auf Einkaufen live mit Maskennutzung vergeht.

 

Wir sprechen darüber, dass wir den Regierenden ihre Sorge um die Gesundheit der Menschen nicht glauben. Eine Regierung, die es toleriert, dass die Lebensmittelindustrie minderwertige, schädliche Produkte auf den Markt bringen darf, dass es Zigaretten und Alkohol gibt, Waffenproduktion erlaubt, ist nicht am Wohlergehen der Menschheit interessiert.

 

Wir besprechen darüber, dass wir alle uns in einem Umbruchprozess befinden, der vielleicht – hoffentlich in eine andere Welt führen wird.

 

Und dann kommt er dieser Satz: „Wisst ihr, die meiste Angst habe ich davor, dass das nicht funktioniert, dass die Regeln immer enger werden, dass immer mehr Menschen widerspruchslos mitmachen, beginnen sich gegenseitig zu denunzieren und zu kontrollieren, dass wir alle nur noch manipuliert werden und es nicht schaffen zu durchschauen, was da eigentlich wirklich läuft.“

 

Und ich denke, ja, diese Angst habe ich auch, aber ich habe auch das Vertrauen darin, dass alles gut werden wird. Dass es bis dahin anstrengend, sehr anstrengend wird und wir aufgefordert sind, in dem ganzen Trubel uns und unserer Intuition zu folgen. Gut zu spüren wo Widerstand erforderlich ist und bereit sein, diesen Widerstand auch zu leisten und wo wir uns einfach aus einer Metaebene das ganze Drama entspannt anschauen sollten und nicht rebellieren.

 

Ich gestehe, ich über noch, dass immer wieder geschmeidig hinzubekommen.

 

Gefühle

Ich stehe da, an diesem verwunschenen kleinen See, mit den Seerosen auf der Wasseroberfläche. Mache Tai Chi mit meinem persönlichen Trainer. Ich blicke auf den See. Er spricht darüber, dass die modernen Menschen viel zu viel im Kopf und darüber, dass im See zu wenig Wasser ist. Und auf einmal kommt mir der Symbolfrau die Erkenntnis: Wenn die Außenwelt uns spiegelt, was in uns ist, wenn wir uns dort anschauen könne, welche Themen zu bearbeiten sind und wenn Wasser das Symbol für Gefühle ist, dann sind wir alle im Moment viel zu wenig im Gefühl. Da zeigt uns der fehlende Regen, was uns fehlt, dann geht es darum Gefühle zuzulassen, aber es geht auch darum das Leben zu fühlen, nicht das Leben zu denken. Denn Körper zu fühlen, die Einheit herzustellen zwischen Körper, Seele und Geist. Sich auf die eigenen Gefühle zu verlassen und nicht auf den Kopf. Es heißt schließlich nicht umsonst „nach“denken, den erst ist das Gefühl da und dann denken wir. Mit dem Bauch denken gehört auch dazu.

 

Forscher wissen inzwischen, dass wir ein Bauchgehirn besitzen, das aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen besteht. Diese Nervenzellen kommunizieren über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.  Bewusst erleben wir dabei die Information, dass wir hungrig sind oder dass der Magen schmerzt, weil z.B. Giftstoffe im Magen sind, dann lösen Gehirn und Bauchgehirn Durchfall oder Erbrechen aus, um sich von den Giftstoffen zu befreien...

 

Von den meisten dieser Informationen bekommen wir allerdings nichts mit, denn sie fließen unterschwellig Der Bauch hat dem Kopf mehr zu sagen als umgekehrt, denn rund 90 Prozent aller Infos gehen von unten nach oben. Vieles davon gelangt mit Hilfe des Vagusnervs in unser limbisches System. Das System, dass für die Emotionen zuständig ist. Das Bauchgehirn hat also entscheidenden Anteil daran wie wir uns fühlen und beeinflusst damit unsere Entscheidungen. Wir treffen andere Entscheidungen, wenn wir glücklich, als wenn wir uns gerade im Angstmodus bewegen.

 

Wissenschaftler vermuten, dass wir über eine Art Bibliothek verfügen, in der die Empfindungen des Bauchhirns gespeichert werden und damit für uns jederzeit abrufbar sind. Stehen wir vor einer Entscheidung an, scannt unser Gehirn diese Bibliothek nach ähnlichen Situationen ab. Die jeweilige Empfindung dazu, die dort abgespeichert ist, wird überprüft.

 

Also, lasst eueren Bauch sprechen in nächster Zeit.

 

Loslassen

 

Wenn wir in einer Krise stecken, ein Problem mit einem anderen Menschen haben, an längst Vergangenem hängen, hören wir von wohlmeinenden Menschen oft den Satz:

 

„Du musst einfach loslassen“

 

Erstens ist das nicht einfach, denn sonst hätten wir es ja längst getan und zweitens taucht die Frage auf: „Wie geht das denn?“.

 

Viele verwechseln an dieser Stelle dann loslassen mit aushalten. Aushalten macht schwer und loslassen macht leicht. Wenn wir anfangen etwas auszuhalten, dann schultern wir das Päckchen und tragen es aufrecht durch die Gegend. Wir ertragen die Erinnerung. Lassen wir los, dann gehört die Erinnerung nur noch ins Museum unserer Lebensgeschichte, wo sie gut verwahrt in einer Vitrine steht, sie belastet uns aber nicht mehr im Alltag.

 

Loslassen erfordert Mut und Vertrauen.

 

Es gibt da die Geschichte, wie Affen gefangen werden. Man packt Leckerlis in eine Kiste mit einem Deckel mit einer kleinen Öffnung. Der Affe langt hindurch, packt das Leckerli in seiner Faust und bekommt den Arm nicht mehr zurück. Würde er loslassen, könnte er fliehen, so sitzt er fest.           Uns geht es ähnlich.

 

Zum Loslassen gehört deshalb zunächst die Erkenntnis: „Was ist passiert“ - im Fall des Affen: Er hält etwas in der Hand, dass er gerne haben würde. Bei uns ist es meistens ein Geschehen, dass wir zurückhaben wollen, etwas, das uns verletzt oder verärgert hat Diesen Tatbestand gilt es zu würdigen, ausgiebig und intensiv. Wir können nur loslassen, wenn wir das, was ist, zulassen.      Danach kommt das Abwägen: Welchen Preis zahle ich dafür? Im Fall des Affen bezahlt er mit seiner Freiheit - ein hoher Preis. Er könnte sich entscheiden auf das Leckerli zu verzichten und seine Freiheit zurückzugewinnen.

