Reden

 

Manchmal denke ich: „Eh Leute ist das eigentlich so schwer miteinander zu reden? Ist schwer den Mund aufzumachen, wenn einen etwas stört und ist es schwer stehen zu bleiben und Stellung zu beziehen, wenn etwas schief gelaufen ist?

 

Einfach abhauen, schweigen, den Hörer auflegen oder auf andere Art und Weise Kommunikation zu verweigern, fühlt sich für mich an wie Todesstrafe. Es trifft mich im innersten Kern meines Seins.

 

Ich fühle mich in solchen Momenten komplett abgelehnt, klein gemacht, missachtet. Und wenn dann noch der Satz „Aber man muss doch nicht über alles reden kommt“, könnte ich die Keule rausholen und zu schlagen.

 

Doch, in meinen Augen muss man über alles reden, denn wie sonst kann der Andere mich wirklich verstehen. Gerade wenn es um Auseinandersetzungen geht, geht es darum auf eine verbale Art und Weise Klarheit zu gewinnen. Nur Fühlen reicht da nicht mehr. Da mag in anderen, intimeren Momenten durchaus in Ordnung sein, aber nicht, wenn zwei Menschen gerade unterschiedlicher Meinung sind.

 

Ich bin ein Mensch der gleichzeitig seine rechte und linke Hirnhälfte nutzen kann, das versetzt mich in die Lage sofort Gefühle benennen und beschreiben zu können und sofort alles, das passiert in Sprache transportieren zu können. Okay, das ist für mich vielleicht ein Vorteil in der einen oder anderen Situation, für andere sicherlich das eine oder andere Mal anstrengend, aber noch lange kein Grund mich verbal verhungern zu lassen.

 

Standhaftigkeit, Kommunikationsfähigkeit und die innere Haltung Verantwortung für sein Handeln übernehmen zu können sind Grundvoraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben.

 

Guckt doch mal hin, ob euch da noch etwas fehlt….

 

Tempo

 

Es gibt Menschen, die sind sehr langsam und es gibt Menschen, die sind sehr schnell. Beide Verhaltensweisen sind für sich genommen völlig okay, schwierig wird es, wenn beide Typen aufeinander treffen.

 

Da ist derjenige, der Zeit braucht, der alles erst einmal gründlich durchdenken muss, bevor er reagieren kann. Er ist derjenige, der sich mit Ruhe und Muße einer Sache widmet und langsam und gründlich tut, was zu tun ist. Oftmals ist er handwerklich sehr geschickt und in der Lage die tollsten Dinge zu produzieren. Es kann ihm allerdings passieren, dass er sich im Detail verliert und keinen Überblick gewinnt.

 

Und dann sind da die anderen, sie sind schnell, treffen in Windeseile Entscheidungen, sprudeln vor Ideen, haben immer den Überblick, übersehen aber manchmal ein Detail.

 

Die Langsamen fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie mit einem Schnellen zusammen arbeiten sollen und die Schnellen fühlen sich an die Kette gelegt, wenn sie Rücksicht auf die Langsamen nehmen müssen.

 

Beide bekommen Stress und das ist verständlich. Sie sind gut beraten, wenn jeder für eine gemeinsame Sache seinen Teil individuell bearbeiten kann, bloß bitte nicht zusammen.

 

Für diesen Text habe ich mal die Begriffe Langsamkeit und Schnelligkeit gegoogelt.

 

Bei Langsamkeit tauchen Seiten wie:

 

Entdecken Sie die Langsamkeit für sich

 

Langsamkeit: Bitte nicht so eilig!

 

oder

 

Müßiggang liegt im Trend

 

auf. Bei Schnelligkeit finden sich ausschließlich Seiten zur Schnelligkeit im Sport.

 

Heißt doch, überall wird Schnelligkeit erwartet, aber offiziell messen wir ihr keinen Wert zu. Schnelligkeit ist irgendwie anstrengend und sollte abgeschafft werden. Oder?

 

Ich bin der Meinung Schnelligkeit ist genauso okay und wichtig wie Langsamkeit. Beide haben ihre Daseins-Berechtigung. Und Menschen, die von Natur aus schnell sind, leiden nicht darunter, dass sie Aufgaben zügig abarbeiten. Im Gegenteil, sie leiden, wenn man sie auffordert doch bitte langsamer zu machen. Sie sind es gewohnt wieder und wieder auf andere warten zu müssen und grundsätzlich sind sie geduldige Menschen, die innerlich die Augenverdrehen, aber äußerlich freundlich bleiben. Stellen Sie sich vor, sie würden ein Rennpferd zwingen, die Äcker ordentlich zu pflügen. Sicherlich genauso eine blöde Idee, wie einen Ackergaul zu motivieren ein Rennen zu laufen.