 

Auch wir zahlen mit unserer Freiheit, weil wir uns in unserem Kummer an die Ursache des Kummers ketten, statt frei davon zu werden. Wenn wir das erkennen und verstehen, dass niemand uns fühlen machen kann und dass die Entscheidungshoheit bei uns liegt, dann beginnen wir, uns nicht länger als Opfer zu fühlen. Wir sind in der Lage frei und unabhängig die Entscheidung zu treffen, wieviel Energie wir noch in das Problem stecken wollen.

 

Veränderung

Immer wieder begegnen mir Menschen, die entsetzt darüber sind, dass sich in ihrem Leben etwas verändert. Überraschungen passieren. Unangekündigter Besuch ist ein absolutes No-Go, eine Veränderung am Arbeitsplatz verursacht Bauchschmerzen. Folgt man Fritz Riemann und seinen „Grundformen der Angst“ dann sind das klassischerweise die Zwanghaften, die die gern möchten, dass alles so bleibt wie es ist. Das ist im Leben allerdings ein hoffnungsloses Unterfangen, denn wie heißt doch der schöne Spruch: „Du kannst niemals in denselben Fluss steigen!“

 

Ihnen gegenüber stehen die hysterischen Persönlichkeiten, die die die größte Angst davor haben, dass sich nichts verändert, dass alles so bleibt wie es ist. Ich gehöre zu den hysterischen, dass erklärt mein Staunen über die Abneigung gegen Veränderungen.

 

Damals als ich noch in einer Bank gearbeitet habe, konnte ich mir gut vorstellen die ungeliebte Position eines Springers einzunehmen. Immer wieder an einem neuen Arbeitsplatz landen mit neuen Herausforderungen, das hätte mir Spaß gemacht.

 

Gesund sind wir immer dann, wenn wir beide Anteile die zwanghaften und die hysterischen in uns vereinen, also gilt es daran zu arbeiten. Die Zwanghaften dürfen ein bisschen offener und flexibler werden und di Hysterischen dürfen ein bisschen mehr Bodenhaftung bekommen, dann können die Fragen des Lebens gut gelöst werden.

 

Einschulung

Immer wieder berichten Menschen darüber, wie stressig Familienfeiern sind, wieviel Streit es dort gibt. Wie ungerne sie hingehen. Am Wochenende haben wir mal wieder erlebt, dass es auch das genaue Gegenteil gibt. Unsere Enkeltochter wurde eingeschult und wir durften Corona bedingt zwar nicht bei der eigentlichen Einschulung dabei sein, waren aber zum Feiern danach eingeladen. Großeltern und Paten trafen sich an diesem wundervollen Tag.

 

Das Einschulungskind und die kleine Schwester waren aufgeregt wie selten, galt es doch ein besonderes Ereignis zu feiern. Alle Erwachsenen kümmerten sich liebevoll um die Kinder, immer wieder spielte einer intensiver mit ihnen. Da wurde getobt, herumgealbert, mit Rauch gefüllte Seifenblasen auf die Reise geschickt, Geschenke bestaunt und ausprobiert. Ja, irgendwann sah man einige der Gäste mit rauchenden Köpfen in ein Legespiel vertieft, dass eigentlich dem Erstklässler zugedacht war. Da wurden die Kinder ernst genommen und an eine noch ungewohnte Rolle, die da heißt „Verhalten in Gesellschaft“ herangeführt. Die Dreijährige stieß stolz mit allen mit ihrem mit O-Saft gefülltem Sektglas an. Alles passierte wie selbstverständlich, geschmeidig.

 

Die freundlichen, lustigen Worte flogen über den Tisch, alle fühlten sich augenscheinlich wohl miteinander, vertraut, auch wenn man sich nicht so oft sieht.

 

Am Ende eines wunderbaren Tages als wir uns auf die 2 stündige Autofahrt nach Hause machten, war ich satt. Satt vom Essen, satt von den Begegnungen, satt vom Glück.

 

Vom Glück solch eine tolle Familie zu haben, die diese Begegnungen möglich macht.

 

Aggressivität

Champions League Finale diese Woche. Bayern gewinnt, ist aber eigentlich egal.

 

Wie immer schau ich mir fasziniert die Siegerjungs an. Mit Endorphinen gefüllt bis Unterkante Oberlippe, sportlich, strotzend vor Kraft, mit einer ganz besonderen Aggressivität ausgestattet.

 

Diesem: Wo ist die Wand, damit ich mit dem Kopf durchkann, diesem fokussierten Tunnelblick. Dieser Energie, die sich ein Ziel erobert. Diesem Siegergen.

 

Die Menschen sind begeistert von diesen Jungs. Es würde ihnen zugejubelt, wenn denn Zuschauer da wären. Am nächsten Tag in der Presse werden sie überhäuft mit Anerkennung und Lob auch und gerade für diese Zielstrebigkeit. Großartig.

 

Ich frage mich dann immer, wie wäre es im Alltag, wenn diese Menschen dort solchen Persönlichkeiten begegnen würden? Persönlichkeiten, die mehr oder weniger rücksichtslos auf ihr Ziel zusteuern. Menschen mit dieser Aggressivität?  Käme dann auch Lob oder eher Abneigung. Wäre das auch toll? Oder würden sie nicht eher kritisiert werden für ihre Rücksichtslosigkeit? Würden die Menschen sich nicht eher vor ihnen fürchten?

 

Wie oft erlauben wir uns, mit dieser durchaus positiven Aggressivität zu handeln?

 

Viel Potential zum Nachdenken.