 

Also, gebt jedem die richtige Aufgabe und lasst uns in Ruhe damit, Unmögliches von uns zu verlangen.

 

 

 

Reaktionen

 

Manchmal könnte ich mir vor Verzweiflung die Haare raufen. Ich bin normalerweise ein sehr sortierter Mensch, verpenne keine Termine und antworte innerhalb von wenigen Stunden auf hereinflatternde Mails. Ich finde das ist überhaupt nicht schwierig.

 

Mit dieser Idee stehe ich aber offensichtlich allein auf weiter Flur. Menschen antworten mir im Schneckentempo: Tage später oder am besten gar nicht. Kunden machen Termine und erscheinen dann nicht, halten es aber nicht für nötig abzusagen. Menschen bedanken sich bei mir für die schnelle Antwort und ich denke: „Aber das war doch normal!“

 

Firmen mit einem Reparaturdienst, der eigentlich auch Notfalldienst sein muss, schaffen es tatsächlich nach 4 Tagen zur Reparatur aufzutauchen, ohne Begründung oder gar Entschuldigung

 

Irgendwie scheint die Welt zu erwarten, dass solch ein Verhalten still toleriert wird. Wenn ich es wage meinen Unmut lautstark zu äußern, ernte ich Unverständnis und böse Blicke.

 

Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor? Ich habe keine Ahnung. Manchmal beschleicht mich der leise Verdacht, dass hinter ihren Stirnen einfach gähnende Leere ist und die hereinkommende Info nirgends andocken kann. Oder aber sie kreisen so sehr in ihrem eigenen Universum, dass da leider keine Kapazität vorhanden ist auf die Anforderungen von außen adäquat zu reagieren.

 

Was auch immer da abgeht,  es nervt und es bremst das Leben aus und ich wünsche mir, dass sie alle möglichst schnell aufwachen und aus dem Quark kommen. Langsamkeit ist nicht toll - doch dazu nächste Woche mehr.

 

Barfuß

Wir sitzen im Café am See, genießen die Sonne. Irgendwann mache ich mich auf mit nackten Füßen zu testen wie warm das Wasser noch ist. Anschließend, lasse ich, Barfuß-Freak, der ich bin, die Schuhe aus. Irgendwann möchte ich zur Toilette gehen. Kaum habe ich die Gaststube betreten, brüllt mir eine Serviererin entgegen. „Das ist hier verboten! - Sie dürfen hier nicht barfuß laufen!“. Ich zucke zusammen und haue den Satz raus: „Wer sagt das?“ In mir brandet Wut auf. Die knurrige Antwort: „Hier können Glasscherben auf dem Boden liegen“. Ich bin fassungslos und schnauze zurück: „Das ist dann doch wohl mein Problem oder?“.

 

Ich beuge mich widerstrebend dem Diktat des Restaurants und schleiche mit Wut im Bauch zurück zu unserem Tisch. Erstens lasse ich mich nur sehr sehr ungern von anderen Menschen maßregeln und darüber belehren, was ich zu tun und zu lassen habe. Zweitens macht der Ton die Musik und die Ansage hätte ein bisschen netter kommen können, dann wäre vermutlich auch meine Wut nicht aufgeflammt und ich hätte sehen können, dass die Betreiber um das Wohl ihrer Gäste bemüht sind. So aber entstand der Eindruck, dass ich mich gefälligst so zu verhalten habe, dass der Wirt kein Haftungsproblem bekommt und auf keinen Fall eigenmächtig eine Entscheidung treffen dürfe. Motto: Das einzige, das hier stört, ist der Gast!

 

Ich auf jeden Fall beeile mich zu zahlen und diesen unfreundlichen Ort schnell zu verlassen, das Trinkgeld  spare ich mir dann auch.

 

Ach und hab ich schon erwähnt, dass dieses Restaurant viele viele schlechte Beurteilungen über unqualifizierte Bedienung im Internet hat? Ganz heißer Tipp: Freundlichkeit und Kundenorientierung üben! Vielleicht kommen die Leute dann ja auch noch einmal wieder….