 

Widerstand

Mein ganzes Leben lang hat mich das Thema Widerstand interessiert. Wie bereit bin ich Widerstand zu leisten? Was hätte ich zur Nazi -Zeit gemacht? Mich gefügt, rebelliert? Hätte ich mich getraut Menschen zu verstecken?
Es hat mich beschäftigt, ich habe das Thema Attentat auf Hitler im Abitur im Fach Geschichte gewählt. Diskussionen mit meiner Mutter darüber geführt, die der Meinung war, dass Stauffenberg und Co Fehler gemacht haben, weil sie ihre Familien in Gefahr gebracht haben. Familie sei kategorisch zu schützen.
Ich war anderer Meinung. Ich war der Meinung, das eigene Gewissen, die eigene Haltung ist das Wichtigste, auch und gerade für die Familie.
Nie konnte ich es für mich klären, wieweit ich mich trauen würde zu rebellieren und ob ich es überhaupt merken würde, manipuliert zu werden.
Corona hat mir geholfen zu verstehen. Zu verstehen, wie öffentliche Meinung hergestellt wird, wie es sich anfühlt, anderer Meinung zu sein. Hat mir gezeigt, dass ich sehr wohl lautstark protestiere, auch wenn die restliche Welt meine Meinung nicht teilt. Das beruhigt mich ein bisschen.
Und ja, heute weiß ich auch, ich würde Menschen verstecken, die verfolgt oder angegriffen werden, denn ein afrikanischer Schwiegersohn und ein afghanischer Mitbewohner haben sich in mein Herz geschlichen und ich werde sie schützen, wann immer das erforderlich sein sollte. Mit zitternden Knien vermutlich, aber ich werde es tun.
Den Kopf ausschalten mit all seinen Ängsten und dem Herzen folgen – immer wieder!


Sternstunde

Diese Woche aufgefordert vom Sommerradio eine Geschichte zu einer Sternstunde zu schreiben. Nein, es ein Glücksmoment ist nicht gemeint, ein Moment, in dem ich in meinem Leben den Himmel berührt habe. Es ist gemeint, eine Geschichte zu schreiben, über ein Ereignis, dass sich erst im Nachhinein als Glücksmoment herausgestellt hat.  Ein Moment, der zunächst wie Unglück, Pech gewirkt hat, der uns unglücklich gemacht hat, vielleicht hat verzweifeln lassen. 

 

Ich musste lange überlegen. Es gibt nicht viele solcher Momente in meinem Leben. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein sehr intuitiver Mensch bin, der gut spüren kann, wo die Reise hingeht. Und dann, ja dann ist sie mir doch noch eingefallen, diese Sternstunde in meinem Leben. Eigentlich betrifft sie gar nicht mich, sondern meinen Sohn, aber wie das so ist mit Kindern, wir Mamas leben und leiden einfach mit. Eine Geschichte, die alle zunächst hat, ein bisschen verzweifeln lassen und sich erst im Nachhinein als Glücksgriff herausstellte.  

 

Vielleicht ist sie ja im Sommerradio zu hören ...

 

Raffael

Abends im Freibad, dienstags ist immer Aqua Jogging. Ich schwimme erst 20 Minuten. Während ich so durchs Wasser gleite, taucht Raffael auf.

 

Raffael ist ein mongoloider junger Mann. Er hat sich vorgenommen, heute 4 Bahnen zu schwimmen. So ganz geschmeidig funktioniert das nicht, er ist ein bisschen unwillig. Diskutiert mit sich am Beckenrand herum. Startet dann endlich doch, schwimmt neben mir.

 

Und dann plötzlich fordert er mich zum Wettschwimmen heraus. Ich sage ihm, dass ich als alte Frau eh keine Chance gegen ihn als jungen Mann habe. Er lässt nicht locker, hat einen Heidenspaß daran. Planscht mit den Füßen aufs Wasser, es spritzt. Ist mir eine Nasenlänge voraus. Ruft laut: "Ach Anne, du bist nett!"

 

Ich werde mitgerissen von seiner herzlichen Freude, freue mich über seine Freude. Es kann so einfach sein.

 

Jammern

Manchmal gibt es diese Momente, in denen ich mich fühle wie im falschen Film. Mich erstaunt umsehe und denke: "Was tun die da?" Menschen, die mir Maske über den Parkplatz laufen oder noch schlimmer über die Straße, statt sie beim Rausgehen aus dem Laden, sofort runter zu nehmen. Wie halten die das aus, die Maske eine Sekunde länger zu tragen als unbedingt nötig?

 

Menschen, die über Situationen jammern, manchmal in Endlos-Schleife. Da geht es dann um Kollegen, die auf eine bestimmte Art und Weise agieren, um Verkäufer, die ihren Job nicht richtig machen oder Kinder, die nicht ordentlich genug aufräumen. Ich denke dann oft: "Ja und? Shit happens - nicht der Aufregung wert. Du machst schließlich auch nicht alles richtig."

 

Menschen, die sich als Opfer fühlen, die sich beklagen nicht genug zu haben, schlecht behandelt zu werden, kein Glück im Leben zu haben, statt das Heft in die Hand zu nehmen und zu handeln und ihre Situation zu verändern. Menschen, die schweigen statt zu reden.

 

Dabei wollen sie eigentlich alle nur gesehen werden, wertgeschätzt werden. Wollen einen einzigen Menschen, der ihnen sagt. „Ja, ich sehe dich, du bist okay.“ Leider erzeugen sie mit ihrem Jammern und ihrer Opferhaltung genau das Gegenteil. Das Gegenüber ist genervt, wehrt die Kontaktaufnahme ab, so schade. Es könnte so einfach sein, einfach mal hinschauen, wo das Bedürfnis des Anderen gerade liegt und vielleicht bereit sein, dieses Bedürfnis zu erfüllen ….

 

Hingabe

Hingabe, dieses Wort ist strömt heute durch meinem Kopf. Was ist das - Hingabe?

 

Wikipedia sagt: Sich öffnen, Zuwenden, Empfangen

 

Wie oft sind wir voller Hingabe? Hingabe an eine Aufgabe, einen Menschen, an eine Idee, an das große Ganze. Hingabe heißt Kontrolle aufgeben. Kontrolle ist wie eine Mauer, die das Empfangen verhindert, eine Mauer, die uns verschließt, statt uns zu öffnen.

 

Gerade in herausfordernden Momenten, Momenten, in denen die Welt über uns zusammenbricht, vergessen wir sie so gerne die Hingabe. Wir ziehen die Mauer namens „Kontrolle“ hoch und vergrößern den Stress, schneiden uns von Erkenntnissen, Lösungen ab, Lösungen, die nur in und aus der Hingabe entstehen können.

 

Wenn wir uns hingeben, sind wir im Einklang von Körper, Seele, Geist, verbunden mit dem großen Ganzen. Keine Blockade, keine Kontrolle trübt den Empfang.

 

Wie sagt die großartige Martina Trimpin immer: „Herz mal drüber“…

 

Beziehungen

Beziehungen, ich bin ein Mensch, dem es sehr wichtig ist, in Beziehung zu treten mit anderen. Kontakt aufnehmen, miteinander reden. Ich tue mich schwer mit Menschen, die vor Menschen flüchten, am liebsten alleine sein wollen, sich von anderen permanent geärgert fühlen.

 

Ich mag es miteinander zu reden, ja, eigentlich erwarte ich immer eine Antwort auf meine Kontaktversuche. Nicht mit mir reden, ist gefühlt Todesstrafe für mich.

 

Die WhatsApp Nachricht, die unbeantwortet bleibt, irritiert mich genauso wie ein Schweigen auf meine Fragen. Ich versuche dann immer Gründe, Erklärungen zu finden, warum sich mein Gegenüber verweigert mit mir zu reden. Bin total erstaunt, wenn ich von Menschen höre: „Nö, da muss ich jetzt nicht antworten“.

 

Nicht antworten heißt, dass der andere mir nichts bedeutet und ich keinen Kontakt zu ihm haben möchte. Es heißt für mich, der andere ist so sauer, dass er schweigt. Die Option aus Bequemlichkeit oder Unlust zu schweigen, gibt es in mir nicht.

 

Wenn ich nicht mehr rede, den Kontakt verweigere, dann bin ich stinksauer, total wütend, dann ist das Kind komplett in den Brunnen gefallen.

 

Für mich gilt

 

Schweigen ist Silber und reden ist Gold….

 

Videos

Im Augenblick gibt es anscheinend den großen Video-Hype. Wann immer man einen Marketing Experten fragt, kommt die Antwort: „Videos produzieren!“ Oh ja, man merkt es, dass jeder diese Antwort bekommt. Wir werden überschüttet, ja für mein Gefühl, zugemüllt mit Videos.
Ganz ehrlich - es nervt. Es nervt Menschen dabei zu zusehen, wie sie ihre Kamera einstellen, ihr Micro richten, erst vorlesen, wer so alles gerade live dabei oder darüber berichten wie sie sich heute fühlen, wenn sie das Video aufnehmen.
Ich bin dann immer fassungslos und frage mich „Will ich das gerade wissen?“ Nein, will ich nicht. Ich möchte kurz und knackig eine Information, deshalb gucke ich das Video. Ich will keinen nicht zum Thema gehörendenden Gedankenschleifen folgen und will nicht Menschen zuhören, die nicht auf den Punkt kommen. Und ja, ich als Hörende brauche auch keine Bilder.
Ich denke an immer: „Mensch, ein knackiger Fünf-Zeiler mit der Kerninformation hätte mir und dir eine Menge Zeit erspart!“

Ethik

Gestern habe ich mir eine Behandlung in Psycho- Kinesiologie gegönnt. Eine Bekannte lernt das gerade und brauchte Übungspartner. Neugierig wie ich bin, habe ich mich darauf eingelassen. Es war eine interessante Erfahrung. Am interessantesten fand ich ihre Einschätzung meiner Persönlichkeit. Es gab einen Test, bei dem Sie versuchte, die Verbindung zum Unterbewusstsein zu stören, um mit dem Muskel diesen Effekt zu testen. Was soll ich sagen, es ist ihr bei mir nicht gelungen, ich blieb verbunden, unabhängig, was sie machte. Und ich war die ganze Zeit so konzentriert, dass keine Aufforderung, wie anscheinend bei anderen wiederholt werden musste. „Ungewöhnlich“ war ihr erstaunter Kommentar. Und mir ist wieder einmal klar geworden, warum ich mich so oft so anders als andere fühle…

 

Chor

Ich singe in einem Chor. Zur Corona Zeit hat der Chorleiter eine WhatsApp Gruppe eröffnet, in der er uns mit Infos und Musik versorgt. Manchmal spielt er Orgel in der Kirche oder sitzt am Klavier und Solisten singen. Meisten fühle ich mich nicht angesprochen von den ausgewählten Kirchenliedern. Gestern nun wurde ein Gospel angekündigt. Große Freude bei mir. Und dann, ja dann wurde dieser Gospel gesungen von einer Sopranistin. Für mich ein „Oh je“ .

 

Ich habe gegrübelt wie ich es beschreiben kann. Für mich klingt ein gut gesungener Gospel violett, dunkel violett und ist an der Oberfläche rund und darunter rau. Bei der Sopranistin klingt er dunkelblau und füllt die Luft mit sanften Wellen. Der Rhythmus passt nicht. Es ist mir zu weichgespült

 

Ich habe mir das Lied gesungen von Mahalia Jackson angehört - what a feeling!

 

Viele Chormitglieder bedanken sich begeistert und ich, ich stehe da und denke: „Schade“.  Wie so oft im Leben, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Diese WhatsApp Gruppe macht Unterschiede deutlich, Unterschiede, die vorher schon da waren, liegen jetzt auf dem Präsentierteller. Abschied ist angesagt….

Brille

Wir alle gehen durchs Leben und betrachten es durch unsere ganz eigene Brille. Manche Brillen sind rund, andere eher eckig. Die meisten Brillen haben bunt eingefärbte Gläser, da treffen blau und grün, gelb und lila, schwarz und weiß aufeinander. Wir haben natürlich alle keine Ahnung von dieser Brille auf unserer Nase und beginnen darüber zu streiten, ob die Welt nun grün oder vielleicht doch eher lila ist.

 

Im Augenblick lässt sich das ganz wunderbar beobachten, da treffen vermeintlich Vernünftige auf Verschwörungstheoretiker, Ängstliche auf Sorglose. Jeder, der versucht auch nur halbwegs einen realistischen Überblick zu bekommen, wird gnadenlos scheitern. Alle vergessen, dass sie durch ihre ganz eigene Brille auf die Welt gucken und jeder für sich zumindest ein bisschen Recht hat.