 

BlaBlaCar

BlaBlaCar

 

Wir hatten wieder einmal Besuch von einem afrikanischen Deutschlehrer. Er wollte einen Freund in Köln besuchen und ich habe so völlig unbedarft den Versuch gestartet ihm eine Fahrmöglichkeit über BlablaCar zu buchen. Es wurde interessant.

 

Es gab mehrere Fahrten im Angebot, ich habe unter meinem Namen eine Fahrt reserviert und jedes Mal per SMS die Info gegeben, dass unser afrikanischer Gast mitfahren wird.

 

Die Absagen kamen relativ schnell, es wurden aber weiterhin freie Plätze bei diesem Angebot angezeigt.

 

Was soll ich sagen? Der Verdacht, dass hier anscheinend rassistische Motive eine Rolle spielten, drängte sich auf. Natürlich kann ich es nicht beweisen, aber ich selbst habe so etwas, wenn ich selber fahren wollte, nicht erlebt.

 

Letztendlich haben wir nach langen Bemühungen eine Fahrt gefunden und alles hat super geklappt. Meine Bauchschmerzen mit dieser Aktion sind geblieben….

 

Medikamente

 

 

Letzte Woche erzählte eine Schülerin von mir, seit 20 Jahren tätig als Krankenschwester, davon, dass auf ihrer Station ca. 80% aller Patienten, die älter als 60 Jahre sind in irgendeiner Form Psychopharmaka einnehmen. Psychopharmaka, die beruhigen und gute Laune machen.

 

Irgendwie passt es zu meinem Text von letzter Woche über die Ängste der Menschen. Was ist das für eine Gesellschaft ´, in der wir leben, in denen die Menschen so viele Ängste, so viel Stress haben, der sie glauben lässt, nur mit Medikamenten über die Runden zu kommen. Was für ein Anspruchsdenken steckt dahinter! Glauben diese Menschen doch, die Tablette könne ihnen helfen, ihr Leben zu bewältigen, ihre Themen verschwinden lassen. Welche Unfähigkeit steckt dahinter, erwachsen zu werden und selbstverantwortlich zu handeln.

 

Klar mag es Situationen geben in denen diese Medikamente erforderlich und hilfreich sind, aber doch nicht bei 80% der Bevölkerung. Medikamente sind Drogen und letztlich laufen alle diese Menschen zugekifft durch dir Gegend. Super!

 

Mich macht das einerseits traurig und andererseits wütend. Wütend weil es eine Pharmaindustrie gibt, die diese Hoffnungen auf die schnelle, unkomplizierte Lösung aller Probleme schürt. Wütend weil die Menschen nicht begreifen, dass sie selbst es in der Hand haben, wie sie mit Schwierigkeiten umgehen. Wütend, weil wir immer noch kein Schulfach namens „Glück“ haben, dass Kindern zeigt wie sie ein zufriedenes Leben führen können. Was sind schon binomische Formel gegen die Fähigkeit mein Leben auf die Reihe zu bekommen? Wütend weil die Medien suggerieren, dass von allen Seiten Gefahren drohen und diese Meldungen auf offene Ohren treffen.

 

Ich möchte diese Menschen schütteln und ihnen sagen „Wach endlich auf“, „Nimm dein Leben in die Hand, igel dich nicht ein und guck dich mit deinen eigenen Augen um!“ “Hör auf schnelle Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen.“

 

Das Leben antwortet dir, dir und deinem Verhalten. Es kommt dir so entgegen, wie du es betrachtest. Mit dem Dramablick präsentiert es dir das Drama - garantiert. Mit einem anderen Blick hält die Freude Einzug. Das bedeutet nicht, dass du keine Schwierigkeiten haben wirst, aber du traust dir zu, sie alleine zu bewältigen - ohne Medikamente!

 

Ängste

 

Wenn ich die Menschen so beobachte und reden höre, frage ich mich manches Mal, in welchen Zustand sie eigentlich leben. Wie sie es schaffen, jeden Morgen auszustehen und in ihren Tag zu gehen. In einen neuen Tag mit all den Ängsten, die anscheinend auf ihren Schultern lasten. Augenscheinlich ist das Leben so vieler Menschen von großen und kleinen Ängsten bestimmt. Sie fürchten sich vor Flüchtlingen, vor Moslems, vor Farbigen. Sie fürchten sich davor Opfer von Einbrechern zu werden oder eines Überfalls, sich fürchten sich Masern oder Krebs zu bekommen. Aus dieser Angst heraus, verbarrikadieren sie Ihre Wohnung, meiden öffentliche Plätze, rennen zum Arzt. Hören einfach auf wirklich zu leben.

 

Aber wie sagte schon Erich Kästner so schön: „Leben ist immer lebensgefährlich“.

 

Ja, mir kann jeden Tag etwas Schreckliches passieren, aber falls das geschieht, bin ich mit Handeln beschäftigt und hab keine Zeit für meine Ängste. Ja, ich kann betrogen, beraubt oder beleidigt werden, aber die einzige Frage, die sich dann stellt ist: „Wie gehe ich damit um?“. Erlaube ich den Tätern mich über die Aktion hinaus zum Opfer zu machen, in dem ich anschließend noch pausenlos in Gedanken an diesem Ereignis hänge oder registriere ich das Ereignis, tue das Notwendige in dem Moment und verschwende anschließend keinen Gedanken mehr daran?

 

Glaube ich von mir, dass ich in der Lage bin mit den Herausforderungen des Lebens gut fertig zu werden oder fühle ich mich grundsätzlich und immer absolut hilflos und ausgeliefert. Und wer bin ich ohne meine Ängste? Was bleibt von mir, wenn ich aufhöre mich über ein „ Ich mache mir Sorgen“ zu definieren? Und was brauche ich, um Stabilität zu erlangen, dass hilflose kleine Kind in mir endlich erwachsen werden zu lassen. Das wäre doch viel spannender zu erforschen statt sich mit sinnlosen Ängsten zu beschäftigen.

 

Wie war doch gleich der Spruch: „Das Leben ist ein Ponyhof und jetzt steig endlich auf und reite!“

 

Trauer öffentlich?

Irgendwie sind wir ja alle daran gewöhnt dass Menschen bei Facebook posten, wie und wo sie ihren Urlaub verbringen, welches Essen sie gerade auf dem Teller haben und was der Nachwuchs so macht. Alles gut und schön.

 

Zweifel kommen in mir hoch, wenn Posts erscheinen wie: „Meine Mama ist heute über die Regenbogenbrücke gegangen - ich werde dich vermissen“. Zweifel ist eigentlich viel zu schwach ausgedrückt, solche Posts schocken mich und in mir wächst der Widerstand. Widerstand dagegen so ein persönlich tief berührendes Ereignis auf die gleiche Art und Weise öffentlich zu machen, in der ich nette, lustige, unbedeutende Dinge poste.

 

Ich frage mich dann immer, warum tun Menschen das? Bei solchen Posts regnet es dann natürlich sofort Beileidsbekundigungen, die mehr oder weniger ernst gemeint sind. Geht es darum? Geht es darum gesehen zu werden in seinem Schmerz? Geht es darum, den eigenen Schmerz öffentlich zu machen? Geht er davon weg? Ist es so etwas wie „fishing for compliments“?

 

In mir sträubt sich in solchen Momenten alles dagegen, herzliches Beileid zu schreiben. Sträubt sich dagegen, dieses Muster zu bedienen. Sträubt sich dagegen, die unausgesprochene Erwartung zu erfüllen. Sträubt sich, weil ich gar nicht weiß, was tatsächlich passiert, nicht weiß welche Beziehung der Verstorbene und der Schreiber tatsächlich hatten, nicht weiß, was hilfreich sein könnte. Ein pauschales „Herzliches Beileid“ ist es bestimmt nicht.

 

Trauer will gefühlt und gelebt werden, auch geteilt werden, geteilt mit Menschen, die mir nahestehen, die mich berühren, aber nicht mit der großen anonymen Community, die sich Facebook nennt. Das ist mir zu wenig…

 

Nichts dazu gelernt

 

In dieser Woche erschien in der NOZ ein Artikel über eine junge hoch qualifizierte Frau, die verzweifelt versucht hat, eine Teilzeitstelle zu bekommen, die ihrer Qualifikation entspricht. Beim Lesen dachte ich mir „Oh Mann Jungs, in 35 Jahren nix dazu gelernt!“

 