 

Wie sagte doch Ken Wilber, der amerikanische Autor: „Alles, was es in der Welt gibt ist ein bisschen richtig, sonst wäre es nicht da!“

 

Wie wäre es, wenn wir uns bewusst machen, dass wir alle unterschiedliche Brillen auf unseren Nasen tragen, akzeptieren, dass andere durch eine andere Brille aufs Leben schauen? Und uns lediglich fragen, was wir da gerade lernen dürfen, aus der Situation, die sich uns in einer bestimmten Farbe präsentiert.

 

Ich glaube, ich lerne gerade, dass es kein Richtig gibt.  Mein ganzes Leben lang war ich innerlich davon überzeugt, dass es ein absolutes Richtig gibt und ich mich anzustrengen habe, dieses Richtig zu erreichen. Jetzt wird mir wieder und wieder dramatisch gezeigt, dass es kein Richtig gibt. Das führte verständlicherweise zunächst zu leichter Verwirrung in meinem System. Inzwischen übe ich mich darin, einfach wahrzunehmen, stehen zu lassen und meiner ganz eigenen Intuition zu folgen.  Durch meine vermutlich bunt gesprenkelte Brille zu schauen und zu akzeptieren, dass mein bunter Blick auf die Welt sich komplett unterscheidet vom einfarbigen Blick der meisten Menschen.

 

Ich verrate euch was, das ist unglaublich entspannend.

 

Schiedsfrau

Ich bin in unserer Gemeinde die Schiedsfrau. Heute hatte ich mal wieder zwei streitenden Nachbarn vor mir, die um störende Bäume kämpften.

 

Keiner hörte dem anderen zu, jeder spulte sein eigenes Programm immer mit der Ansage "Wenn nicht, dann ..."

 

Meine Methode ist: reden lassen. Wir standen kurz vor Abbruch der Verhandlung, Erfolglosigkeitsbescheinigung drohte. Ich war wie immer geschockt, dass man sich so verhaken kann. War betroffen, welche und wieviel Emotionen da so durch die Luft waberten, Emotionen, die nur bedingt mit dem Problem zu tun  hatten. Emotionen, die ahnen lassen, wie viele Verletzungen da passiert, in welchen Film die Kontrahenten sich begeben haben. Einen Film, der fast nicht von außen zu stoppen ist.

 

Und dann ganz plötzlich als ich noch einmal einen Vorschlag mache, einen möglichen Kompromiss formulierte, gab es eine Einigung - einfach so. So als hätte irgendjemand plötzlich den Film angehalten.

 

Die ganzen aufgestauten Gefühle durften geäußert werden. Ich bin immer wieder fasziniert welches Ergebnis dieses "dem Frust Raum geben" bringt.

 

Corona - Posts

Im Augenblick kursieren im Internet Posts von vermeintlich vernünftigen Menschen. Sie haben den Tenor: „Ich trage Maske, weil ich als verantwortungsvoller Mensch einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten möchte.“ Oder auch: „Die Welt dreht sich nicht um mich und meine Befindlichkeiten“. Natürlich nickt vermutlich jeder da innerlich und stimmt zu.
Trotzdem stimmen sie nicht, diese Posts, denn die Menschen, die anderer Meinung sind, die keine Masken tragen, sind genauso verantwortungsbewusst und drehen sich ebenfalls nicht um sich selber. Sie blicken einfach nur an eine andere Stelle.
Sie haben im Blick, wie schädlich es sich auf die Psyche auswirkt, wenn die Menschen vermummt rumlaufen. Sie haben erkannt, dass die Wirkung von Masken, die Tragevorschrift nicht rechtfertigt. Sie haben berechtigte Zweifel an dem ganzen Brimborium, das rund um den Corona -Virus veranstaltet wird. Und sie sind mutig genug, sich zu erlauben, eine ganze eigene Meinung zu haben und für diese auch einzutreten.
Liebe besorgte mitlaufende Mitbürger, was genau ist daran so schlimm, eine andere Meinung zu haben? Eine Gesellschaft sollte das auch in Krisenzeiten aushalten können und offen und konstruktiv unterschiedliche Sichtweisen diskutieren können, ohne die Moralkeule zu schwingen oder gar von Verschwörungstheoretikern zu schwafeln. Sollte bereit sein zu akzeptieren, dass es in diesem Fall, wie übrigens in vielen anderen Fällen auch, keine Sicherheit und keine richtige Lösung gibt. Leben ist halt immer lebensgefährlich, da ändert auch keine Maske etwas daran.

Väter

Gestern war Vatertag. Der Tag alle Väter dieser Welt zu würdigen. Es gibt gut und es gibt schlechte Väter. Mir fiel gestern dieser Spruch vor die Füße: „Hinter jedem glücklichen Kind steht ein großartiger Vater“ und ich dachte: “Ja, ja - das stimmt“. Großartige Väter geben Halt, geben Sicherheit und Wärme und Liebe. In ihren Armen ist die Welt in Ordnung. Ihre Aufgabe ist vielleicht mehr als die Aufgabe der Mütter, die Kinder zu fordern, herauszufordern der Welt zu begegnen. Mit ihrer Hilfe erste Schritte hinaus ins Leben zu machen.

 

Ich hatte so einen Vater. Immer wenn ich mit einer neuen Aufgabe konfrontiert war, einer Aufgabe, die mir Angst machte, habe ich mir vorgestellt mein Vater stände hinter mir, legte mir die Hand auf die Schulter und sagte. „Du schaffst das!“ und dann, ja dann bin ich mutig losgezogen.

 

Ein Vater, zu dem ich jederzeit, mit jedem Problem der Welt kommen konnte. Er vermittelte mir, dass ich ihm nicht alles erzählen musste, dass ich aber gut beraten war, nur Dinge zu tun, die ich ihm erzählen würde.

 

Glücklich wer solch einen Vater hat. Diese Kraft, dieses Vertrauen wirkt auch dann noch, wenn dieser Vater diese Erde schon längst verlassen hat. Ein gutes Erbe….

 

Vertrauen

Vertrauen, dieses Wort geistert durch meinen Kopf. Es fühlt sich warm und sicher, aber auch ein bisschen sperrig an, nicht leicht zu erobern. So als würde es nicht von selbst auf einen zukommen, sondern wolle erobert werden, gebeten werden. Das Wort hat für mich die Farbe Grau, das macht es nicht leichter sich anzunähern.“Ver“ ist der sperrige Teil, trauen hat die Farbe dunkel blau, ist runder, da ist der Zugang leichter.