Ich habe schon in den 80er Jahren dafür gekämpft, eine qualifizierte Stelle in Teilzeit zu bekommen. Beworben habe ich mich damals auf die Stelle des Personalleiters oder wie es damals noch so schön hieß: „Innendienstleister“. Zu hören bekam ich, dass ich diese Position auf keinen Fall ausüben könne, da ich ja nicht den ganzen Tag da sei. Mein Hinweis, dass der damalige Amtsinhaber ja auch nur selten anwesend sei, weil er ein Aufsichtsrat-Mandat hatte, im Rat der Stadt Fraktionsvorsitzender war und noch diverse andere Ämter ausfüllte, wurde mit der Bemerkung abgeschmettert. „Ja, er tut ja auch etwas für die Gemeinschaft.“ Meine spontane Antwort „Ach ja? Und ich tue mit meinen drei Kindern nix für die Gemeinschaft. Das Aufsichtsrat-Mandat wird ihre Rente nicht retten, meine Kinder vielleicht.“ löste heftige Irritationen aus.

 

Ich frage mich heute noch, welches Potential sich die Wirtschaft da entgehen lässt, nur weil sie meint, dass Arbeitnehmer mit ihrer ganzen Arbeitskraft dem Unternehmen zu Verfügung stehen müssen. Weil sie nicht intelligent oder kreativ genug ist, Modelle zu entwickeln, die ein Job-Sharing möglich machen. Es wäre so einfach, man muss es nur wollen.

 

Die italienische Frauenbewegung Affidamento, in der Wissenschaftlerin geforscht haben, warum es immer noch so wenig Frauen in Spitzenpositionen gibt, hat festgestellt, dass das Leben in diesen Spitzenpositionen nicht dem Begehren von Frauen entspricht. Frauen wollen Zeit für ihre Kinder und qualifiziert arbeiten.

 

Job-Sharing würde die Wertigkeit von Arbeit auf ein normales Maß reduzieren und nicht mehr die Idee verwirklichen, dass eine 70-Stunden Woche, wie die meisten Manager sie heute leisten für irgendjemanden normal ist. Es ist jenseits von gesund seine ganze Kraft nur einer einzigen Sache zu widmen. Das Zauberwort heißt „Diversity“. Mehrmals am Tag neue Blickwinkel, andere Aufgaben und Rollen zu übernehmen, das macht kreativ, innovativ und erhält jung.

 

Einfach mal ausprobieren

 

Rassismus

Ich habe gerade das Buch „exit Rascism“ von Tupoka Ogette gelesen, in dem eine farbige Deutsche auf den offensichtlichen und subtilen Rassismus hinweist, dem Menschen wie sie in Deutschland ausgesetzt sind. Das Buch ist gespickt mit weiterführenden Links zu Texten und Videos. Unter Anderem zu einem Video über den „Doll Test“. Wissenschaftler zeigen kleinen Kindern, zwei Puppen, eine weiße und eine schwarze. Dann werden Fragen gestellt wie: „Welche Puppe ist die nette“ und „Welche Puppe ist die hässliche“. Ihr ahnt es schon wie die Antworten ausfielen…. Schwarze und weiße Kinder hielten die weiße Puppe für die nettere, die schlauere, die begabtere. Wenn am Ende die Frage gestellt wurde: „Und welche Hautfarbe hast du?“ war ein kurzer Moment des entsetzten Zögerns bei den schwarzen Kindern zu bemerken. Hatten Sie doch gerade alle schlechten Eigenschaften der schwarzen Puppe zugeschrieben.

 

Was passiert da? Wie sehr prägt unsere Gesellschaft das Bild, das weiß richtig und der Normalzustand und schwarz irgendwie falsch und auf jeden Fall die Ausnahme ist. Natürlich sind wir hier in Deutschland alle daran gewöhnt, dass die meisten Menschen in unserer Umgebung weiß sind, deshalb fallen uns vermutlich farbige Menschen eher auf. Das wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen. Die entscheidende Frage aber ist doch: Wie gehe ich dann damit um? Unterstelle ich sofort, dass der Farbige mit Sicherheit aus einem fernen Land kommt und vermutlich kein richtiges Deutsch spricht oder warte ich einfach ab und habe es auch auf dem Schirm, dass er eventuell aus Bottrop kommt oder perfekt Platt schnacken kann wie Yared Dibaba oder Keno Veith. Kann ich es wirklich verstehen, dass er oder sie trotz anderer Hautfarbe genauso deutsch ist wie ich?

 

Beim Lesen des Buches wurde mir mit einem Mal bewusst, in den Zeichnungen meiner Kindheit waren Engel nie schwarz und sie sind es bis heute nicht.

 

Was ist, wenn Gott eine dunkle Hautfarbe hat?

 

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