 

Dann google ich doch mal die Bedeutung der Vorsilbe „Ver“ und was finde ich da:

 

    [1] eine Vorsilbe, die das betreffende Wort als negativ oder schwierig markiert

 

    [3] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine Sache mit etwas versehen wird

 

    [4] eine Vorsilbe, die Veränderung bis hin zur Zerstörung beschreibt

 

    [5] eine Vorsilbe, die Fehlverhalten beschreibt

 

    [6] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine starke, schwer rückgängig zu machende Änderung auf den körperlichen oder seelischen Zustand von jemandem oder etwas einen starken Einfluss ausübt

 

    [7] eine Vorsilbe, die bei vielen Verben zu keiner besonderen Bedeutung führt

 

Na, wenn wundert es da noch, dass ich das Wort als sperrig empfinde? Vielleicht muss ich mal einen Linguistiker fragen, wie diese Bedeutung entstanden ist.

 

Vielleicht liegt es daran, dass wir Deutschen grundsätzlich kein Volk sind, das gerne vertraut. Lieben wir doch den Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Warum sollten wir ein warmes, weiches Wort wählen für etwas mit dem wir große Schwierigkeiten haben?

 

Wenn nun wissen, dass ein sperriges Wort eine tolle Sache ausdrückt, ändert das etwas in unserem Umgang mit dem Vertrauen? Was brauchst du, was brauche ich, um ins Vertrauen zu kommen?

 

Intuition

Fühlen, sind wir alle fühlende oder sind wir denkende Wesen? Oder sind wir vielleicht beides? Fühlend denkend und denkend fühlen? Weiß jeder von euch, an welcher Stelle er da gerade steht.

 

Vertraut ihr euren Gefühlen oder seid ihr davon überzeugt, dass allein der Verstand Lösungen bringen kann?

 

 Geht ihr intuitiv durchs Leben, irgendwie wissend, was gerade in diesem Moment Not-Wendig ist, ohne eine logische Begründung dafür zu haben.

 

Vertraut ihr dieser Intuition oder schmeißt ihr sie mit dem Kopf über den Haufen, um dann viel später festzustellen, dass die Intuition richtig war.

 

Guckt ihr da hin, lasst ihr diese Erkenntnis überhaupt zu? Könnt ihr diese Antwort auf eure Fragen, die tief in euch auftaucht überhaupt wahrnehmen?

 

Ich erlebe Menschen, die so jenseits von dieser Erkenntnis sind, dass sie vermutlich nicht einmal wissen wie man Intuition schreibt. Menschen, die hart und starr auf mich wirken, weil sie nicht fähig sind mitzuschwingen.

 

Mir geht es nicht darum, sich in Gefühlen zu verlieren, ein Drama zu veranstalten und die ganze Umwelt in dieses Drama hineinzuziehen, mir geht es darum, diesem tiefen Wissen in dir zu lauschen. Es wahrzunehmen durch ein Gefühl, einen Ton, einen Satz, eine Idee, die in deinem Kopf auftaucht. Diese Botschaft ernst zu nehmen, sie anzunehmen und Wirklichkeit werden zu lassen. Die Welt warte auf eure ganz besondere Antwort

 

1.Mai

1. Mai, traditionell ein Feiertag in Deutschland. Der Tag der Arbeit wird er auch genannt, weil er eingerichtet wurde um die Opfer einer Arbeiterdemonstration im Jahr 1889 zu würdigen. Genutzt wird dieser Tag einerseits für Maiausflüge, die nichts mit dem eigentlichen Anlass zu tun haben und für flammende Kundgebungen seitens der Gewerkschaften. Genutzt um die Bedeutung von Arbeit und vor allem die Bedeutung von Rechten für die Arbeiter ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. In diesem Jahr fällt er aus. Fällt genauso aus wie die Arbeit an vielen Stellen ausfällt. Auch die Ausflüge fallen aus, Zeit genug also, um einmal darüber nachzudenken, ob es eigentlich noch zeitgemäß ist Fronten aufzumachen, gegen einander anzukämpfen. Was wäre eigentlich, wenn wir alle nach dem Lockdown beginnen würden neu zu denken. Wenn wir den Stillstand als Chance nutzen würden, uns neu zu orientieren. Weg von höher, schneller, weiter, weg von Wettbewerb und Machtkampf, hin zu Gemeinschaft und Gemeinsinn? Können wir das freiwillig tun oder brauchen wir dafür den totalen Stillstand, in dem die Wirtschaft komplett an die Wand gefahren wurde und der Menschheit gar nichts anderes übrig bleibt als sich neu zu orientieren? Was wäre wenn niemand mehr Geld hätte? Kein Bill Gates, kein Jeff Bezos? Wenn alle ohne äußere Macht dastünden und nur noch die innere Macht zählen würde? Unvorstellbar?- Es ist Zeit darüber nachzudenken!

 

Klarheit

Oh Mann, manchmal komme ich mir im Moment vor wie im Schleudergang der Waschmaschine. Mein Kopf arbeitet auf Hochtouren, um all die herum schwirrenden Informationen zu sortieren und mein Gefühl, meine Intuition läuft in einem ganz anderen Modus - sie schreit „NEIN“ Nein, das stimmt alles nicht…- Hört auf mit dem Quatsch!

 

Phasenweise rebelliere ich, diskutiere mich um Kopf und Kragen und dann wieder zucke ich mit den Schultern „So what!“  Aber, ich sag euch was, das ist anstrengend - so anstrengend und es wird ab Montag noch schlimmer, wenn ich gezwungen sein werde, beim Einkaufen Maske zu tragen.

 

Heute habe ich ein Video von der tollen Anja Reiche gehört, da ging es darum, nicht in den Widerstand, sondern in die Klarheit zu gehen. Ja, ja sie hat ja Recht - aber wie gelingt das? Wie kann ich meine Klarheit leben, wenn die Umgebung mich zwingt, gegen meine Überzeugung zu handeln. Wie bleibe ich innerlich klar bei mir und gebe mich im Außen den blödsinnigsten Maßnahmen hin, weil ich keine Lust auf Ordnungsgeld verspüre?

 

Der großartige Viktor Frankl, der so viel Leid in seinem Leben erlebt hat, hat gesagt: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

 

Also nutzen wir doch mal unsere Macht und reagieren frei in jedem Moment, reagieren nicht aus dem Widerstand sondern aus unserer Klarheit. Viel Glück dabei…

 

Erziehung - oder?

Die Tage sie fließen dahin, eigentlich genauso wie immer. Wenn, ja wenn da nicht dieser kleine Kerl namens Corona wäre, der sich gerade erdreistet ganz viel Raum einzunehmen. Wie ein kleines Kind schreit er " Ich, ich"  - will ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Was machen wir dann, dann wenn so ein kleiner Zwerg gerade einen Egoismus - Anfall hat? Wir sagen "Nein! Nein, du bist jetzt gerade mal nicht dran". Frustrationstoleranz muss geübt werden.

 

Und was machen wir jetzt alle?

 

Wir rufen laut "Ja" - du bekommst ganz viel Aufmerksamkeit.

 

Vielleicht sollten wir mal über unsere Erziehungsmethoden nachdenken....

 

Effectuation

Die von mir sehr geschätzte Katja Kremling hat kürzlich in ihren Montags-Impulsen (https://montags-impulse.de/) zu Thema: Effectuation geschrieben und mich wieder einmal sehr begeistert damit.

 

Im Gegensatz zur kausalen Logik, bei der man ein Ziel festlegt und dann darauf zusteuert, was mir zugegebenermaßen schon immer fremd war, beginnt Effectuation bei den vorhandenen Mitteln:

 

Wer ich bin, was ich weiß und wen ich kenne, das heißt: bestimmen, was machbar ist. Da die Zukunft nicht vorhersehbar ist, werden Fragen gestellt wie: Was bin ich bereit zu verlieren und das kann dann als Einsatz für was auch immer riskiert werden. Also leistbaren Verlust bestimmen statt möglicherweise erzielbaren Ertrag. Das Ziel ist es dann, mit Unerwartetem entspannt umzugehen, das Ungeplante zu nutzen und plötzliche Überraschungen in Chancen zu verwandeln Und Partnerschaften einzugehen und möglichst viele am Vorhaben zu beteiligen.

 

Die Frage lautet, was mit den vorhandenen Mitteln sofort getan werden kann. Viele ins Boot zu holen und das gefundene Ziel immer wieder neu zu justieren .Mit jedem Zyklus werden dann die Ziele klarer und klarer.

 

Was für eine tolle Methode gerade in Krisenzeiten, Immer dann, wenn alle schwimmen und niemand so richtig weiß, wo es hingehen wird. Hinschauen was da ist, sich vernetzen und anfangen - so einfach!

 

Frühling

Die Tulpe

 

Dunkel

 

war alles und Nacht.

 

In der Erde tief

 

die Zwiebel schlief,

 

die braune.

 

Was ist das für ein Gemunkel,

 

was ist das für ein Geraune,

 

dachte die Zwiebel,

 

plötzlich erwacht.

 

Was singen die Vögel da droben

 

und jauchzen und toben?

 

Von Neugier gepackt,

 

hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht

 

und um sich geblickt

 

mit einem hübschen Tulpengesicht.

 

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

 

(Josef Guggenmos)

 

Ja, es ist Frühling und auch wir können den Narzissen und Tulpen entgegen lachen. Es lohnt sich. Zurzeit haben wir alle ganz viel Zeit in die Natur zu gehen, können den klaren blauen Himmel genießen, der nicht von den Kondensstreifen der Flugzeuge durchzogen ist.

 

Können unser Lungen mit frischer, gesunder Luft füllen, können unsere Schritte in die Natur lenken und einfach nur genießen.

 

Können den Anfang, die Energie dort draußen spüren, sie ganz tief ins uns aufnehmen.

 

Können die Symbole verstehen lernen: aus dem Dunkel heraus ins Licht wachsen. Die Pflanzen zeigen uns wie es geht. Sie lassen sich nicht irritieren oder gar aufhalten im Dunkel der Erde. Sie sind bereit wie jedes Jahr, vertrautes Terrain zu verlassen und ihre Schönheit der Welt zu zeigen und uns entgegen zu lachen.

 

Die Natur ist einfach da und macht das, was sie seit Jahrtausenden erfolgreich gemacht, ganz ohne unser Zutun. Im Gegenteil, je weniger wir Menschen uns einmischen desto besser arbeitet die Natur.

 

Genieß die Chance, zuschauen zu dürfen …

 

Dankbarkeit

Viele Menschen sind in Aufruhr im Moment, Angst durchzieht die Luft, was gerne vergessen wird in diesen Momenten ist die Dankbarkeit. Dankbarkeit für die schönen Dinge im Leben, die auch und gerade jetzt passieren.

 

Mein Dankbarkeitsglas, das ich im Januar begonnen habe, füllt sich, Tag um Tag.

 

Dankbarkeit für Kleinigkeiten, Dankbarkeit für Dinge, die mir begegnen, für kleine Dinge, die ich erlebe. Lustige Momente im Alltag, Sonne, die scheint, ein langer Spaziergang.

 

Dankbar für die Menschen an meiner Seite, ja, auch dankbar dafür, dass ich immer mehr in die Ruhe komme, immer mehr bei mir, meinen Überzeugungen, Werten und meinem inneren Wissen ankomme. Ein Wissen, auf das ich mehr verlasse als auf alle die tatsächlichen und selbst ernannten Experten da draußen in der Welt. 

Vielleicht sind wir alle gerade aufgefordert genau da anzukommen, wenn im Außen alles wegbricht? Keine Ablenkungen mehr, sondern nur noch wir - wir alleine mit uns. Was für ein Geschenk und was für eine Chance.

Die Chance innerlich frei zu werden, unabhängig von dem was im Außen passiert - nicht mehr manipulierbar sein. Ob das beabsichtigt war?

 

Und ach ja, ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich mit meinem Lieblingsmenschen zusammen lebe, einem Menschen mit dem ich mehrere Woche Quarantäne aushalten würde ..... 

 

Vertrauen in Krisenzeiten

 

Wir alle kennen diese schlauen Kalendersprüche zum Thema  „Vertrauen“. So etwas wie „Akzeptiere was ist, lass gehen, was war und habe Vertrauen in das was kommt“ oder auch „Vertrauen ist die stillste Art von Mut“. Hören sich gut an diese Sprüche und so lange wir in einer Situation sind, in der wie sie gerade nicht brauchen, nicken wir begeistert und sagen: „Ja, so ist das“ und wenn es ernst wird?

 

Wenn der Moment kommt, in dem unser Vertrauen gefragt ist, wenn es wirklich gefragt ist, nicht nur ein bisschen? Was tun wir dann? Bleiben wir in dem Modus und vertrauen? Vertrauen dem Leben und einem Gott, der uns schützt. Pusten dieses Vertrauen in uns so auf, dass es ganz groß wird, uns ganz ausfüllt, so dass die Angst keinen Platz mehr hat? Kümmern uns darum, dieses Vertrauen zu stärken oder kümmern wir uns darum, unsere Angst zu beherrschen? Sind wir im Kontakt mit einer höheren Macht oder schwirren wir alleine und einsam in unserer Angst herum?

 

Finden wir Mittel und Wege wieder in unser Vertrauen zurück zu finden? Atmen. meditieren, in die Natur gehen, Kopfkino ausschalten, singen… Wer singt, kann nicht gleichzeitig Angst fühlen!

 

Wir alle bekommen gerade ganz viel Gelegenheit geschenkt, dass zu üben.

 

Macht das Beste daraus!

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Corona und kein Ende

 

Als Mensch mit gesundem Menschenverstand beginnt man so langsam an diesem Verstand zu zweifeln. Panik beherrscht die Welt. Vordergründig als Vorsichtsmaßnahme tituliert, steckt doch dahinter die Angst, irgendetwas zu übersehen, falsch zu machen, für Erkrankungen zu Verantwortung gezogen zu werden. Wohlgemerkt für eine Erkrankung die 97 % der Infizierten problemlos überleben. Es wird suggeriert wir schützen Menschenleben. Ach ja, wo sind denn dann die gleichen Anstrengungen, die Flüchtlinge in Griechenland vor Schäden zu bewahren, wo sind die Anstrengungen, Kinder weltweit vor dem Hungertod zu bewahren. Ich kann sie nicht erkennen. Dabei gilt doch: Gleiches Recht für alle.

 

Mein Gefühl ist, die Mehrheit der Menschen hat ein Problem mit Kontrollverlust. Ja, angesichts von Viren erleiden wir einen Kontrollverlust. Wir können keinen Berater einschalten, wir können nicht schnell eine Lösung aus dem Ärmel schütteln, wir wissen nicht was uns erwartet. Wie furchtbar!

 

Leute, wie sagte schon Erich Kästner so schön „ Leben ist immer lebensgefährlich!“, da hat sich bis heute nichts dran geändert. Keine Versicherung, kein Mundschutz und kein Hygienespray werden uns davor bewahren eines Tages zu sterben und ich glaube, jeder von uns hat einen bestimmten Termin, an dem er oder sie seinen Körper verlässt. Und dann sterben wir  - am Corona-Virus, bei einem Unfall, weil wir vom Stuhl fallen oder an einer Lungenembolie und nichts und niemand wird das verhindern können.  Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich mal mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen, statt die Welt in Aufruhr zu versetzen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich im Vertrauen zu üben, Vertrauen darauf, dass der eigene Körper in der Lage ist ,mit vielfältigen Viren fertig zu werden. Das hat er dein ganzes Leben lang schon bewiesen. Je mehr er das in seinem Leben geübt hat, umso besser wird es funktionieren.

 

Und zu berücksichtigen, dass Angst am schnellsten krank macht und Berührung heilt. Unter dem Aspekt, bitte die Anweisung der Bundeskanzlerin nicht befolgen und weiterhin soziale Kontakte pflegen. Das hilft - garantiert!

 

Also Leute, entspannt euch, macht wozu ihr Lust habt, geht ins Restaurant und in die Stadt und lasst euch nicht verrückt machen. Sondern sagt einfach mal „Nein, ich beteilige mich nicht an dem Blödsinn!“

 

Eine entspannte Woche für alle

 

Gedanken

 

Kennt ihr diese Momente, in denen man da steht, zweimal schlucken muss, weil man feststellt, dass man selbst mal wieder eine komplett andere Meinung hat als der Rest der Welt? Dieser Moment, in dem man sich fühlt wie ein Wesen von einem anderen Stern, das anscheinend eine andere Sprache spricht.

 

Ich selbst kenne diese Momente nur zu gut. Immer wieder passiert es, dass ich aus einem anderen Blickwinkel auf die Dinge schaue, die da gerade vor meinen Augen passieren. Manchmal wird dieser Blickwinkel dankbar angenommen, hilft er doch eine neue Lösung zu finden. Oft ernte ich aber auch nur Erstaunen bis hin zur Ablehnung. Dann wird es spannend. Sehr spannend. Knicke ich ein in solchen Momenten und ändere meine Meinung? Ziehe ich mich beleidigt zurück oder halte ich dagegen und breche eine Diskussion vom Zaun?

 

Also: meine Meinung ändern ist keine Option für mich, jedenfalls nicht, nur weil mir Widerstand entgegen kommt. Ich habe in meinem Leben wieder und wieder geübt, diesem Widerstand zu begegnen. Beleidigt zurückziehen ist eher auch nicht mein Mittel der Wahl. Ich neige eher dazu eine Diskussion vom Zaun zu brechen, in der ich dann den anderen oft sprachlos zurück lasse mit einem schlechten Gefühl für beide, denn Gewinner gibt es hier nicht.  Es fühlt sich an als würde in mir ein kleiner Robin Hood stecken, der nicht aufhört für Gerechtigkeit und Weitblick zu kämpfen und der dabei manchmal über das Ziel hinausschießt. Ich arbeite daran, nicht in diese Falle zu tappen.

 

Trotzdem  erlaube ich mir, eine eigene Meinung zu haben die nicht Mainstream ist und ich erlaube mir, die auch zu äußern., Ich erlaube mir ,stehen zu bleiben, Haltung einzunehmen und ich wünsche mir, dass das viel mehr Menschen tun würden.

 

Probiert es mal aus nächste Woche….

 

Alter

 

Jeder von uns wird älter. Ein Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Motto: „Die einzige Möglichkeit, das Altern zu verhindern, ist früh zu sterben.